Matthias Mayer gewinnt vor Alexis Pinturault Kombination in Wengen

Der zweimalige Olympiasieger Matthias Mayer hat überraschend die alpine Kombination in Wengen gewonnen. Der 29 Jahre alte Österreicher, eigentlich reiner Speed-Spezialist, setzte sich am Lauberhorn knapp vor dem favorisierten Franzosen Alexis Pinturault (Frankreich/0,07 Sekunden zurück) durch. Dritter wurde dessen Teamkollege Victor Muffat-Jeandet (+0,67).

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"Es ist total verwirrend, zwischen zwei Slalomspezialisten auf dem Podest zu stehen", sagte Mayer verblüfft. Der neue Modus, gab der klar Schnellste nach der Abfahrt zu, habe ihm bei seinem siebten Weltcup-Sieg "natürlich geholfen". Der Führende darf seit diesem Winter im Slalom als Erster auf die frisch präparierte Piste - und muss nicht mehr wie zuvor als 30. ran.
Sein kleines Missgeschick samt Beinahe-Sturz brachte Thomas Dreßen nicht aus der Fassung. "Ihr könnt mir glauben: Ich hab's schon im Griff gehabt", sagte der beste deutsche Skirennläufer nach seinem Wackler im Ziel-S der Kombinations-Abfahrt von Wengen. Wer beim Abfahrtsklassiker am Lauberhorn am Samstag (12:30 Uhr live bei Eurosport, im Eurosport Player und im Liveticker bei Eurosport.de) ganz vorne landen wolle, müsse eben "auch mal was probieren", ergänzte Dreßen und lächelte verschmitzt.

Dreßen mit Vorfreude auf Abfahrt

Bei der Weltcup-Kombi, die überraschend der österreichische Speedspezialist Matthias Mayer gewann und Dreßen als Training nutzte, tat er genau das. "Ich habe versucht, das Ziel-S ein bisschen frecher zu fahren", sagt Dreßen, doch das war wohl zu forsch. Dreßen, bis dahin sehr gut unterwegs, geriet aus der Balance. Grundsätzlich sei die freche Linie möglich, behauptete er und lachte, aber "da musst du richtig über den Ski gehen und nicht hinten drin hängen". Im Rennen will der 26-Jährige nun "so fahren wie in den ersten beiden Trainings".
Bei seiner Abfahrtspremiere am Lauberhorn 2018 war Dreßen starker Fünfter. Die mit fast 4,5 km längste Strecke im Weltcup mit Hundschopf, Minsch-Kante, Kernen-S und Österreicher-Loch "taugt mir ganz gut", sagte der Mittenwalder, der nach seiner schweren Knieverletzung im Vorjahr im Berner Oberland gefehlt hatte. Jetzt, sagte er, sei die Vorfreude "extrem".
Überhaupt lacht sein Abfahrerherz, und das nicht nur, weil das immer mal zwickende Knie aktuell hält. Das Frühjahr ist auch die Zeit für einige der berühmtesten Rennen in der Königsdisziplin. Erst Wengen, dann in der Woche drauf die "Streif" in Kitzbühel, wo Dreßen 2018 sensationell triumphiert hatte, danach Garmisch-Partenkirchen mit der "Kandahar". "Mir machen die Klassiker brutal viel Spaß", sagte Dreßen. Daran ändert auch eine Schrecksekunde wie am Freitag nichts.

Schwerer Sturz von Sejersted

Romed Baumann erlebte gar noch einen heftigeren Schockmoment. Wie viele andere Athleten hatte er beim spektakulären Sprung über den "Hundschopf" große Probleme, der Norweger Adrian Smiseth Sejersted stürzte an der Minschkante schwer und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.
"Der Rechtsschwung davor war gerade gesetzt, da kommt man schneller hin, aber als Abfahrer musst du das im Griff haben", sagte Dreßen. Baumann, von einer Erkältung geschwächt, hielt sich gerade noch im Kurs, kurz vor dem Ziel schied er aber aus. "Ich bin nicht hundertprozentig fit, genau solche Sachen kommen dann raus", sagte er.
Als einziger Deutscher erreichte Josef Ferstl das Ziel, verzichtete nach Zwischenrang 33 aber auf den Slalom.
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