Hannes Reichelt huldigt ÖSV-Star Matthias Mayer nach dessen Rücktritt: "Das macht ihn zur Legende"

Das plötzliche Karriereende von Matthias Mayer beschäftigt den alpinen Skisport. Der dreimalige Olympiasieger sorgte Ende des vergangenen Jahres mit seiner Rücktrittserklärung für einen Paukenschlag. Der ehemalige ÖSV-Star Hannes Reichelt kann Mayers Entscheidung nachvollziehen und spricht seinem früheren Teamkollegen im exklusiven Interview mit Eurosport.de sogar einen Legendenstatus zu.

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Am vergangenen Donnerstag verkündete Matthias Mayer in Bormio sein sofortiges Karriereende. Der ÖSV-Star zog nach 45 Weltcup-Podestplätzen, darunter elf Siege, und drei olympischen Goldmedaillen einen Schlussstrich. Eine Entscheidung, die vor allem aufgrund ihrer Plötzlichkeit so nicht zu erwarten war.
"Natürlich war es bei Matthias eine Überraschung", findet auch Hannes Reichelt im exklusiven Gespräch mit Eurosport.de. "Aber das muss jeder Athlet mit sich selbst ausmachen", ergänzt der Super-G-Weltmeister von 2015.
Immerhin war Mayer stark in die neue Weltcup-Saison gestartet. Sowohl in Lake Louise (Super-G) als auch in Gröden (Abfahrt) erkämpfte sich der gebürtige Kärntner den dritten Rang. Laut Reichelt stehen diese Ergebnisse aber keineswegs in Kontrast zur Rücktrittserklärung des dreimaligen Olympiasiegers.
"Wenn man so gut in Form ist wie er und plötzlich aufhört, heißt es von außen: 'Warum hat er aufgehört?'", so Reichelt. "Schiebt jemand diese Entscheidung aber vor sich her und überzieht, heißt es: 'Warum hat er sich nicht früher verabschiedet?'"

Reichelt: "Mit Matthias verbindet mich sehr viel"

In Österreich wurde viel ob der Unvermitteltheit von Mayers Rücktritt gemutmaßt. "Irgendwie mysteriös, denke ich mir", schrieb beispielsweise Stephan Eberharter in seiner Kolumne für die "Krone". "Ich habe das Gefühl, dass uns der 'Mothl' irgendetwas nicht sagt, dass da mehr dahintersteckt."
Reichelt will indes keine Mutmaßungen anstellen und geht von einer spontanen Entscheidung seitens Mayer aus.
"Das ist alles nur Spekulation", sagt der 13-malige Weltcupsieger. "Der Einzige, der diese Fragen beantworten kann, ist Matthias selbst. Vielleicht weiß er es nicht einmal selbst und es war nur ein Bauchgefühl."
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Reichelt huldigt Mayer: "Das macht ihn zur Legende"

Durch Mayers Rücktritt verliert der österreichische Skiverband eine seiner Lichtgestalten des vergangenen Jahrzehnts.
Im Februar 2009 feierte der Speed-Spezialist im zarten Alter von 18 Jahren sein Debüt im Weltcup. "Mit Matthias verbindet mich sehr viel. Nachdem er in den Weltcup gekommen ist, wurden wir bald Zimmerkollegen - und auch gute Freunde", blickt Reichelt zurück.
Lediglich fünf Jahre später schrieb Mayer olympische Geschichte. Ohne einen einzigen Weltcupsieg verblüffte er seine Konkurrenz und raste in Sotschi überraschend zu Gold. Eine Zeit, an die sich auch Reichelt gern erinnert.
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Matthias Mayers erster Olympia-Streich

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"Als ich die Abfahrt in Kitzbühel gewonnen habe, wurde er zum ersten Mal Olympiasieger. Wir durften zur selben Zeit riesige Erfolge feiern", denkt der 42-Jährige an den gemeinsamen Höhenflug zurück.
In Pyeongchang und Peking wiederholte Mayer dieses olympische Kunststück jeweils im Super-G - Momente für die Ewigkeit. "Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Drei Goldmedaillen bei drei verschiedenen Winterspielen", schwärmt Reichelt über seinen ehemaligen ÖSV-Kollegen. "Das ist eine Kunst, die ihn zur Legende macht."
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Mayer-Abschied macht den ÖSV um einen Siegläufer ärmer

Während sich Mayer auf seine frühe Ski-Rente freuen darf, wird es für den ÖSV an der Spitze des Weltcups indes immer enger. "Der ÖSV wurde um einen Siegläufer ärmer", führt Reichelt aus. "Nach Mayers Rücktritt gibt es mit Vincent Kriechmayr und Daniel Hemetsberger nur noch zwei, die regelmäßig aufs Podium fahren."
Zwar befinden sich die jungen Wilden des österreichischen Kaders "auf dem Sprung in Richtung Top-Platzierungen, insgesamt sieht es aber dünn aus", so Reichelt.
"Ich habe schon überlegt, ob ich wieder an den Start gehen soll", scherzte der Ex-Weltmeister, ruderte aber gleich wieder zurück. "In Bormio war ich so froh, nicht mehr am Start stehen zu müssen. Die ganze Anspannung, dieser Druck - das vermisse ich überhaupt nicht."
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