Olympia 2026: Franjo von Allmen holt zweites Gold in der Team-Kombi und schlägt Marco Odermatt trotz "falschem" Partner
VonThomas Gaber
Update 10/02/2026 um 07:46 GMT+1 Uhr
Der Alpin-Star der Olympischen Spiele 2026 heißt Franjo von Allmen - zumindest nach den ersten drei Wettbewerben. Nach Gold in der Abfahrt hat der 24-Jährige auch die Team-Kombination gewonnen. Dabei erhielt von Allmen mit Tanguy Nef den "falschen" Partner, sein Weltmeister-Buddy Loïc Meillard trat diesmal gemeinsam von Marco Odermatt an. Doch das vermeintlich unschlagbare Duo holte "nur" Silber.
Highlights: Schweizer Festspiele in der Team-Kombination
Quelle: Eurosport
Marco Odermatt blies im Zielraum mehrfach die Backen auf und wippte von einem Bein aufs andere. Getarnt mit einer stylishen dunklen Sonnenbrille fiebert der alpine Superstar dem Lauf seines Teamkollegen Loïc Meillard entgegen.
"Ich war unglaublich nervös vor Loics Lauf und hätte fast Fingernägel gekaut", verriet Odermatt dem Schweizer TV-Sender "SRF".
Odermatt hatte seinem Partner in der Team-Kombi mit Platz drei in der Abfahrt eine gute Ausgangslage verschafft für den entscheidenden Slalomlauf.
Doch Meillard wusste die Steilvorlage nicht zu nutzen. Der beste Schweizer Slalomfahrer dieser Saison kam mit dem flachen Gelände nicht zurecht und verlor auf seinen entfesselt fahrenden Landsmann Tanguy Nef 1,13 Sekunden. Mit 99 Hundertstel Rückstand leuchtete wenigstens die "2" auf - zeitgleich mit dem Österreicher-Duo Vincent Kriechmayr und Manuel Feller.
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Von vier auf eins! Die dramatische Entscheidung in der Team-Kombi
Quelle: Eurosport
Odermatt hat diesmal das Glück auf seiner Seite
Weil im Anschluss Daniel Yule und Alex Vinatzer viel Zeit verloren auf der immer weicher werdenden Piste, reichte es für Odermatt und Meillard immerhin zu Silber.
"Es ist megaschön, vor allem nach Platz vier in der Abfahrt, als zum Podest nur wenig fehlte. Nun haben wir das Glück wieder aufgebraucht und hatten die Hundertstel definitiv auf unserer Seite", sagte Odermatt im "SRF". Auf Rang vier (Raphael Haaser und Michael Matt aus Österreich) hatten Odermatt und Meillard lediglich vier Hundertstel Vorsprung.
- Zum Nachlesen: So lief die Team-Kombination in Bormio
- Olympia 2026: Zeitplan und Ergebnisse Ski alpin
Für Odermatt ist es die erste Medaille in der Team-Kombination. Bei der WM 2025 in Saalbach hatte er noch verzichtet, weil er sich lieber auf seine Paradedisziplin Riesenslalom vorbereiten wollte.
Vor einem Jahr war Meillard an der Seite von Franjo von Allmen Weltmeister geworden. Dass die "Ehe" in Bormio geschieden wurde, lag an einer Entscheidung des Schweizer Cheftrainers Tom Stauffer. Der hatte vor Beginn der Spiele angeordnet, dass die jeweils besten Fahrer in der Disziplinenwertung des Weltcups bei Olympia ein Team bilden werden. Infolgedessen wurden von Allmen und Meillard auseinandergerissen.
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Unglaublich! Feller fährt mit Traumlauf Medaille ein
Quelle: Eurosport
Odermatt stellte Meillard die Vertrauensfrage
"Für mich ist das voll ok", hatte von Allmen nach Bekanntwerden der Entscheidung verkündet. Und doch wäre beinahe alles anders gekommen. Wie Swiss Ski-Sport-CEO Walter Reusser im Gespräch mit dem "Blick" verriet, stellte Odermatt Meillard nach seinem vierten Platz in der Abfahrt die Vertrauensfrage.
"Wenn Loïc gesagt hätte, dass er lieber mit von Allmen fahren würde, wäre Marco zurückgestanden. Das zeigt einmal mehr, was für ein sensationeller Team-Player Odi ist und wie gut der Spirit in unserer Mannschaft ist", so Reusser.
Meillard entschied sich für Odermatt - und verhalf von Allmen so zum zweiten Gold. Denn nicht Meillard war der Star im Stangenwald, sondern von Allmens "falscher Partner" Tanguy Nef, der bei der WM 2025 an der Seite von Alexis Monney Silber gewonnen hatte.
Nef brannte als viertletzter Fahrer Laufbestzeit in den Schnee und hatte damit den Löwenanteil am nächsten Schweizer Olympiasieg bei den Alpinen.
Von Allmen: "Ich schulde Tanguy viel"
"Ich schulde Tanguy viel", sagte von Allmen bei Eurosport, "es war unglaublich, wie er da runtergefahren ist, das hat so einfach ausgesehen. Es war ja nicht so, dass ich ihm eine Sekunde Vorsprung mitgegeben habe, sondern eine halbe Sekunde Rückstand. Ich hatte hinten raus müde Beine in der Abfahrt."
Der Sieg in der Team-Kombi bedeutet für von Allmen, der als erster Schweizer Skifahrer Doppel-Olympiasieger wurde, eine Menge. "Die Emotionen sind anders als bei einem Einzelrennen. Man fährt im Team und will den Kollegen nicht hängen lassen. Das ist ganz besonders und wunderschön", so der 24-Jährige.
Wie von Allmen hat auch Nef bei seiner ersten Olympia-Teilnahme zugeschlagen. "Olympiasieger - das klingt verrückt. Ich habe mein ganzes Leben für diesen Moment gearbeitet. Franjo und ich hatten einen guten Plan: all or Nefing (in Anlehnung an all or nothing, d. Red.). Es war alles oder nichts und es hat geklappt. Wir ware heute die Stärksten im Kopf", sagte Nef.
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Von Allmen zu Team-Gold: "Schulde Tanguy viel"
Quelle: Eurosport
Von Allmen auf dem Weg zum Superstar
Während Odermatt in den ersten zwei Wettbewerben "nur" Silber gewann, ist von Allmen auf dem besten Weg, der Superstar der Spiele zu werden.
"Zweimal Gold ist Wahnsinn, aber es kommt ja noch ein Rennen für mich", blickte er bereits auf den Super-G kommenden Mittwoch (11:30 Uhr live bei Eurosport und HBO Max) voraus.
In der Abfahrt war er nicht zu schlagen, in der Team-Kombi profitierte er davon, dass sich Odermatt den an diesem Tag schwächeren Slalomfahrer aussuchte.
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Straßer und Jocher schwärmen von Team-Kombination: "Birgt Spannung"
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