Vierschanzentournee: Geiger sucht den Krampflöser fürs Neujahrsspringen - die wahren Duelle in Garmisch-Partenkirchen

Karl Geiger und Andreas Wellinger erfahren im Kampf um die Top-Plätze bei der Vierschanzentournee am Silvestertag einen Dämpfer. Nach Platz 30 in der Qualifikation von Garmisch-Partenkirchen muss Geiger einen Sprungfehler ausmerzen. Halvor Egner Granerud beweist derweil, dass er nicht unbesiegbar ist - und Dawid Kubacki riecht Lunte. Die wahren Duelle fürs Neujahrsspringen.

Schmitt analysiert Auftakt in Garmisch: "Granerud ist verwundbar"

Quelle: Eurosport

Karl Geiger nahm's mit Humor. "Nächstes Jahr machen wir's besser!", kommentierte der Skispringer seinen verpassten Qualifikationssprung auf 119 Meter in Garmisch-Partenkirchen am Silvestertag, der ihm nur Platz 30 eingebracht hatte.
Das neue Jahr war da freilich nur noch ein paar Stunden entfernt. Was Geiger also meinte: Morgen wird's besser, im Wettkampf, beim traditionellen Neujahrsspringen. Nach Platz vier in Oberstdorf hat sich der 29-Jährige immerhin wie der aktuell Tournee-Sechste Andreas Wellinger (Quali-19. in Garmisch) Hoffnungen auf das Podium der Vierschanzentournee gemacht.
Hoffnungen, die der Silvestertag ein wenig zerstreute. "Es war jetzt nicht ganz so optimal", meinte Bundestrainer Stefan Horngacher zur durchwachsenen Quali: "Ich glaube, dass beide beim Runterfahren ein bisschen Probleme hatten. Die Anlaufspur war am Ende doch ein bisschen ruppig. Der Karl hat auch etwas die Balance verloren, aber nichts Dramatisches."
Es bedarf dennoch einiger Analysearbeit, um beim Neujahrsspringen konkurrenzfähig zu sein - Philipp Raimund, an Silvester starker Neunter, braucht schließlich DSV-Unterstützung.
Die wahren Duelle in Garmisch-Partenkirchen.

1.) Geiger gegen den (Radius-)Druck

Zwei Schritte vor, einen zurück - so in etwa lässt sich die Saison von Karl Geiger bisher zusammenfassen. Nach dem guten Ergebnis auf der Heimschanze in Oberstdorf schmierte der Vorzeigeadler des DSV in der Qualifikation von Garmisch-Partenkirchen wieder ab - nur Rang 30.
"Tagesziel geschafft, aber zufrieden bin ich damit natürlich nicht", sagte Geiger bei Eurosport: "Der Sprung war nicht sauber, das System hat sich nicht gut geschlossen. Dann gehen gleich mal Meter ab. Ich muss mir das in Ruhe anschauen."
Das Problem lag in der Anfahrt. "Das war ein Sprungfehler", analysierte der Oberstdorfer sogleich: "Mich hat's vom Radius bisschen hinten reingezogen, ich habe den Schwerpunkt nicht sauber erwischt. Dann greift der Ski nicht so, wie er sollte."
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"Wo ist mein Luftpolster?" Geiger enttäuscht in der Quali

Quelle: Eurosport

In Garmisch hatte Geiger wieder auf das Helmmodell mit den markanten schwarzen Wangenpolstern zurückgegriffen, der in der Luft aerodynamische Vorteile bieten kann. "Ich glaube, dass es auf so einer Schanze wie hier ein Vorteil sein kann, aber man muss natürlich dazu auch sehr sauber springen und das habe ich heute nicht gemacht", sagte er.
Als Speerspitze des DSV muss Geiger letztlich vor allem auch mit den hohen Erwartungen der deutschen Fans umgehen. Wenn er im Anlauf verkrampft, ist das kontraproduktiv. "Ich bin fest davon überzeugt: Er wird sich morgen besser präsentieren", meinte Eurosport-Experte Martin Schmitt: "Es bleibt aber ein Kampf für ihn, es geht noch nicht von selbst."
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Geiger auf Ursachenforschung: "Das war ein Sprungfehler"

