Anders Jacobsen überrascht mit Aussagen zum Skisprung-Skandal: "Man hätte das ganze Feld disqualifizieren können"
Publiziert 11/03/2025 um 15:54 GMT+1 Uhr
Der ehemalige Skisprung-Weltmeister Anders Jacobsen hat mit seinen Aussagen zum norwegischen Anzug-Skandal für Aufsehen gesorgt. Er ist überzeugt, dass die norwegischen Springer bei der Heim-WM auf frischer Tat ertappt wurden. Gleichzeitig ist er jedoch auch der Meinung, dass bei der Weltmeisterschaft in Trondheim auch das gesamte Teilnehmerfeld hätte disqualifiziert werden können.
Highlights: Die denkwürdige Entscheidung von der Großschanze
Quelle: Eurosport
"Wenn man im heutigen Weltcup-Skispringen wirklich alle Regeln befolgt, fürchte ich, dass man es nicht in den Finaldurchgang schafft", erklärte der Team-Weltmeister von 2015.
Dabei will Anders Jacobsen den Betrug der norwegischen Mannschaft beim WM-Springen von der Großschanze keineswegs beschönigen. Gleichzeitig hält der 40-Jährige die aktuellen FIS-Regeln jedoch für übermäßig komplex.
"Schaut man sich das Regelwerk an - von der Beschaffenheit des Anzugs über Bindung, Schuhe und Ski - dann gleicht das einem Lexikon", kritisierte der Ex-Skispringer.
Besonders für die Zuschauer sei es kaum noch nachvollziehbar, welche Regeln tatsächlich gelten. "Außenstehende verstehen es nicht, und das ist völlig verständlich. Genau das sorgt aber dafür, dass sämtliche Vorschriften unterschiedlich ausgelegt werden können", betonte Jacobsen.
Jakobsen: Undurchsichtige Regeln führen zu Materialkampf
Für Jacobsen ist der Materialkampf aufgrund der undurchsichtigen Regeln längst zu einem eigenen Wettbewerb im Skispringen geworden. "Ich glaube, wenn man nicht bis an die absolute Grenze geht – und vermutlich auch darüber hinaus – wird es schwer, ein Springen zu gewinnen", betonte der Norweger.
Deshalb geht er auch davon aus, dass nicht nur das norwegische Team mit regelwidrigen Anzügen an den Start gegangen ist.
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Quelle: Eurosport
"Hätte man die Anzüge aller Nationen einer gründlichen Kontrolle unterzogen, hätte man vermutlich das gesamte Teilnehmerfeld disqualifizieren können. Und das sagt mehr über das Regelwerk aus als über alles andere", erklärte der 40-Jährige.
Jacobsen fordert FIS auf zu handeln
Nun sieht Jacobsen die FIS in der Pflicht, eindeutige und transparente Regeln zu schaffen, um jegliche Grauzonen und Schlupflöcher zu beseitigen. Denn der Vierschanzentournee-Sieger von 2006 ist überzeugt, dass nicht nur die Norweger in ihren Werkstätten bis an die Grenzen des Erlaubten tüfteln.
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"Wir haben nur eine Seite der Geschichte gesehen – von einem Team. Jedes Team hat seine eigenen Geheimnisse, aber das wissen wir nicht. Hier wurde nur Norwegen erwischt", stellte der frühere Nationalmannschaftsspringer klar und zeigte sich überrascht, wie weit Norwegen bereit war zu gehen.
"Das ist ein Risiko, das ich persönlich nicht eingegangen wäre – zumindest nicht so offensichtlich. Aber ich weiß nicht, was sie sich dabei gedacht haben oder ob das in dieser Saison schon häufiger passiert ist. So nah dran bin ich nicht."
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