In dem am Dienstag auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichten Video sprach Johannes Hösflot Kläbo vier Stunden nach dem Rennen für sein Video-Tagebuch über den Vorfall mit Alexander Bolschunow, bei dem die beiden Superstars im Zielsprint aneinandergerieten.
Dabei brach der Stock des Russen, weshalb dieser keine Chance mehr hatte, auf den letzten Metern noch um Gold zu kämpfen. Kläbo dagegen überstand die Aktion unbeschadet und stürmte zum vermeintlichen Gold.
Sichtlich niedergeschlagen beschrieb Kläbo im Video die Szene aus seiner Sicht: "Ich fühlte mich heute gut. Ich hatte alles unter Kontrolle. Dann hat er (Bolschunow, Anm. d. Red.) mich einfach aus der Spur gedrückt und das, obwohl ich noch weit hinter ihm war. Ich habe so viel Erfahrung, wenn es zu hitzigen Sprintentscheidungen kommt. Ich habe noch nie erlebt, dass mich jemand so aus der Spur drückt. Er versucht erst gar nicht, meine Spur zu bekommen. Er versucht nur, mich zu stoppen."
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Kläbo weiter: "Er merkt, dass ich neben ihm aufkomme und will mich stoppen. Ich war schneller als er und schon neben ihm. Es ist so unfair. Ich habe versucht, mich so klein wie möglich zu machen, aber er hat sich einfach breiter gemacht. Dann hat er mich getroffen, was bei ihm zum Stockbruch führte."

Hier passiert's! Diese Szene führt zur Disqualifikation von Superstar Klaebo

Kläbo verteidigt sich: "Ich habe nichts falsch gemacht"

Aus seiner Sicht habe er nichts falsch gemacht, meinte der Norweger: "Das zeigen auch die Videos von dem Rennen."
Die FIS sah das nach Betrachtung der entscheidenden Szene allerdings anders und disqualifizierte Kläbo, der anschließend dank seiner Sprintfähigkeiten als Erster über die Ziellinie fuhr und somit sein erstes WM-Gold über 50 Kilometer gewonnen hätte. Stattdessen wurde der 24-Jährige aus der Wertung genommen.
Gold bekam somit sein Landsmann Emil Iversen, Silber ging an Alexander Bolschunow und Bronze an Simen Hegstad Krüger - ebenfalls aus Norwegen.
Für Kläbo war das ganz klar die falsche Entscheidung: "Ich bin sprachlos und sauer. Das ist der schlimmste Tag meines Lebens."

Kläbo übt scharfe Kritik an der FIS

Anschließend machte er seinem Ärger über die Jury-Entscheidung Luft und ging den Skiverband direkt an: "Ich habe die FIS satt. Wie die Probleme lösen, ist fürchterlich. Sie haben in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Es wirkt, als hätten sie Angst davor, die richtigen Entscheidungen zu treffen." Auch auf Instagram hatte er die FIS nach der Entscheidung schon heftig kritisiert.
"Und nun sitze ich hier komplett enttäuscht und ohne Medaille. Das ist scheiße. Die Welt ist brutal", ließ der dreimalige Olympiasieger von 2018 seiner Gefühlswelt freien Lauf.
Für Kläbo wäre es nicht nur der erste WM-Titel über 50km gewesen, sondern zugleich auch das vierte Gold bei den Titelkämpfen in Oberstdorf. Zuvor hatte er bereits im Sprint, Teamsprint und mit der Staffel triumphiert.

Duell der Superstars: Kläbo und Bolschunow kämpfen um Staffel-Gold

Kläbo: "Skilanglauf ist aktuell einfach nur langweilig"

Sein Ärger über das aus seiner Sicht weggenommene Gold war nach dem Rennen bei Kläbo so groß, dass er überlegte, direkt heimzufahren und das Weltcup-Finale in der Schweiz eine Woche später auszulassen. "Ich will nach Hause und etwas anderes machen als langlaufen und trainieren. Wir werden sehen, wann ich zurückkomme. Das wird vielleicht einige Zeit brauchen. Aktuell denke ich, dass Skilanglauf einfach nur langweilig ist."
Letztendlich entschied sich der Athlet aus Trondheim dann doch, am Weltcup-Finale im Engadin teilzunehmen. Dort holte er im 15km-Massenstart Platz zwei, übrigens hinter Bolschunow, der als Solist das Ziel erreichte. In der abschließenden 50km-Verfolgung verpasste Kläbo als Vierter das Podest.
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