Adrien Theaux fordert Konsequenzen nach Tod von Matteo Franzoso - Abfahrtslegende kritisiert zu schnelles Material

Der französische Ski-Star Adrien Theaux hat sich nach dem tragischen Tod des Italieners Matteo Franzoso zu Wort gemeldet und Konsequenzen im alpinen Sport gefordert. "Schon wieder einer ...", schrieb der dreimalige Weltcupsieger in den Sozialen Medien. "Wie viele Todesfälle müssen wir noch erleben, bevor wir eine Debatte über das Thema Sicherheit - insbesondere beim Training - beginnen?"

Adrien Theaux hat sich zum tragischen Tod von Matteo Franzoso geäußert

Fotocredit: Getty Images

Franzoso war am Samstag auf einer Trainingsfahrt im chilenischen La Parva schwer gestürzt und mit dem Kopf gegen einen Zaun geprallt. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn anschließend in ein Krankenhaus in der 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Santiago.
Dort wurde er in ein künstliches Koma versetzt, am Montag starb Franzoso - einen Tag vor seinem 26. Geburtstag.
"Es war eine kleine Bodenwelle, bei der die Abfahrer etwas abhoben. Danach kam eine Linkskurve. Ich glaube, er ist geradeaus gefahren", erinnerte sich Teamkollege Christof Innerhofer an den tragischen Unfall.
Für Theaux, der sein Weltcup-Debüt vor 21 Jahren feierte, sei es nun an der Zeit, "sich aus Respekt vor denen, die mit ihrem Leben bezahlt haben, mit allen Instanzen an einen Tisch zu setzen und Lösungen zu finden", schrieb der 40-Jährige. "Es ist unsere Pflicht, der Realität ins Auge zu sehen und konkrete Lösungen zu finden - nicht Feinheiten, die am eigentlichen Kernproblem vorbeigehen."

Marsaglia: "Die Schuld liegt bei uns"

Mit Matteo Marsaglia pflichtete ihm ein bekannter Ex-Profi bei, der sich zwischen 2008 und 2023 in den Speed-Disziplinen einen Namen machte.
"Ich muss dich und alle jüngeren Menschen um Entschuldigung bitten", schrieb der 39-jährige Italiener in den Sozialen Medien. "Denn wir müssen aufhören, schöne Worte zu schreiben und uns dann einfach wieder abzuwenden."
Der Tod seines Landsmannes sei kein tragischer Einzelfall. Vielmehr spiegelt er laut Marsaglia eine traurige Entwicklung im alpinen Skisport wider.
"Die Schuld liegt bei uns Athleten und Ex-Athleten, den Erfahrenen und Hochkarätigen – und bei dieser alten Mentalität, die wir noch im Kopf haben: 'The Show Must Go On.' Nein, so darf es nicht sein", forderte Marsaglia.
Bereits vor vielen Jahren hätte es laut dem Italiener erste Konsequenzen geben müssen. Der Sport entwickelt sich rasant weiter "und das wird sich nie aufhalten lassen - es sind die Sicherheitsstandards, die Schritt halten müssen", untermauerte er.

Ski-Legende Ghedina: "Moderne Ski zu schnell"

Das Thema Sicherheit kochte in den vergangenen Jahren immer wieder auf, die letzte große Debatte war durch den schweren Sturz von Superstar Cyprien Sarrazin im vergangenen Dezember entfacht worden.
Der Kitzbühel-Sieger von 2024 war im zweiten Abfahrtstraining in Bormio im unteren Abschnitt der Stelvio abgeflogen, erlitt dabei unter anderem eine Hirnblutung, die eine Not-Operation nach sich zog. Sein Comeback gibt er frühestens im Winter 2026/27.
In den Mittelpunkt rückten damals die neuartigen Karbonschienen für die Waden, durch deren erhöhte Stabilität die Läufer noch aggressivere Schwünge setzen, eine engere Linie fahren und dem Druck auf der Piste besser standhalten konnten. Simpel ausgedrückt: Die Geschwindigkeit wurde drastisch erhöht.
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Cyprien Sarrazin muss sein Comeback um ein Jahr verschieben

Fotocredit: Imago

Aber auch die stete Weiterentwicklung der Skier sorgte für Quantensprünge in Sachen Geschwindigkeit. Laut der italienischen Abfahrtslegende Kristian Ghedina müssen die Verantwortlichen genau dort ansetzen.
"Die Wahrheit ist, dass die modernen Skier zu schnell sind, besonders in den Kurven", meinte er im Interview mit "La Presse". "Einen Aufprall gegen eine Mauer oder einen Baum kann man schon bei 40 bis 50 km/h nicht überleben. Im Training erreicht man auch 120 km/h: das Risiko komplett auszuschließen ist unmöglich, aber man muss etwas tun."
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Hirscher wieder auf Skiern - aber "noch ein langer, langer Weg"

Quelle: Eurosport


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