Olympia 2026 - Ski: Pinheiro Braathen schreibt Geschichte für Brasilien - Odermatt holt Silber im Riesenslalom
VonFelix Mattis
Update 14/02/2026 um 19:24 GMT+1 Uhr
Lucas Pinheiro Braathen hat Olympia-Geschichte geschrieben. Der 25-Jährige gewann als erster Sportler für Brasilien eine Medaille bei Winterspielen - und dann auch noch Gold. Der 25-Jährige entschied im Schneetreiben von Bormio den Riesenslalom vor Marco Odermatt (+ 0,58 Sekunden) und dessen Schweizer Landsmann Loic Meillard (+ 1,17) für sich. Alexander Schmid (+ 2,48) kam auf den 13. Platz.
Highlights: Braathen schreibt Olympia-Geschichte
Quelle: Eurosport
Den Grundstein für seinen Olympiasieg hatte Pinheiro Braathen im ersten Durchgang gelegt. Dort war er nach einem Traumlauf als erster Starter mit Abstand der Schnellste und verwies Odermatt bereits um 0,95 Sekunden auf den zweiten Platz.
Der Schweizer holte im zweiten Lauf dann zwar im oberen Drittel des Hanges auf der Stelvio rund drei Zehntelsekunden auf und weckte bei seinen Fans Erinnerungen an Schladming 2024, wo er trotz eines Rückstands von 0,98 Sekunden auf Manuel Feller noch knapp gewonnen hatte. Doch Pinheiro Braathen kam im unteren Teil des zweiten Laufes wieder besser in Fahrt, hielt dagegen und feierte einen deutlichen Sieg.
"Die Emotionen sind so groß in diesem Moment. Ich kann nicht ausdrücken, was ich in meinem Herzen fühle. Ich bin so stolz, so dankbar für meine Familie, meine Freunde, meine Mannschaft", strahlte der Olympiasieger im Gespräch mit dem ORF. "Brasilien hat mir so viel geholfen, das oberste Treppchen auf dem Podest zu erreichen. Dass wir diese historische Geschichte zusammen schreiben können, bedeutet mir alles."
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Lucas Pinheiro Braathen präsentiert seine Goldmedaille bei Olympia 2026 im Riesenslalom
Fotocredit: Getty Images
Es war für den in Norwegen geborenen Brasilianer der erste Sieg in einem Riesentorlauf, seit er seine Sportler-Nationalität vor der Saison 2024/25 gewechselt hat. Zuletzt stand er in dieser Disziplin im Dezember 2022 in Alta Badia auf dem Weltcup-Podium ganz oben, damals noch für Norwegen. Diesen Winter wurde Pinheiro Braathen drei Mal in Folge Zweiter im Riesenslalom. In Bormio platzte der Knoten genau zum richtigen Zeitpunkt: bei den Olympischen Spielen.
Odermatt verlässt Olympia 2026 ohne Goldmedaille
Für Titelverteidiger Odermatt galt das Gegenteil: Der Dominator feierte drei Siege in dieser Riesenslalom-Saison, musste sich ausgerechnet bei Olympia nun aber geschlagen geben. Odermatt verlässt die Olympischen Spiele 2026 schließlich ohne Goldmedaille, nachdem er Vierter in der Abfahrt, Dritter in der Team-Kombination und Zweiter im Super-G sowie im Riesenslalom geworden ist.
Mit Thomas Tumler (+ 1,45) kam der dritte Schweizer auf den vierten Platz am Fuße der Stelvio-Piste. Fünfter wurde Atle Lie McGrath (+ 1,82) aus Norwegen.
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Pure Emotionen: Braathen kämpft bei Hymne mit den Tränen
Quelle: Eurosport
Pinheiro nach Streit mit Norwegen zurück
Am 27. Oktober 2023 hatte Pinheiro Braathen zwei Tage vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden nach einem Ausrüster-Streit mit dem norwegischen Skiverband seinen Rücktritt erklärt.
