Thomas Dreßen und Josef Ferstl bei Eurosport: Diese Folgen hat die Absage der umstrittenen Matterhorn-Abfahrt
Die Saison hat noch gar nicht begonnen, da gibt es bereits den ersten großen Aufreger im Lager der Alpinen. Die extrem umstrittene und letztlich abgesagte Abfahrts-Premiere vor der Kulisse des berühmten Matterhorns in der Schweiz spaltet die Szene. Die deutschen Speed-Asse Josef Ferstl und Thomas Dreßen sind ebenfalls hin- und hergerissen, wie im Gespräch mit Eurosport deutlich wird.
Matterhorn-Absage: Ferstl findet Entscheidung nicht richtig
Quelle: Eurosport
Das erste grenzübergreifende Rennen auf der höchstgelegenen Piste der Weltcup-Historie sollte den WM-Winter mit einem Knalleffekt eröffnen.
Nun herrscht Ernüchterung in Zermatt und Cervinia, denn die große Show auf der Gran Becca fällt dem Schneemangel zum Opfer.
"Es war der richtige Schritt, das Rennen abzusagen", stellt Josef Ferstl bei Eurosport klar und nennt Gründe. "Es muss für uns Rennläufer die Sicherheit gegeben sein. Diese Abfahrt findet an einem Gletscher statt. Bei wenig Schnee hast du abseits der Piste viel Eis, dazu die Gletscherspalten und zum Teil Geröll." Daher sei es "sinnvoll", die spektakuläre Premiere auf die nächste Saison zu verschieben.
Nichtsdestotrotz sei die Absage "sehr schade", er habe eine "coole Abfahrt" erwartet, so der Super-G-Sieger von Kitzbühel 2019.
Herbe Kritik von Wasmeier: "Irrsinn" für die Athleten
Zu dieser Einschätzungen kamen allerdings nicht alle in der Szene. Der einstige Olympia-Silbermedaillenewinner Hans Knauss klassifizierte das Event als Höhepunkt des "Schwachsinns". Deutschlands Ski-Legende Markus Wasmeier befand im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen", dass es "den Athleten gegenüber ein Irrsinn" sei, die erste Abfahrt der Saison auf fast 4000 Metern Höhe zu starten.
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Dreßen exklusiv: "Matterhorn-Absage nervt"
Quelle: Eurosport
Ursprünglich war vorgesehen, in der Nähe des Klein Matterhorns auf der Gobba di Rollin zu starten. Von 3899 m über dem Meeresspiegel wäre es die vier Kilometer lange Grand-Becca-Piste hinuntergegangen ins italienische Aostatal - mit Blick auf das berühmte Matterhorn.
Dreßen bedauert Absage: "Wäre brutal wichtig gewesen"
Thomas Dreßen trauert der geplatzten Abfahrt indes hinterher. "In erster Linie hat es mich natürlich genervt, dass das Rennen nicht stattfindet. Nach der langen Zeit, in der ich kein Weltcup-Rennen bestritten habe, wäre das für mich brutal wichtig gewesen", sagt der Streif-Gewinner von 2018 im Gespräch mit Eurosport-Reporter David Marcour.
Im Februar 2021 hatte sich der Speed-Spezialist einer Operation am rechten Knie unterzogen und seitdem kein Rennen mehr absolviert. Die Olympischen Winterspiele in Peking verpasste Dreßen, umso wichtiger wird die aktuelle Saison mit den Weltmeisterschaften von Courchevel und Méribel als Höhepunkt.
Dreßen denkt positiv: "Das ist ein gutes Zeichen"
Immerhin: Dreßen hat zwei positive Aspekte des Zermatt-Ausfalls identifiziert. Zum einen sei es "ein gutes Zeichen", wenn ihn die Sache dermaßen nerve. "Dann weiß ich, dass ich vom Kopf her wieder bereit bin", erläutert der 28-Jährige.
Zum anderen kenne er die Piste von Lake Louise, wo nun das Comeback steigen soll, bereits. Das sei "natürlich besser. Für mich sogar doppelt, weil es dort schon einmal gut gelaufen ist", spielt Dreßen auf seinen Abfahrtssieg vor rund drei Jahren in Lake Louise an.
Auf die Frage, wie es nun weitergeht, hat der Mann vom Skiclub Mittenwald eine einfache Antwort: "Ich versuche, die Zeit zu nutzen, die ich durch die Absage geschenkt bekommen habe."
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Quelle: Eurosport
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