Vierschanzentournee: Exklusives Eisenbichler-Fazit - Prevc-Dominanz, Geiger-Enttäuschung und die Tournee-Überraschung

Die Skispringer haben bei der Vierschanzentournee ihren neuen König gekrönt. Domen Prevc reiste im Gelben Trikot des Weltcupführenden als Topfavorit in Oberstdorf an und verließ Bischofshofen als Dominator mit dem Goldadler. Seine Leistungen brachten ihm auch den Respekt von Markus Eisenbichler ein. Der Eurosport-Experte spricht im exklusiven Tournee-Fazit über Prevc, die DSV-Adler und noch mehr.

Eisenbichlers Tournee-Fazit: Das ist die große Überraschung

Quelle: Eurosport

"Er macht einfach vier sehr starke Wettkämpfe", lautete die nüchterne Feststellung Eisenbichlers zur Leistung von Prevc. Dessen Vorsprung von 42,3 Punkten auf den Österreicher Jan Hörl in der Gesamtwertung der Tournee war komfortabel - nach den beiden Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen schien der Abstand zum Rest der Konkurrenz aber noch deutlich größer zu sein. Der Gesamtsieg stand nie auf der Kippe, die Ausnahmestellung wurde in Österreich aber ein wenig relativiert.
"Der Grand Slam war möglich, aber man muss erst einmal zwei Springen gewinnen, dazu ist er noch zweimal Zweiter geworden und hatte einen Riesenvorsprung", erklärte Eisenbichler. "Ihm ging es um den Gesamtsieg, er ist als Topfavorit im Gelben Trikot angereist und viele vor ihm konnten diesem Druck nicht standhalten. Das ist nicht so einfach und er hat es mit einer gewissen Leichtigkeit gemeistert. Respekt an Domen Prevc."
Der Slowene geht nach seinen bisherigen Leistungen natürlich auch als Topfavorit in die kommenden Springen - und den Saisonhöhepunkt Olympia. Ihm jetzt schon die Goldmedaille umzuhängen, wäre aber verfrüht, so Eisenbichler. Der Experte ist aber auch von der Attitüde des 26-Jährigen beeindruckt.
"Er wirkt aktuell sehr fokussiert, geht jedes Springen Station für Station an und will überall Topleistungen abrufen", sagte der Weltmeister von 2019. "Das macht ihn gerade auch so gefährlich und dominant. Er vereint eine Leichtigkeit, aber auch eine große Gelassenheit, bei ihm ist keine Überheblichkeit zu spüren. Er wird schwer zu schlagen sein, aber die Olympia-Schanze in Predazzo ist nochmal eine ganz andere Sache, da herrscht oft viel Rückenwind."

Eisenbichler über Wellinger und Geiger: "Fehlen noch ein paar Teile im Puzzle"

Die deutschen Athleten müssen darauf hoffen, dass Prevc und die zur Tournee wiedererstarkten Österreicher bis zu den Olympischen Spielen ein wenig Form einbüßen. Eisenbichlers Tournee-Fazit aus DSV-Sicht bietet Licht und Schatten. Mit Felix Hoffmann und Philipp Raimund konnten zwei Springer das beste Tournee-Ergebnis ihrer Karriere einfahren, am Ende ging ihnen aber ein wenig die Luft aus.
Dazu kommen die "Sorgenkinder" Karl Geiger und Andreas Wellinger, die aus der Vierschanzentournee keine Weltcuppunkte mitnehmen konnten. "Skispringen ist nicht einfach. Man kann in einem Jahr Top sein und im nächsten Jahr Flop", sagte Eisenbichler über die arrivierten Kräfte im Team. Gerade die Materialanpassungen sorgten im Übergang zu dieser Saison für eine größere Umstellung, die Geiger und Wellinger noch nicht so gut annehmen konnten.
"Man konnte Veränderungen bei beiden sehen, die noch nicht so gefruchtet haben", sagte der Eurosport-Experte. "Skispringen ist ein Puzzle, bei dem alle Teile passen müssen, Wellinger und Geiger fehlen einfach noch ein paar Teile, wenn sie die finden, dann kann es auch mal sehr schnell gehen. Ich wünsche ihnen, dass es klappt."

Top-Talent erreicht "neues Level"

Besser lief es bei Raimund und Hoffmann, vor allem aber bei Eisenbichlers Überraschung der Tournee: Der 19-jährige Stephan Embacher sprang in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck aufs Podium und auch in der Gesamtwertung auf den dritten Platz.
Das beeindruckte auch den Experten: "Der junge Österreicher springt eine solide, gute Saison, aber hat bei der Tournee ein neues Level erreicht. Platz drei in der Gesamtwertung, das hat mich am meisten überrascht."
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Eisenbichler-Analyse: "Karl, es tut mir von Herzen weh"

Quelle: Eurosport


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