Andreas Wellinger widerspricht norwegischen Erklärungen im Skisprung-Skandal bei der WM: "Das ist kompletter Unfug"
Update 19/03/2025 um 10:29 GMT+1 Uhr
Andreas Wellinger hat im Zuge des Anzugskandals um die norwegischen Skispringer bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim kein Verständnis für die Erklärungen von Marius Lindvik und Johann André Forfang. Die beiden Norweger waren nach dem Einzel-Wettbewerb von der Großschanze disqualifiziert worden und behaupteten im Anschluss, nichts von der Anzugmanipulation gewusst zu haben.
Ski Jumpin - Vikersund - Andreas Wellinger itw Ger
Quelle: Eurosport
"Als Skispringer merkst du sofort, wenn an deinem Anzug rumgefummelt wurde. Auch wenn dir niemand vorher was gesagt hat", meinte Wellinger im Interview mit der "Zeit". Besonders in diesem Fall, da "eine stabilisierende Naht vom Bein bis zum Schritt eingezogen wurde. Der Anzug wird dadurch deutlich unbeweglicher. Wer das nicht merkt, merkt gar nichts mehr."
Der zweimalige Olympiasieger zog dazu einen eindrücklichen Vergleich. "Ein Anzug ist elastisch wie eine Trainingshose. Aber es gibt ja auch Hosen mit einem starren Stoff, wie eine Jeans. Da spürt jeder den Unterschied", erklärte Wellinger.
Aus dem norwegischen Lager hieß es zudem, die Anzüge seien nur dieses eine Mal manipuliert worden. Aus der Sicht des Deutschen ist dies "nicht nachvollziehbar. Ich habe das Gefühl, dass die Norweger nur das zugeben, was sie nicht mehr leugnen können. Und dass sie das, was sie vertuschen können, vertuschen."
Wellinger hatte bei der WM von der Normalschanze hinter Lindvik Silber gewonnen. Der Weltverband FIS untersucht auch diesen Wettkampf. Dass er nachträglich Gold erhält, glaubt der DSV-Adler aber nicht. "Ich frage mich: Kannst du rückwirkend Ergebnisse ändern, wenn es keine Beweise gibt?", so Wellinger.
Andreas Wellinger: "Das ist kompletter Unfug"
Der 29-Jährige ist dennoch überzeugt, dass die Norweger schon länger ihre Anzüge illegal verändern. Sein Verdacht: "Eine Manipulation dieser Tragweite fällt dir kaum von heute auf morgen während einer Weltmeisterschaft ein, wenn du schon zwei Goldmedaillen gewonnen hast."
Einige ehemalige norwegische Springer wie Daniel-André Tande und Anders Jacobsen hatten in den Tagen nach dem Skandal erklärt, auch zu ihrer Zeit habe es Tricksereien gegeben - nicht nur in Norwegen.
Wellinger widersprach dieser Darstellung: "Sie sagen, dass alle schummeln würden. Das ist aber kompletter Unfug. Die Hoffnung dahinter ist wohl, dass sie die anderen Athleten beschützen, indem sie erzählen, dass das Gemauschel irgendwie dazugehört."
Es sei jedoch ein "Unterschied, ob ich mich innerhalb der Regeln bewege, oder ob ich mich über sie hinwegsetze, bewusst manipuliere und dies bestmöglich kaschiere".
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Schmitt exklusiv: "Balsam auf Wellingers Seele"
Quelle: Eurosport
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