Olympia 2026: Pleite für Österreich in der Abfahrt auf der Stelvio - Olympia-Fluch für Vincent Kriechmayr hält an

Für Österreichs Abfahrer endete die Olympia-Abfahrt in Bormio mit einer Enttäuschung. Vincent Kriechmayr war auf Rang sechs noch der Beste aus dem rot-weiß-roten Team. Die Durststrecke in der Königsdisziplin geht auch beim Saison-Highlight weiter - der letzte Abfahrtssieg eines Österreichers liegt bald drei Jahre zurück. Der Zustand des Abfahrtsteams ist alamierend, doch der Boss bleibt gelassen.

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Am Ende bekam Vincent Kriechmayr sogar noch körperliche Schmerzen. Unmittelbar nach Beendigung seines Interviews im "ORF" schlug sich der Österreicher beim Verlassen des TV-Podiums seine Ski an den Kopf.
Es war ein gebrauchter Tag für Österreichs besten Abfahrer des letzten Jahrzehnts und die größte rot-weiß-rote Hoffnung auf Edelmetall in der Königsdisziplin beim Sieg von Franjo von Allmen.
Exakt 27 Hundertstel fehlten dem "Vinc" auf Bronze, nach einem Fehler in der Traverse war er nahezu chancenlos. "In der Traverse bin ich zu tief geworden. Dann fehlt dir im Mittelteil die Geschwindigkeit und ich krieg' in dem Teil sechs Zehntel. Schade, ich habe mir es sicher anders vorgenommen, aber es war schlussendlich zu wenig", sagte Kriechmayr im "ORF".
Österreichs Skilegende Franz Klammer, Abfahrts-Olympiasieger 1976, erklärte im Gespräch mit der Zeitung "Krone", dass "der Vinc an der falschen Stelle einen Fehler gemacht hat. Und wenn du eine Medaille holen willst, sind Fehler verboten."
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Kriechmayr konsterniert: "... dann würde ich jetzt lachen"

Mit zwei WM-Titeln und 19 Weltcupsiegen, davon neun in der Abfahrt, gehört Kriechmayr zur Beletage der Abfahrer in den letzten zehn Jahren. Nur bei Olympia will es einfach nicht klappen, der 34-Jährige muss weiter auf seine erste olympische Medaille warten.
"Es hätte alles gepasst, die Leute haben sich im Hintergrund den Allerwertesten aufgerissen. Man muss es halt auch auf den Punkt bringen, und das ist mir bei der einen Kurve nicht gelungen", konstatierte Kriechmayr und ergänzte: "Ich hätte nur besser fahren müssen, dann würde ich jetzt lachen."
Die Freude verging auch den restlichen Österreichern. Raphael Haaser (15.) und Stefan Babinsky (26.) waren schon im Vorfeld quasi chancenlos und Daniel Hemetsberger war nach seinem blutigen Sturz im zweiten Trainingslauf am Donnerstag schon heilfroh, die berüchtigte Stelvio schadlos überstanden zu haben.
"Ich hätte gerne eine Medaille gehabt, aber man muss realistisch sein. Nach dem, was die letzten Tage passiert ist, muss ich froh sein, dass ich fahren konnte. "Recht viele haut es nicht so auf die Pappn und dann fahren sie noch. Der Haxn hat nicht weh getan, nur die Augen waren ein bisschen geschwollen. Ich habe alles reingehauen, was ich hatte, ich war am Limit", sagte der Siebtplatzierte (+0,97 s).
Sein Olympia-Fazit fiel positiv aus. "Für mich bin ich zufrieden. Daheim werde ich sehen, dass das noch viel mehr wert war. Ich hatte meinen Olympia-Moment", so Hemetsberger.
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Österreichs Cheftrainer sieht Licht am Ende des Tunnels

Die Krise der österreichischen Abfahrer konnte aber auch die ambitionierte Fahrt des 34-Jährigen nicht aufhalten. Der letzte Sieg datiert vom 15. März 2023, als Kriechmayr die Weltcupabfahrt in Soldeu gewann.
In Kitzbühel erlebte die erfolgsverwöhnte Nation in diesem Jahr ein historisches Debakel, als erstmals kein Fahrer in den Top Ten landete. Und bei der Generalprobe in Crans-Montana war Hemetsberger als 14. bester Österreicher.
Der Zustand des Abfahrtsteams sei so zu akzeptieren, erklärte Cheftrainer Marko Pfeifer nach der Olympia-Pleite. "Das ist eine Dauerschleife, darüber können wir ewig reden. Wir wissen, was wir zu tun haben, können das aber nicht kurzfristig ändern. Wir haben vor Jahren erkannt, dass da ein Riesenloch ist", so Pfeifer im "ORF". Mit Stefan Eichberger fehlte in Bormio zudem die aussichtsreichste Aktie wegen eines Kreuzbandrisses.
Langfristig sieht Pfeifer Licht am Ende des Tunnels. "Wenn man auf die Jahrgänge 2008/2009 schaut, dominieren wir. Es wird gearbeitet, aber bis zur Weltspitze dauert es. Wir werden mit den Athleten, die wir zur Verfügung haben, geduldig weiterarbeiten."

Letzte Olympia-Chance für Kriechmayr?

Im nächsten olympischen Speedrennen stehen die Chancen auf eine Medaille für Österreich besser als in der Abfahrt.
Mit Kriechmayr (Beaver Creek) und Marco Schwarz (Livigno) konnten sich zwei Läufer in dieser Saison in die Super-G-Siegerliste eintragen und in der Weltcupwertung liegen mit Kriechmayr, Babinsky und Haaser drei Österreicher hinter Marco Odermatt (Schweiz) auf den Plätzen zwei bis vier.
Für den 34-jährigen Kriechmayr könnte es am Mittwoch (ab 11:30 Uhr bei Eurosport und HBO Max) die letzte Gelegenheit sein, seinen Traum von einer olympischen Medaille doch noch zu erfüllen.
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