Genau ein Jahr später kehrte er an gleicher Stelle für den brasilianischen Verband zurück, der im Skirennsport bislang keine Rolle spielte. Überhaupt schickt Brasilien erst seit 1992 Athletinnen und Athleten zu Olympischen Winterspielen - Medaillen gab es bislang keine, nun aber gleich Gold. Im Zielraum ließ Pinheiro Braathen seinen gefühlen freien Lauf:
Dass ich heute olympisches Gold gewonnen habe, ist nur ein Resultat meines wirklichen Zieles: Ich möchte authentisch sein und ich will Skifahren als der Mensch, der ich bin. Ich hoffe, dass zu Hause alle diesen Moment gesehen haben, jetzt wissen, dass alles möglich ist. Es ist nicht wichtig, welche Hautfarbe du hast, wo du herkommst welche Sprache du sprichst oder welche Kultur du hast. Ich hoffe, ich kann die nächste Generation inspirieren, ihren Träumen zu folgen.
- Das Ergebnis des Riesenslaloms bei Olympia 2026
- Zum Nachlesen: So lief der Riesenslalom bei Olympia 2026
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Dopfer analysiert den historischen Goldlauf von Pinheiro Braathen
Quelle: Eurosport
Aus deutscher Sicht verlief das Rennen durchwachsen: Der im ersten Lauf noch auf Rang zehn gefahrene Fabian Gratz schied im zweiten Durchgang früh aus.
Dafür aber verbesserte sich Schmid vom 20. Rang aus Lauf eins im dichten Schneetreiben des zweiten Durchgangs deutlich und schaffte mit der drittbesten Laufzeit den Sprung auf Platz 13. Anton Grammel behielt seinen 15. Platz, den er auch im ersten Lauf bereits belegt hatte.
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Exklusiv: Odermatt mit Silber auch "sehr, sehr zufrieden"
Quelle: Eurosport
"Ich bin sehr, sehr zufrieden. Ich hätte das echt nicht gedacht, mit dieser Vorbereitung, dass ich dann doch so locker und konzentriert und fokussiert am Start stehe und genau weiß, was ich zu tun habe", freute sich Schmid am Eurosport-Mikrofon über seine Leistung. "Ich habe auf mich vertraut und im zweiten Durchgang einen wirklich soliden Lauf gesetzt. Ich bin abartig zufrieden." Der Allgäuer hatte sich Mitte Januar einen Haarriss im Sprunggelenk zugezogen.
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"Sensationelle Fahrt!" Schmid holt im zweiten Durchgang auf
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Im ersten Lauf hatte, da noch ohne Niederschlag, Pinheiro Braathen gleich mit Startnummer 1 die mit Abstand beste Fahrt auf den Hang gezaubert und den Grundstein für die Goldmedaille gelegt. Ganze 0,95 Sekunden war er dort schneller als Odermatt und 1,57 Sekunden als dessen Schweizer Landsmann Loic Meillard auf Rang drei.
"Mein Gefühl war nicht überall perfekt, aber gleichzeitig auch nicht zu schlecht. Lucas war einfach nur viel besser als wir alle", zog Odermatt da bereits den Hut vor seinem Kontrahenten.
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Splitscreen-Vergleich: Pinheiro Braathen und Odermatt im ersten Lauf
Quelle: Eurosport
- Ergebnisse und Termine: Der Zeitplan im Ski Alpin bei Olympia 2026
Niemand kam auch nur annähernd so gut wie der Brasilianer mit dem vom slowenischen Trainer Miha Verdnik gesteckten Kurs im ersten Durchgang zurecht. Entscheidend war gleich nach dem Start-Steilhang am Pietro-Sprung der berühmten Stelvio-Piste der Übergang ins erste Flachstück.
Dort waren viele der früh gestarteten Mitfavoriten mit ihrem Schwung zu spät dran, mussten dadurch nach den Toren zu lange drücken, wurden zu weit und verloren viel Geschwindigkeit sowie Zeit.
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"Danke, Legende!" Pinheiro Braathen von Tomba überrascht
Quelle: Eurosport
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