Skihallen-Rennen? Felix Neureuther lacht über FIS-Idee: "Wo ist denn der Skisport zuhause?"
Rund um die aktuellen Diskussionen über die Zukunft des alpinen Skisports und die zukünftige Kalenderplanung hat der neue FIS-Präsident Johan Eliasch zuletzt unter anderem Rennen in Skihallen ins Gespräch gebracht. Felix Neureuther kann diesem Vorschlag nichts abgewinnen. "Wo ist denn der Skisport zuhause? In den Bergen!", quittierte er die Idee in der "ARD" mit einem ungläubigen Lächeln.
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"Und ich finde da gehört er auch hin", machte Felix Neureuther am Sonntag beim Weltcup-Auftakt in Sölden deutlich, was er von den Überlegungen des FIS-Präsidenten hält.
Anschließend stellte der 37-Jährige auch den sportlichen Wert von Skihallen-Rennen infrage: "Was hat das für einen sportlichen Anreiz in einer Skihalle Rennen durchzuführen?"
"Als Sportler willst du auf den schwierigsten Pisten, bei den schwierigsten Verhältnissen fahren, wo die Herausforderung am größten ist, aber eine Skihalle ist für einen Profi-Skifahrer ehrlich gesagt keine Herausforderung", erklärte Neureuther.
Auch das Vorhaben des Internationalen Skiverbands, ab spätestens 2023 Ende Oktober/Anfang November eine Weltcup-Abfahrt am Matterhorn auszutragen, stößt beim ehemaligen Slalom-Ass auf wenig Gegenliebe. "Erstens, die Abfahrt ist extrem lang und dies als erstes Rennen (der Saison, Anm. d. Red.) auf 4000 Metern Höhe, da geht es auch um die Gesundheit der Athleten", warnte Neureuther. Die Abfahrt hätte eine Länge von fast fünf Kilometern und wäre damit die längste Strecke im Weltcupkalender.
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Neureuther warnt: "Sonst ist kein Deutscher mehr in den Top 30"
Neureuther weiter: "Auch der Fairnessgedanke ist ein Thema, weil es dort im November sehr windig ist. Und bei den Speed-Fahrern spielt der Wind eine große Rolle."
Der Vize-Weltmeister im Slalom von 2013 stört sich zudem auch am frühen Termin. "Muss es sein, dass man im November da oben in Zermatt ein Gletscherrennen fährt? Die Abfahrer müssen sich deutlich früher und länger vorbereiten", erklärte Neureuther. Ein früherer Saisonstart bedeutet automatisch einen früheren Trainingsstart im Sommer.
"Wir Deutschen haben nicht diese Berge, wo wir im Sommer trainieren könnten. Man muss einen extrem hohen Aufwand betreiben, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Den muss man auch machen, sonst hat man keine Chance. Und dann stehen wir hier und auf einmal ist kein Deutscher mehr unter den Top 30 oder überhaupt mehr am Start. Das sollte nicht die Zukunft sein", warnte der Garmisch-Partenkirchener zugleich vor möglichen Folgen.
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Auch Paris und Feuz kritisieren Matterhorn-Rennen
Neureuther erklärte weiter: "Man muss schauen, dass man den Skisport so gestaltet, dass man es auch anderen Nationen, die jetzt nicht das Glück haben, Schweizer oder Österreicher zu sein oder wo die Rahmenbedingungen einfach vorhanden sind, ermöglichen kann, konkurrenzfähig zu sein."
Mit seiner Kritik ist Neureuther, der im Vorfeld bereits den Weltcup-Auftakt am Rettenbachferner-Gletscher in Sölden hinterfragte, nicht alleine. Auch aktive Ski-Stars wie der dreimalige Kitzbühel-Sieger Dominik Paris und der WM-Dritte von Cortina d'Ampezzo, Beat Feuz, hatten an einem so frühen Speed-Saisonauftakt am Matterhorn Bedenken geäußert.
In diesem Winter beginnt die Saison für die Speed-Männer mit den Rennen vom 26. bis 28. November im kanadischen Lake Louise. Eine Woche (3. bis 5. Dezember) später steigen dort auch die schnellen Damen in die Olympia-Saison ein.
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