Olympia 2026: Franjo von Allmen tritt aus dem Schatten von Marco Odermatt - mit drei Goldmedaillen zum Herrn der Ringe

Der Superstar von Olympia 2026 steht bereits vor der Halbzeit der Winterspiele fest: Drei Goldmedaillen in drei Wettbewerben katapultieren Franjo von Allmen in eine historische Liga, in der zuvor nur Toni Sailer und Jean-Claude Killy unterwegs waren. Dieses Kapitel schien für seinen Schweizer Teamkollegen Marco Odermatt reserviert - doch von Allmen schrieb das Drehbuch in Bormio kurzerhand um.

Highlights: Von Allmen wie Urgewalt - Überraschung auf Platz zwei

Quelle: Eurosport

Drei Goldmedaillen bei einer einzigen Ausgabe der Olympischen Spiele: Das war bei Winterspielen lange Zeit ein exklusiver Klub, dem nur Toni Sailer (1956 in Cortina d'Ampezzo) und Jean-Claude Killy (1968 in Grenoble) sowie Janica Kostelic (2002 in Salt Lake City) angehörten.
Nun steht mit Franjo von Allmen ein weiterer Rennläufer in dieser historischen Reihe. Mehr noch: Als erster Athlet überhaupt gewann er bei Olympia das Speed-Double aus Abfahrt und Super-G.
Und auch aus Schweizer Sicht schrieb der 24-Jährige Geschichte, denn noch nie zuvor holte ein Eidgenosse olympisches Gold im Super-G.
Diese Rekorde krönen den kometenhaften Aufstieg des neuen Superstars am Ski-Himmel - und machen deutlich, was von Allmen bereits in jungen Jahren zu einem der Größten seiner Zunft macht.
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Von Allmen nach Super-G-Gold: "War im Ziel sicher, dass es nicht reicht"

Quelle: Eurosport

Von Allmen im Schatten von Großmeister Odermatt

Von Allmen wurde früh als Ausnahmetalent wahrgenommen. Sein Weg an die Spitze verlief rasant. 2022 holte er drei Silbermedaillen bei der Junioren-WM, sein Weltcup-Debüt folgte im März 2023 - damals noch im Schatten von Großmeister Marco Odermatt, seines Zeichens Olympiasieger, Weltmeister und Dominator im alpinen Ski-Weltcup.
Doch schon früh deutete vieles darauf hin, dass von Allmen vor allem dann zulegt, wenn die Bühne größer wird. Sinnbildlich dafür sein erster Weltcup-Sieg im Januar 2025 am Lauberhorn in Wengen, dem heiligen Gral des Schweizer Skisports.
Spätestens der Weltmeistertitel in der Abfahrt wenige Wochen später in Saalbach-Hinterglemm bestätigte den Eindruck: von Allmen ist kein Mann für die Statistik, sondern für die ganz großen Rennen. In ihm schlummert viel mehr Potenzial, als nur die Rolle des Lehrlings von Odermatt.
Genau dieser Odermatt, zu diesem Zeitpunkt Boss im bärenstarken Team der Eidgenossen, pushte von Allmen in packenden Duellen zu Höchstleistungen.
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Marco Odermatt hat einen großen Anteil am Erfolg von Franjo von Allmen.

Fotocredit: Getty Images

Von Allmen: Bodenständiger Strahlemann im Ski-Zirkus

Sein sportlicher Höhenflug in diesem Winter begründet sich auch auf seiner Persönlichkeit. Gelassenheit, Lockerheit und eine bemerkenswerte Bodenständigkeit prägen den heutigen dreifachen Olympiasieger.
Diese Bodenständigkeit ist eine der vielen Parallelen zu Olympiasieger und Weltmeister Beat Feuz, ebenfalls gelernter Handwerker, dessen Karriere von ähnlichen Werten getragen war.
Von Allmen schwingt als gelernter Zimmermann im Sommer auf Baustellen gelegentlich noch den Hammer. Eben diese handfeste Arbeit spiegelt seine Lockerheit wider, die ihm das Image des Strahlemanns im Ski-Zirkus verleiht.
Alpin-Legende Stephan Eberharter, selbst zweifacher Gesamt-Weltcupsieger und vierfacher Gewinner von olympischen Medaillen, bringt es im Gespräch mit Eurosport auf den Punkt: Von Allmen habe "immer ein Strahlen im Gesicht und ein Lächeln auf den Lippen - das ist unheimlich erfrischend".

Risiko, Intelligenz und Perfektion

Von Allmen geht ans Limit, nimmt Risiko - und wurde zuletzt dafür auch gemaßregelt. Zu wild, zu kompromisslos sei sein Fahrstil, tönten einige Experten.
Feuz, selbst in seiner aktiven Laufbahn kein Kind von Traurigkeit, was Risikobereitschaft anging, meinte noch im Dezember nach den Speed-Rennen in Gröden: "Franjo hat in den letzten Jahren nach unkontrollierten Sprüngen mehrmals großes Glück gehabt." Von Allmen müsse das Lehrbuch studieren, sonst "wird das nicht noch einmal einen ganzen Winter gutgehen".
Es ging gut. Sogar sehr gut. Von Allmens nahezu unglaubliche Erfolge zeigen: An der Weltspitze führt kein Weg an vollem Risiko vorbei. Dennoch hat es der fünffache Weltcupsieger auf dem Weg zu Olympia 2026 geschafft, seine Risikobereitschaft auf ein gesundes Level herunterzuschrauben.
Trotz seiner erst 24 Jahre gilt er als außergewöhnlich intelligenter Skifahrer. Eurosport-Experte Josef Ferstl adelte ihn in seiner Analyse nach dem olympischen Super-G als "Genie, der seine Schwünge in Perfektion zieht".
Diese Perfektion beginnt nicht erst im Steilhang, sondern schon bei der Besichtigung, der Linienwahl und der Renntaktik.
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Experte Ferstl analysiert: So holte von Allmen historisches Gold

Quelle: Eurosport

Von Allmen und das Glück des Tüchtigen

Zu großen Karrieren gehört aber auch eine Portion Glück - und von Allmen hat aktuell das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Nach dem Motto: zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Im Super-G profitierte er auf der zunehmend schlechter werdenden Stelvio von der frühen Startnummer sieben. In der Team-Kombination fuhr ihn Teamkollege Tanguy Nef mit einer hervorragenden Leistung im Slalom zu Gold.
Glück, das sich der "Herr der Ringe" der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina erarbeitet hat.
Vor wenigen Tagen noch im Schatten von Marco Odermatt ist Franjo von Allmen in Bormio zur Weltmarke aufgestiegen.
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Historischer Moment: Von Allmen bekommt drittes Olympia-Gold

Quelle: Eurosport




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