Quelle: Eurosport

2.) Granerud gegen die Anlaufspur

Nach dem überlegenen Sieg von Oberstdorf ist der Norweger Halvor Egner Granerud in der Pole Position, ließ am Silvestertag aber Federn. Nachdem er im ersten Trainingssprung noch 138 Meter gezeigt hatte und den zweiten danach ausließ, waren es in der Qualifikation nur 134,5 m - Platz sechs.
"Er ist verwundbar", schloss Eurosport-Experte Martin Schmitt daraus: "Man sieht, es ist alles auf Messers Schneide." Ein kleiner Fehler im Anlauf genügte, schon fehlten dem 26-Jährigen gleich mehrere Meter auf Qualisieger Dawid Kubacki (140,5 m).
"Meine Anlaufposition war nicht optimal am Schanzentisch, ich hatte ein bisschen Probleme mit den Unebenheiten in der Spur", erklärte Granerud bei Eurosport: "Ich muss mir mal das Video ansehen und das mit dem Trainingssprung vergleichen."
Für Schmitt lag der Fehler auf der Hand. "Er hat die Balance nicht halten können. Das verträgt die Schanze nicht", meinte der Team-Olympiasieger von 2002: "Er war vielleicht ein bisschen zu aggressiv." Granerud wird sich am Neujahrstag also ein wenig zügeln müssen, hat es aber allemal drauf, wie schon 2020/21 nach Garmisch-Partenkirchen die Tournee anzuführen.
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Top Fünf knapp verpasst: Granerud lässt in Quali Meter liegen

Quelle: Eurosport

3.) Kubacki gegen den Rest der Welt

Ganz klar: Platz drei zum Auftakt der Vierschanzentournee war ein Dämpfer für den Gesamtweltcupführenden, der bis dato vier der acht Weltcupspringen gewonnen hatte. In Garmisch-Partenkirchen zeigte Dawid Kubacki jedoch wieder, als welchem Holz er geschnitzt ist: 140,5 Meter bedeuteten den weitesten Satz des Tages und damit den 3000-Franken-Siegerscheck der Quali.
"Im Training habe ich mich noch ein bisschen rantasten müssen, aber im entscheidenden Moment war ich voll da", freute sich der 32-Jährige: "Ich weiß, was ich tun muss. Ich bin ganz ruhig." Es gälte allerdings noch "ein paar Details zu verbessern", fuhr der Pole gegenüber Eurosport fort: "Die Landung war ein bisschen hart, aber ich habe ja bis nächstes Jahr Zeit, um das zu verbessern."
Insgesamt sieht sich Kubacki erst "bei 95 Prozent", was, wenn es stimmt, die Konkurrenz ziemlich verunsichern dürfte. Dass er es auf der Großen Olympiaschanze draufhat, hat der Pole schon bewiesen.
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140,5 Meter! Kubacki setzt eindrucksvolles Statement in der Quali

Quelle: Eurosport

Bei seinem Tourneesieg 2019/20 stand er in Garmisch-Partenkirchen als Dritter auf dem Treppchen. 2020/21 siegte er sogar und sprang mit 144,0 Metern Schanzenrekord.
"Das war sein bester Sprung bei der Tournee bisher", analysierte Schmitt den Quali-Auftritt des Polen:" Den hat er gebraucht fürs Selbstvertrauen. Er hat Granerud gezeigt: Ich bin noch da! Das wird spannend am Sonntag." So weit ist das neue Jahr nämlich gar nicht mehr entfernt.
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Raimund freut sich: "An einem Tag 500 Follower gemacht"

Quelle: Eurosport

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