Cyprien Sarrazin exklusiv zur Sicherheitsdebatte im Weltcup nach Franzoso-Unglück: "Sollte nicht erst Tote geben"
VonJan Zesewitz
Update 09/10/2025 um 14:38 GMT+2 Uhr
Cyprien Sarrazin befindet sich nach seinem schweren Sturz im Abschlusstraining des Abfahrts-Weltcups im italienischen Bormio Ende Dezember 2024 noch in der Rehabilitation. Schon im Sommer gab er bekannt, dass er in der Saison 2025/26 kein Rennen bestreiten werde. Im Interview mit den französischen Eurosport-Kollegen sprach er nun exklusiv über seine Zukunft und die Sicherheit im Alpin-Sport.
Sarrazin kontert Odermatt: Franzose mit "Höllenritt" auf der Streif
Quelle: Eurosport
Nach dem Tod des Italieners Matteo Franzoso im Training in Chile wurde die Debatte um die Risiken in den Speed-Disziplinen erneut lauter geführt. Auch Sarrazin, der selbst schon zahlreiche Verletzungen erlitten hatte und in Bormio selbst "fast gestorben" wäre, nahm auf den tragischen Unfall Bezug.
"Sein Tod hat mich getroffen", sagte der 30-Jährige in dem exklusiven Interview. "Ich kannte ihn gut. Die Trainingsorte sind nicht so gesichert wie die Weltcup-Rennen. Das wissen wir, aber wenn man darüber nachdenkt, kommt man nicht weiter. Aber es ist klar, dass es alles andere als sicher ist. Man muss sich dessen bewusst sein. Es kann jederzeit alles passieren. Aber wenn man nur daran denkt, sollte man den Sport wechseln. Auch wenn ich heute eine etwas andere Sichtweise habe, weil ich etwas Abstand gewonnen habe."
Klar sei, dass sich einige Dinge ändern müssten. "Man sollte nicht erst warten, bis es Tote gibt, um über Sicherheit zu sprechen", sagte er. "Das hätten wir schon viel früher tun müssen, wir Fahrer als Erste. Ich bin auch schuldig, ich gehe an den Start, ich akzeptiere das alles. Bislang fühlte ich mich noch nicht berechtigt, Vorschläge zu machen. Aber wenn man mich heute danach fragt, wüsste ich, was ich sagen und vorschlagen könnte. Man darf dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es geht um Menschenleben."
Der französische Streif-Sieger von 2024 konnte sogar direkt Vorschläge formulieren: "Es gibt Dinge, die Zeit brauchen: zum Beispiel andere Helme, andere Airbags, neue Normen", erläuterte er. "Eine Entscheidung kann jedoch sehr schnell umgesetzt werden: die Schaffung sicherer Trainingsorte und die Begrenzung der Ski-Stunden, wie es in der Formel 1 der Fall ist. Das würde die gefährlichen Bedingungen einschränken und die Vorbereitung etwas fairer machen."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/10/09/image-6789cd8b-5368-4170-860b-2be0d1eeae59.jpeg)
Cyprien Sarrazin erholt sich von seinem schweren Sturz in Bormio
Fotocredit: Getty Images
Sarrazin-Comeback? Olympische Spiele in der Heimat im Blick
Was sein eigenes Comeback im Weltcup-Zirkus angeht, hielt sich Sarrazin noch bedeckt. Die Entscheidung, im kommenden Winter auf Rennen zu verzichten, habe ihm "Zeit gegeben", um sich vollständig erholen zu können.
Auch an ein Karriereende habe er gedacht, wie er im Interview zugab. Aber: "Tief in meinem Inneren spüre ich, dass ich zurückkommen kann", sagte er.
Dabei hat er ein besonderes Ziel vor Augen: Die Olympischen Spiele 2030 finden in den französischen Alpen statt. "Vier Jahre vergehen schnell, und wenn ich an meine Rückkehr denke, habe ich die Olympischen Spiele im Hinterkopf", hatte Sarrazin bereits zuvor in "L'Equipe" den Fans Hoffnung gemacht.
Das könnte Dich auch interessieren: Odermatt kürt seine zehn besten Alpin-Fahrer aller Zeiten
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/01/20/3868228-78597488-2560-1440.png)
Sarrazin gewinnt auch zweite Streif-Abfahrt: Die Highlights
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung