Vierschanzentournee - Werner Schuster traut Andreas Wellinger zukünftig den Gesamtsieg zu: "Wäre so ein Typ"
Seit Donnerstag steht endgültig fest: Die deutschen Skisprung-Fans müssen mindestens ein weiteres Jahr auf einen Vierschanzentournee-Sieger warten. Karl Geiger wurde als bester DSV-Adler bei der 70. Auflage Gesamtvierter. Nach Einschätzung von Eurosport-Experte Werner Schuster könnte in den kommenden Jahren aber ein ganz anderer den goldenen Adler nach Deutschland holen: Andreas Wellinger.
Deutscher Tournee-Sieg: Schuster traut Wellinger den großen Coup zu
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"Andreas Wellinger wäre so ein Typ, der die Tournee mal gewinnen könnte", sagte Werner Schuster am Donnerstag nach dem letzten Springen in Bischofshofen, bei dem sich Ryoyu Kobayashi seinen zweiten Gesamtsieg sicherte.
"Das war mal meine Theorie vor ein paar Jahren", ergänzte Schuster: "Klingt jetzt natürlich ein bisschen komisch, weil er recht weit weg ist. Aber er hatte mal eine Saison, wo er mit Kamil Stoch und Stefan Kraft immer Erster, Zweiter, Dritter wurde."
Das war 2016/2017, als Wellinger Vierter im Gesamtweltcup und Dritter bei der Raw Air wurde, dazu holte er drei WM-Medaillen in Lahti. In der Saison darauf legte Wellinger eindrucksvoll nach: Zweiter bei der Tournee, Olympia-Gold auf der Normalschanze in Pyeongchang und Sechster im Gesamtweltcup. Bei der Vierschanzentournee musste sich der Ruhpoldinger einzig dem überragenden Polen Kamil Stoch geschlagen geben, der als erst zweiter Springer der Geschichte den Tournee-Grand-Slam schaffte.
Wellingers Bundestrainer damals: Werner Schuster. Der Österreicher führte den heute 26-Jährigen in die Weltspitze und zu seinen bisher größten Erfolgen. Schuster hält weiter große Stücke auf Wellinger: "Er ist ein sehr unbeschwerter Typ, der sehr intuitiv springen kann. Sollte er nochmal diese Unbeschwertheit und Form kriegen, traue ich ihm vielleicht sogar am ehesten zu, die Tournee zu gewinnen."
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Schmitt und Schuster: Darum verfehlte Kobayashi den Grand Slam
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Wellinger deutet punktuell bereits sein Potenzial an
Aktuell ist er von solch einer Form freilich noch deutlich entfernt. Aufgrund eines Kreuzbandrisses im Sommer 2019 und eines Schlüsselbeinbruchs Ende März 2020 musste Wellinger eine eineinhalbjährige Wettkampfpause einlegen. Im vergangenen Winter kämpfte er sich zurück in den Weltcup, schaffte es bei seinen Einsätzen aber keinmal in den zweiten Durchgang und so war nach Innsbruck bereits wieder Schluss.
In dieser Saison läuft das Comeback deutlich erfolgreicher, auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt. So deutete Wellinger unter anderem mit einem sechsten Platz in Klingenthal sein Potenzial an. Bei der Tournee wurde er beim dritten Springen in Bischofshofen 15., scheiterte andererseits aber beispielsweise in Oberstdorf in der Qualifikation. In der Gesamtwertung landete er auf Rang 31.
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Tournee-Finale: Geiger patzt, Huber jubelt - Kobayashi triumphiert
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Schuster: Auch Stoch musste lange auf den ersten Tournee-Sieg warten
Bis Wellinger seine einstige Top-Form erreicht, könnte es also noch ein bisschen dauern. Für Schuster kein Problem: "Er ist ja noch nicht so alt und Kamil Stoch musste ja auch relativ lange bis zu seinem ersten Tournee-Sieg warten."
Der dreimalige Tournee-Sieger aus Polen, der diesmal als Titelverteidiger ein Debakel erlebte, war bei seinem ersten Tournee-Triumph 2016/2017 29 Jahre alt. Demnach hätte Wellinger noch drei Jahre Zeit, um den goldenen Adler zu gewinnen.
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144 Meter! Kos gelingt drittweitester Satz der Tournee-Geschichte
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Womöglich klappt es ja für die deutschen Skispringer aber auch schon in der kommenden Saison. Schuster zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich: "Die Erfahrung, die Markus (Eisenbichler, Anm. d. Red.) und Karl sowie alle Beteiligten gemacht haben, lässt natürlich auch fürs nächste Jahr alle Chancen offen."
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