FIS-Präsident Johan Eliasch abgewählt - große National-Verbände jubeln: "Heute gibt es ein großes Fest"

Johan Eliasch hat die Wiederwahl zum FIS-Präsidenten denkbar knapp verpasst. Dem schwedisch-britischen Funktionär mit georgischem Pass fehlte eine Stimme gegen den Liechtensteiner Alexander Ospelt. Bei den großen nationalen Verbänden wie Deutschland und der Schweiz ist der Jubel groß, Eliasch hatte diese Vereinigungen gegen sich aufgebracht. Die Reaktionen zur Abwahl des FIS-Präsidenten.

Johan Eliasch verlor die Abstimmung zum FIS-Präsidenten mit einer Stimme

Fotocredit: Getty Images

"Wir sind alle todmüde, aber heute gibt es ein großes Fest", sagte Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun im Interview mit dem "Blick": "Wissen Sie, wir lagen uns nach der Wahl länderübergreifend in den Armen – es war ein schöner Moment. Ich sage den Sportlern auch immer: Wenn ihr was zu feiern habt, feiert auch. So werden wir es auch tun."
Auch der Vorstand des DSV, Stefan Schwarzbach, freute sich offen über die Abwahl des 64-Jährigen. "Dieser jahrelange Albtraum ist vorbei", sagte DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach nach dem wegweisenden Ergebnis von Belgrad gegenüber dem "SID".
Neutraler formulierte es der ehemalige DSV-Star und heutige Experte Felix Neureuther in einem Social-Media-Post von "BR24": "Die ganzen großen Verbände waren für Herrn Ospelt, daran sieht man die beiden großen Lager, die es gegeben hat. Auf ihn wartet jetzt eine große Aufgabe. Er muss die Verbände und die FIS wieder näher zusammenbringen, sodass es mehr ein Miteinander als ein Gegeneinander ist und dass es mehr um den Sport geht, um die Sportler. Das sind die Stars, die unseren Sport vermarkten."
Eliasch-Nachfolger wird der Liechtensteiner Ospelt. Der Rechtsanwalt war von 2016 bis 2023 Präsident des Liechtensteinischen Skiverbandes. 65:64 ging die Abstimmung schließlich aus: "Es ist ein großer Moment für den Schneesport", sagte Barandun: "Die Spannung bei der Wahl war unerträglich, aber jetzt dürfen wir Alex gratulieren."

Barandun: "Resultat ist eine Enttäuschung"

Mit dem Ergebnis war der Präsident des Schweizer Verbandes aber nicht zufrieden. "Wir hatten mit 70 Prozent Stimmen für Ospelt gerechnet", sagte er: "Von daher ist das Resultat eine Enttäuschung – viele Nationen haben anders gestimmt, als sie es uns gesagt haben. Aber es ist trotzdem gut, dass es geklappt hat."
Barandun hatte bei aller Freude über die Abwahl auch Eliasch als Person im Blick: "Die vielen Auseinandersetzungen haben an ihm gezehrt. Eliasch war extrem fleissig", sagte er im Interview. "Aber er hat es nicht geschafft, das Umfeld für sich zu gewinnen. Eine Szene heute Morgen vor dem Kongress war bezeichnet: Er war ganz alleine, niemand bei ihm. Eliasch ist ein spezieller Mensch, er hat es probiert. Aber nicht geschafft. Für ihn ist das extrem bitter."
Der Weg zur Abstimmung war vom Zwist zwischen den großen Verbänden und der FIS geprägt. Im Falle einer Wiederwahl von Eliasch stand sogar der komplette Bruch im Skizirkus im Raum.
"Die Mehrheit der Athleten, Veranstalter und die großen Verbände waren gegen ihn. Es wäre also für die FIS nicht gut gekommen", meinte Barandun vielsagend im Hinblick auf eine Abspaltung vom Weltverband.
Eliasch selbst sah seine Abwahl sogar als "Win-Win": "Entweder bekomme ich mein Leben zurück, oder gewinne die Wahl", sagte er in Belgrad.
(mit SID)
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Quelle: Eurosport


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