Michael Hayböck wurde im Oktober in Innsbruck von Dr. Michael Gabl an der Bandscheibe operiert und formulierte schon damals das ehrgeizige Ziel, noch in der Olympia-Saison zur Vierschanzentournee wieder fit sein zu wollen.
"Am ersten Tag nach der Operation spukten wilde Gedanken durch den Kopf: kann ich jemals wieder Skispringen? Wird das überhaupt wieder? Immerhin waren die Ausfälle im Bein schon massiv", schildert der 30-Jährige: "Ich konnte weder sitzen, noch liegen, noch stehen."
Anfang November begann er mit leichtem Rumpftraining, erst Ende November konnte er wieder voll belasten. Zwei Monate nach der OP wagte Michael Hayböck im Dezember in Seefeld schon wieder seine ersten fünf Sprünge - für den Silbermedaillengewinner von Sotschi der erste große Schritt auf dem Weg zum Comeback im Weltcup.
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"Die Unsicherheit vor dem ersten Sprung war groß, jetzt bin ich zufrieden und einfach nur froh, dass alles geklappt hat", sagte er damals: "Das war eine coole Sache, auf die ich mich irrsinnig gefreut habe. Körperlich entwickelt es sich gut und ich habe jetzt auf der Schanze nichts mehr vom Rücken und der OP gemerkt."

Hayböck fast bei 100 Prozent

In der Folge musste Hayböck darauf achten, die richtige Balance zwischen Training und Regeneration zu finden, um den Rücken nicht zu überlasten. Kurz nach Weihnachten nahm er im Rahmen des Continental Cups am Springen in Engelberg teil (19./3.).
Da hatte er längst ein klares Ziel vor Augen. "Von Anfang an war es mein Traum, dass ich am 3. Januar wieder am Bergisel stehe. Das hat richtig cool funktioniert!", so Hayböck, der in Innsbruck mit 138,0 Metern seit 2015 den Schanzenrekord hält.

Nach Operation: Hayböck verpasst am Bergisel ganz knapp die Quali

Aktuell sieht er sich bei knapp 90 Prozent seiner Leistungsfähigkeit. "Durch die Nervenausfälle vor der Operation sieht man auf der Messplatte noch einen Kraftunterschied in den Beinen, aber auf der Schanze ist davon nichts zu spüren", so Hayböck.
In Innsbruck war er als Teil der nationalen Gruppe in der Qualifikation am Start, landete mit 113,0 m (97,8 Punkte) als 51. aber knapp jenseits der Top 50, die sich für den Wettkampf am Dienstag qualifizierten.
Generell ist Hayböck aber hoffnungsvoll: "Ich freue ich mich darauf, wieder im Weltcup dabei zu sein und mein Bestes für Österreich zu geben."
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