Olympia 2026 - Ski alpin: Schweizer Speed-Läuferinnen um Suter weit weg von der Spitze - "Dann sind wir in der Scheiße"
VonThomas Gaber
Publiziert 13/02/2026 um 11:09 GMT+1 Uhr
Während die Schweizer Männer, allen voran Dreifach-Olympiasieger Franjo von Allmen, bei Olympia 2026 abräumen, erleben die Speed-Läuferinnen ein Debakel. In der Abfahrt war Corinne Suter als 14. beste Schweizerin, im Super-G Malorie Blanc auf Rang zehn. Die Zeitrückstände auf die Spitze sind immens, für manche Schweizer Medien gar "beschämend". Die Verantwortlichen reden jetzt Klartext.
Corinne Suter belegte in Abfahrt und Super-G die Ränge 14 und elf
Fotocredit: Getty Images
"Es ist nicht das, was wir erhofft haben", sagte der Schweizer Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor. Überraschend kommen die schwachen Resultate jedoch nicht. Außer dem Überraschungssieg von Blanc im Super-G von Crans-Montana gab es für die Speed-Frauen in dieser Weltcupsaison keinen weiteren Podestplatz.
Nach dem olympischen Super-G sprach Walter Reusser, Co-CEO des Schweizer Skiverbandes, Klartext: "Die Zeitmessung läuft hier nicht langsamer, nur weil wir es wollen. Wir haben es in Super-G und Abfahrt nicht hinbekommen, das ist sehr enttäuschend."
Mit den verletzten Lara Gut-Behrami (34) und Michelle Gisin (32) werden zwei Stars bei Olympia schmerzlich vermisst, zudem hatten Suter (31) nach einem Fußbruch und Jasmine Flury (32) nach einem Knorpelschaden im Knie eine schwierige Vorbereitung auf die Spiele.
"Wenn sich zwei oder drei Top-Shots verletzen, sind wir in der Scheiße", stellte Reusser fest. Als Ausrede will der Co-Chef das Verletzungspech aber nicht gelten lassen: "Wir haben talentierte Läuferinnen, aber sie haben nicht die Leistung gebracht, die wir uns erhofft haben."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/02/12/image-cbe442a3-01c1-4f33-b643-0d9f6fd72e23-85-2560-1440.jpeg)
Große Emotionen: Brignone bekommt ihre Goldmedaille
Quelle: Eurosport
"Können die Talente nicht aus dem Hosensack zaubern"
Blanc (22) zahlte auf der schwierigen Tofana Lehrgeld, Delia Durrer (23) und Janine Schmitt (25) stagnieren. Das Kernproblem liegt aber tiefer: Im Schweizer Speed-Team fehlt es am Mittelbau, im Altersegment zwischen 25 und 30 klafft eine größe Lücke.
"Wir können sie nicht aus dem Hosensack zaubern", sagte Reusser und sparte nicht mit Kritik an der Ausbildung der Fahrerinnen: "Die Lücke entstand nicht heute oder im letzten Sommer, sondern früher. Man hat viele kaputtgemacht, sie verheizt. Jetzt bluten wir dafür."
Konkret meint Reusser, dass viele Schweizer Nachwuchsläuferinnen zu früh in den Weltcup geworfen wurden, obwohl sie körperlich und mental noch nicht bereit waren. "Es fehlte ein sauberer Karriereplan. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen", so Reusser.
Gute Medaillenchancen in den technischen Disziplinen
Cheftrainer Tschuor mahnt zu mehr Geduld - auch bei der hochtalentierten Blanc, die im Speed der etwa gleichalten Deutschen Emma Aicher nacheifert.
"Was bringt es, wenn wir ihr Druck ohne Ende machen, sie damit nicht umgehen kann und im Netz landen? Wenn ich die Schraube jedes Mal anziehe, gewinnen wir gar nichts", meinte Tschuor.
Deutlich besser sieht es technischen Disziplinen aus: Camille Rast (25) gehört in Riesenslalom und Slalom zu den Favoritinnen.
Auch Wendy Holdener (32), die im Kombi-Slalom überzeugte, kann eine Medaille gewinnen.
Das könnte Dich auch interessieren: Von Allmen glänzt golden: Vom Schattenmann zum Herr der Ringe
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/02/12/image-77a984f1-5a20-4fec-b87e-9cbddeba79fb-85-2560-1440.png)
"Wirklich bemerkenswert": Lechner analysiert Brignones Gold-Fahrt
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung