Vierschanzentournee: Andreas Wellinger weckt Erinnerungen an goldene Zeiten - DSV-Adler kämpft sich zurück

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Während Halvor Egner Granerud den Gesamtsieg fest im Blick hat, setzt sich die deutsche Durststrecke bei der Vierschanzentournee fort. Doch im Schatten der großen Dominatoren kämpft sich Andreas Wellinger allmählich wieder zurück und weckt Erinnerungen an goldene Zeiten. Schritt für Schritt löst sich beim zweimaligen Olympiasieger der Knoten - mit einem ersehnten Podest als nächstem Schritt?

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"Ich bin genau auf dem Weg, wo ich hin will", resümierte ein zufriedener Andreas Wellinger im Anschluss an das zweite Springen der Vierschanzentournee.
Beim Sieg von Halvor Egner Granerud in Garmisch-Partenkirchen landete der 27-Jährige als bester Deutscher auf dem achten Rang und steht zum dritten Mal in den letzten vier Wettkämpfen in den Top 10. Eine Leistung, die für den DSV-Adler lange nicht selbstverständlich war.
"Ich habe mir das erarbeitet, dass die Ausreißer nach unten weniger werden und kleiner", war Wellinger mit seiner Leistung zufrieden.
Obwohl in ein Podest in der Gesamtwertung rechnerisch noch möglich erscheint, tritt der Olympiasieger von Pyeongchang auf die Bremse. "Wir brauchen Geduld, bis der Knoten richtig aufgeht - denn es ist alles da: Ich fahre schnell an, ich bin athletisch saufit, habe ein geiles Flugsystem und kann sauber landen", wird Wellinger in einer Mitteilung des DSV zitiert. "Die Leichtigkeit der letzten Meter kann man nicht erzwingen, die kommt früher oder später. Früher wäre mir lieber."
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Wellingers langer Weg zurück an die Spitze

Der Kampf um die Spitze findet laut Wellinger ohnehin auf einem anderen Niveau statt. "Was die drei da vorne machen, da muss man schon den Hut ziehen", zollte er Granerud, Dawid Kubacki und Piotr Zyla am "ARD"-Mikrofon seinen Respekt.
Wellinger will sich hingegen auf sich selbst konzentrieren: "Für mich ist wichtig, dass das Niveau stabiler wird und ich näher rankomme."
Immerhin schnuppert der einstige Gold-Junge erstmals wieder die Luft der Spitzenplätze. Nach seinem WM-Titel 2017 in Lahti und seinen drei Medaillen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang (einmal Gold, zweimal Silber) fiel Wellinger in ein tiefes Loch.
Ein Kreuzbandriss (Juni 2019) und ein Schlüsselbeinbruch (März 2020) setzten ihn eineinhalb Jahre außer Gefecht. Bei seiner Rückkehr war die Weltspitze in weite Ferne gerückt - Wellinger musste bei Null anfangen.
Mit seinem starken sechsten Rang in Engelberg meldete sich Wellinger aber pünktlich zur Vierschanzentournee zurück und ließ die deutschen Fans sogar von einem möglichen Coup bei den Heim-Springen träumen. Der 27-Jährige hielt sein Niveau und konnte sowohl in Oberstdorf (6.) als auch in Garmisch-Partenkirchen (8.) voll überzeugen.
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Andreas Wellinger

Fotocredit: Getty Images

Auf der Suche nach den letzten Metern

"Andreas macht das richtig gut. Man muss auch immer gucken, wo man herkommt", erklärte Eurosport-Experte Martin Schmitt. "Er hatte schwierige Jahre, konnte sich über den Sommer wieder zurückkämpfen und beißt sich jetzt in den Top 10 fest. Vorne ist das Niveau extrem hoch, für die Spitze fehlt momentan natürlich noch etwas. Das kann man im Skispringen nicht erzwingen - dafür braucht man Geduld."
Vor dem Showdown auf der Bergiselschanze in Innsbruck (3. und 4. Januar 2023 live bei Eurosport und discovery+) zeigte sich Wellinger zufrieden - und will nun den nächsten Schritt machen. "Der Karl und ich sind unten gestanden, haben uns angeschaut und gesagt: Ja, schon gut, aber irgendwie nicht ganz", erzählte er. "Und das 'ganz' müssen wir uns jetzt noch erarbeiten, um die Sprünge konstant abrufen zu können. Wir müssen die Leichtigkeit finden, um die letzten Meter herauszukitzeln zu können."
Sollte Wellinger dieses Vorhaben gelingen, könnte sein erstes Podest seit November 2018 in Ruka herausspringen. "Es wäre schön, wenn wir noch einen Podestplatz machen könnten. Das wäre ein super Ziel", wünschte sich auch Bundestrainer Stefan Horngacher für das neue Jahr.
Zuallererst steht aber das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck auf dem Programm - für Wellinger ein besonderes Highlight. "Ich mag den Bergisel gern", so der zweimalige Olympiasieger. "Ich freu mich drauf."
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