Niels Hintermann feiert bei der Abfahrt in Beaver Creek sein Comeback nach einer Krebserkrankung: Die "Wildsau" greift wieder an
VonThomas Gaber
Update 04/12/2025 um 15:45 GMT+1 Uhr
Am 18. Februar 2024 fuhr Niels Hintermann sein bis dato letztes Weltcuprennen beim Super-G in Kvitfjell. 655 Tage später gibt der Schweizer bei der Abfahrt in Beaver Creek sein Comeback. Dazwischen liegt eine längere Leidenszeit infolge einer Krebserkrankung an den Lymphdrüsen. Doch Hintermann will nicht einfach nur mitfahren - die "Wildsau" träumt von einer Fahrt in die Punkteränge.
Niels Hintermann gibt in Beaver Creek sein Weltcup-Comeback
Fotocredit: Getty Images
Marco Odermatt ist den Medienrummel um seine Person gewohnt. Die Reporterschar umzingelt den Superstar regelmäßig; das war nach dem Training für die erste Abfahrt der Weltcupsaison 2025/26 (Donnerstag, 19:00 Uhr im Liveticker) in Beaver Creek nicht anders.
Am Fuße der berühmten Strecke "Birds of Prey" zog aber zusätzlich ein zweiter Schweizer Downhill-Spezialist das Interesse der Medienvertreter auf sich: Niels Hintermann.
Der 30-Jährige lieferte im zweiten Trainingslauf eine Topleistung und war 15 Hundertstel schneller als sein Landsmann Franjo von Allmen, immerhin amtierender Abfahrtsweltmeister. Zugegeben, die Verhältnisse glichen bei starkem Schneefall eher einer Lotterie und zogen den Zorn vieler Rennläufer auf sich.
Für den Schweizer Trainer Oliver Koch war Hintermanns Vorstellung indes keine Überraschung: "Blindflüge gehörten schon immer zu seinen Stärken. Niels hatte schon immer einen außergewöhnlichen Instinkt. Deshalb war er selbst im dichten Nebel schnell."
- Das Abfahrtsrennen der Herren in Beaver Creek um 19 Uhr live bei Eurosport und im Stream auf discovery+
Hintermann: "Hatte sehr gute und sehr schlechte Tage"
Ob schnell oder langsam - Hintermann ist einfach nur froh, wieder Weltcupluft schnuppern zu dürfen. "Es gibt nichts Schöneres für mich, als mich mit den besten Abfahrern der Welt zu messen", sagte der Mann mit dem Spitznamen "Wildsau" im Schweizer Fernsehen.
Im Oktober 2024 erhielt Hintermann die Schockdiagnose Lymphdrüsenkrebs, woraufhin er die Saison 2024/25 ausließ. Seit Februar 2025 gilt er als geheilt und ging fortan seinem großen Wunsch nach, in den Weltcupzirkus zurückzukehren.
Die Vorbereitung auf Schnee glich einer Achterbahnfahrt. "Ich hatte sehr gute Tage, aber auch sehr schlechte Tage", fasste Hintermann seine Leistungen zusammen. Die Konstanz bereitet ihm noch Probleme: "Es wird nicht so sein wie in den letzten Jahren. Es wird sicher ein Auf und Ab geben - das muss ich akzeptieren."
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2024 gewann Niels Hintermann bei der Abfahrt in Kvitfjell sein drittes Weltcuprennen
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Hintermann im Vergleich zu Odermatt und Co. bei der Musik dabei
Im Vergleich zu den Teamkollegen Odermatt, von Allmen oder Alexis Money habe er oft am ersten Trainingstag mithalten können. "Die anderen legten dann in den weiteren Läufen noch einen drauf. An guten Tagen konnte ich besser mithalten, an schlechten blieb ich auf meiner Zeit sitzen", so Hintermann.
Den Grund dafür sieht er nicht in der fehlenden Energie, sondern in vielen einzelnen Details: "Es hat mit Dingen wie der Kurssetzung, den Verhältnissen oder dem Licht zu tun. Es sind viele Bausteine, die einzeln gut funktionieren, aber ich kann sie noch nicht jeden Tag richtig zusammensetzen."
Unter Druck setzen will sich Hintermann für sein Comeback nicht. "Ich will gut Ski fahren. Wenn ich abschnittsweise irgendwo schon halbwegs dabei sein könnte, dann wäre das sicherlich schon ein Erfolg. Ich will es genießen und versuchen, in die Top 30 reinzukommen."
Beim Rennen in Beaver Creek kommt Hintermann eine besondere Ehre zuteil: Er darf die Weltcupsaison der Abfahrer mit der Startnummer eins eröffnen.
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Quelle: Eurosport
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