Ski-WM 2025 in Saalbach - Fazit von Wolfgang Maier zum DSV-Abschneiden: "Das Ziel haben wir klar verfehlt"
VonJan Zesewitz
Update 17/02/2025 um 10:30 GMT+1 Uhr
Mit der Bronzemedaille von Linus Straßer im Slalom am letzten Wettkampftag der WM in Saalbach endeten die Wettbewerbe für den Deutschen Skiverband (DSV) noch versöhnlich. Zufrieden sind die Verantwortlichen dennoch nicht - zwei Medaillen waren als Ziel ausgegeben, trotz einiger vielversprechender Leistungen wurde diese Vorgabe verfehlt. Im Interview zieht Alpindirektor Wolfgang Maier sein Fazit.
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"Durch die Medaille heute ist das Fazit positiver, als es gestern noch war", sagte Maier simpel. Dennoch: "Unsere Zielstellung war es, zwei Medaillen zu gewinnen. Das haben wir definitiv nicht erreicht. Wir wollten den Leistungsgedanken zeigen und das ist uns gelungen. Jetzt werden Leute sagen, wir hätten auf der letzten Rille den kleinsten Fisch aus dem Teich gezogen - aber wir haben eine Medaille für den DSV gewonnen."
Mit dem Last-Minute-Edelmetall durch Linus Straßer im Slalom verhinderte der DSV der ersten medaillenlosen WM seit Are 2007. Damals war es das Ende einer länger andauernden Durststrecke mit mehreren medaillenlosen Titelkämpfen in den 2000er Jahren. Der Skiverband befand sich damals in einer Übergangsphase aus der Ära Ertl/Seizinger hin zu den erfolgreichen Riesch/Rebensburg/Neureuther-Jahren.
Die Hoffnungsträgerin nach der WM in Saalbach heißt derweil Emma Aicher. Die beiden sechsten Plätze der 21-Jährigen in der Abfahrt und im Super-G sorgen für eine positivere Note als der reine Medaillenspiegel, was auch Maier betonte.
"Wir haben gute Ergebnisse gezeigt", sagte er am Eurosport-Mikrofon: "Wenn man die Leistungen von Emma Aicher oder Anton Grammel (Zwölfter im Riesenslalom mit Laufbestzeit, Anm. d. Red.) sieht und von dem einen oder anderen, der hier für das Team gestartet ist, dann ist es nicht so, dass wir komplett abgeschlagen sind, sondern sehr oft unter den ersten Zehn dabei waren. Es hat einfach der Punch gefehlt, auf dem Podium zu stehen, heute hat es der Linus geschafft."
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Straßer erlöst DSV: Siegerehrung im Slalom
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Die Last liegt auf den Schultern einzelner Athleten
Der 32-jährige Straßer wurde zum unfreiwilligen Retter des DSV ("Mache es für mich!"). Auffällig ist, dass der Münchner seit einigen Jahren im Slalom eine "One-Man-Show" im Zebra-Rennanzug gibt - gleiches gilt für Lena Dürr bei den Damen.
Dürr verpasste in der Team-Kombination eine weitere Medaille für den DSV, als sie die exzellente Ausgangssituation von Aicher nach der Abfahrt (2.) im Slalom nicht ins Ziel bringen konnte (17.). Nach Wut und Tränen tröstete sich die 33-Jährige mit einem Achtungserfolg im Riesenslalom (9.) und Platz acht im Slalom, wobei sie mit der Medaillenentscheidung aber nichts zu tun hatte.
"Das ganze Damen-Team hat sich im Grunde auf Lena gestützt", verteidigte Maier die Slalom-Expertin: "Man sollte jetzt nicht den Stab über ihr brechen, nur weil die Ergebnisse nicht ganz so gestimmt haben. Sie hat in den letzten Jahren immer performt, immer wieder für den Verband die Kohlen aus dem Feuer geholt." So bei Team-Bronze bei der WM in Cortina d'Ampezzo 2021, Olympia-Silber mit der Mannschaft 2022 in Peking und bei WM-Bronze im Slalom 2023 in Méribel.
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Highlights: Straßer rast beim WM-Slalom furios zu Bronze
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Auch Odermatt musste Niederlagen einstecken
Andere frühere Medaillengewinner fehlten entweder verletzt (Alexander Schmid), erkrankt (Andreas Sander) oder waren außer Form (Romed Baumann, Kira Weidle-Winkelmann).
Die Arbeit im Spitzenbereich eines Verbands ausschließlich nach Medaillen bei Großereignissen zu bewerten, ist immer nur eine Momentaufnahme, die mitunter unfair sein kann. Auf individueller Ebene musste das auch der Schweizer Marco Odermatt erfahren, der "nur" Gold im Super-G gewann und sonst leer ausging.
"Es liegt in der Natur einer solchen Weltmeisterschaft, dass die Ergebnisse nicht immer die Leistung widerspiegeln", erklärte Maier. "Auch ein Marco Odermatt, der absolute Superstar im Riesenslalom, war nicht auf dem Podium. Das sind die Gesetze der Weltmeisterschaft."
Zu dieser Wahrheit zählt auch, dass der Dominator "Odi" von Akteuren in seinem eigenen Verband bei der WM in den Schatten gestellt wurde. Die Schweizer holten insgesamt 13 Medaillen, darunter fünf goldene und ein kompletter Medaillensatz in der Team-Kombination - ganz ohne Odermatt.
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