Swiss-Ski-Boss Urs Lehmann macht Ansage im Kalender-Streit: "Gleichheit muss hergestellt werden"
Der Präsident des Schweizer Ski-Verbandes, Urs Lehmann, hat sich in die Debatte um die Ungleichverteilung von Technik- und Speed-Rennen im Weltcupkalender der FIS eingeschaltet und eine Gleichstellung der Rennen gefordert. "Künftig muss im Kalender eine Gleichheit zwischen Speed- und Technik-Wettkämpfen hergestellt werden", sagte Lehmann der Schweizer Zeitung "Blick".
Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann fordert eine Gleichstellung von Technik- und Speed-Rennen im Weltcupkalender
Fotocredit: Getty Images
Urs Lehmann sagte zur aktuellen Situation im Ski-Weltcup: "Für reine Speed-Fahrer ist es aktuell kaum möglich, den Gesamtweltcup zu gewinnen. Das ist mehr als unglücklich."
"Wir von Swiss-Ski haben bereits vor zwei Jahren in einer FIS-Arbeitsgruppe einen Ansatz vorgestellt, wie der Weltcup-Kalender ausgeglichener gestaltet werden sollte", sagte Lehmann. Damals hätten alle abgenickt, doch "passiert ist nichts Nachhaltiges. Das ist für mich nicht nachvollziehbar", kritisierte der 51-Jährige den Internationalen Skiverband.
Lehmann lieferte auch gleich eine Beispielrechnung, wie der Weltcupkalender zukünftig aussehen könnte: "Angenommen, es könnten 44 Rennen pro Winter durchgeführt werden. Vier davon sind Kombinationen, vier Parallel-Rennen. Dann bleiben 36, womit sich für jede Hauptdisziplin neun Wettkämpfe ergeben."
Im Entwurf für den Rennkalender in der kommenden Saison ist von solchen Überlegungen noch nicht viel zu sehen - im Gegenteil. Im provisorischen Kalender für die Saison 2021/2022 sind bei den Frauen 22 Technik-Rennen (9 Slaloms, 9 Riesenslaloms, 4 Parallelrennen), aber nur 13 Speed-Veranstaltungen (8 Abfahrten, 5 Super-Gs) geplant. Zusätzlich sollen drei Kombinationen ausgetragen werden.
Gut-Behrami schießt gegen FIS: "Fairness ist etwas anderes"
Auch im Männer-Kalender finden deutlich mehr Technik-Rennen als Speed-Wettbewerbe statt. Da bekanntlich bei allen Rennen die gleiche Anzahl an Punkten vergeben wird, haben die Technikerinnen und Techniker im Kampf um den Gesamtweltcup einen klaren Vorteil.
Dies hatte am Rande des Saisonfinales Mitte März in Lenzerheide der FIS heftige Kritik von einigen Athletinnen eingebracht. Lara Gut-Behrami, Gewinnerin des Super-G-Weltcups, sagte dem "Blick" damals: "Fairness ist etwas anderes."
Und weiter: "Es wäre nicht schlecht, wenn die FIS vielleicht irgendwann einmal daran denken würde, dass es gut wäre, wenn wir von Anfang an die gleiche Anzahl Rennen in jeder Disziplin hätten."
Suter ärgert sich über fehlendes Mitspracherecht
Unterstützung erhielt sie von Teamkollegin Corinne Suter. "Wenn man es nicht zustande bringt, gleich viele Abfahrten wie Riesenslaloms zu planen, gibt mir das zu denken", sagte die Die Abfahrts-Weltmeisterin von Cortina.
Zugleich kritisierte Suter das fehlende Mitspracherecht der Athletinnen: "Wir Fahrerinnen haben sowieso am wenigsten dazu zu sagen - es nützt gar nichts."
Die Kritik entbrannte in Lenzerheide nicht nur aufgrund des Kalender-Entwurfs für die kommende Saison, sondern auch weil die Speed-Rennen beim Weltcupfinale aufgrund schlechter Wetterbedingungen abgesagt werden mussten, während die Riesenslalom- und Slalom-Wettbewerbe durchgeführt werden konnten.
Die Absagen der Speed-Wettkämpfe waren einer der Gründe, warum die Entscheidungen im Gesamtweltcup bei Frauen und Männern letztendlich zugunsten von Petra Vlhovà aus der Slowakei und dem Franzosen Alexis Pinturault fielen.
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Merkwürdige Szene: Gut-Behrami schwingt nach nur drei Toren ab
Quelle: Eurosport
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