Rebensburg reagiert auf Shiffrin-Sturz beim Riesenslalom in Killington: "So einen Fehler sieht man bei ihr sehr selten"

Die Krönung ist (vorerst) ausgeblieben. Mikaela Shiffrin wurde auf dem Weg zum 100. Weltcupsieg durch einen Sturz im Riesenslalom von Killington schmerzhaft ausgebremst. Ein Rückschlag, der die 29-Jährige aber nicht stoppen wird, wie Viktoria Rebensburg exklusiv bei Eurosport.de sagt. Der Grund: Shiffrin habe "immer wieder vor solchen Situationen gestanden und wusste damit sehr gut umzugehen".

Drama um Shiffrin! Superstar stürzt und verpasst die "100"

Quelle: Eurosport

Es war alles angerichtet in Killington im US-Bundesstaat Vermont.
Ski-Ikone Mikaela Shiffrin stand im zweiten Durchgang des Riesenslaloms als letzte Fahrerin in Führung liegend oben, vermeintlich noch rund 56 Sekunden entfernt vom historischen Coup. Es kam anders. Die US-Amerikanerin stürzte, zog sich ein schweres Muskeltrauma und eine Einstichwunde zu.
"Fast surreal" habe sie die Szene empfunden, erklärt Viktoria Rebensburg im Exklusiv-Interview: "Solche Stürze oder Fehler sieht man bei Mikaela sehr selten."
Bereits bei der Einfahrt in den Steilhang sei offensichtlich gewesen, "dass sie etwas spät dran war. Mikaela hat einen Schlag kassiert und war vom Schwerpunkt her schon am Limit, auch wenn sie sich zunächst noch gut gefangen hat", erläutert die 35-Jährige.

Rebensburg: "Je weiter unten man das Tor touchiert..."

Schmerzhaft sei der Sturz nach dem Fehler auf dem Innenski vor allem deshalb gewesen, "weil Mikaela mit dem Becken auf das Gewinde der Stange geprallt und sich dann noch überschlagen hat. Je weiter unten man das Tor touchiert, desto schwerer kippt die Stange weg und desto schmerzhafter kann es werden. Besonders, wenn man auf das Gewinde prallt, bewegen sich die Kippstangen kaum noch. Daher war es bei Mikaela ein richtig abrupter Aufprall", sagt Rebensburg.
Die einstige Riesenslalom-Spezialistin kann gut nachempfinden, was Shiffrin in Killington widerfuhr. "Als ich in Garmisch in meinem letzten Rennen gestürzt bin, bin ich weit unten mit dem Schienbein gegen eine Stange geprallt. Die betroffene Stelle knapp unter dem Knie war ziemlich geschwollen, der Knochen wurde in Mitleidenschaft gezogen. Es war extrem schmerzhaft", erinnert sich die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010. Die Heilung habe sehr lange gedauert: "Noch ein, zwei Jahre nach dem Ende meiner Karriere war da ein Hügel sichtbar."
Im Riesenslalom und Slalom werde "fast jedes Tor berührt, da helfen die Protektoren und Polster natürlich", betont Rebensburg. In den Speed-Disziplinen liege die Sache anders. "In der Abfahrt verzichten viele darauf - und dann tut es weh, wenn du eine Stange bei den hohen Geschwindigkeiten touchierst." Zugunsten einer besseren Aerodynamik nehme man das als Profi aber in Kauf.

Rebensburg über Shiffrin: "Die 100 wird auf jeden Fall kommen"

Rebensburg geht fest davon aus, dass Shiffrin ihr Malheur schnell wegstecken wird. "Die 100 wird auf jeden Fall kommen. Mikaela stand immer wieder vor solchen Situationen und wusste damit sehr gut umzugehen. Erst ging es um 80 Siege, dann um den Rekord von Ingemar Stenmark, später um die 90er Marke", führt die dreimalige Gewinnerin des Riesenslalom-Weltcups aus.
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Shiffrins wilde 99! US-Amerikanerin jubelt in Gurgl

Quelle: Eurosport

Freilich lasse es sich bei bislang 99 Siegen "nicht verhindern, dass das Thema aufkommt. Allein schon deshalb, weil Mikaela immer wieder darauf angesprochen wird. Jeder hat gedacht, dass sie beim Heim-Weltcup in Killington die 100 klarmacht - und dann passiert dieser Sturz. Ich war nicht vor Ort dabei und habe die Atmosphäre nicht erlebt, aber natürlich macht so ein Meilenstein etwas mit dir. Die Tatsache, dass es noch nicht funktioniert hat, zeigt doch die menschliche Seite von Mikaela", glaubt Rebensburg.

Shiffrin-Ausfall auch eine Chance für Rivalinnen

Wann Shiffrin in den Weltcup-Zirkus zurückkehren kann, ist offen. Auswirkungen auf die Konkurrenz hat der Ausfall jetzt schon.
Er stelle "auch eine Chance für die Rivalinnen dar". Das bedeute keineswegs, "dass es unter den Athletinnen an Mitgefühl und Respekt mangelt. Das Gegenteil ist der Fall. Sportlich betrachtet geht im Hinblick auf Siege oder Podestplätze aber eine Tür auf, und diese Chance gilt es zu nutzen", erklärt Rebensburg.
Wohl wahr, denn wenn Shiffrin wieder mitmischt, wird auch sie sofort ihre Chance suchen und die 100 erneut ins Visier nehmen.
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Shiffrin setzt im 1. Durchgang die Bestzeit

Quelle: Eurosport


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