Vierschanzentournee: Kamil Stoch steigt nach Qualifikations-Debakel in Innsbruck vorzeitig aus
Für den dreimaligen Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch ist die 70. Auflage des Schanzenklassikers nach seinem Aus in der Qualifikation von Innsbruck vorzeitig beendet. Diese Entscheidung des polnischen Trainerstabs gab der nationale Skiverband PZN am Montagabend bekannt. Der 34-jährige Stoch war zuvor in der Qualifikation zum dritten Springen in Innsbruck nur auf Rang 59 gelandet.
Kamil Stoch verpasste in Innsbruck die Qualifikation für das Bergiselspringen
Fotocredit: Imago
Kamil Stoch werde am Dienstag in die Heimat zurückkehren. "Bis in einer Woche wird es für Kamil Stoch wichtig sein, sich zu regenerieren und dann ein Motoriktraining zu absolvieren", hieß es weiter in der Mitteilung: "Er wird auf die Schanze zurückkehren, nachdem er sich mental und körperlich erholt hat."
Bereits direkt nach der Qualifikation hatte Polens Sportdirektor Adam Malysz einen vorzeitigen Ausstieg von Stoch angedeutet. "Dies war wahrscheinlich der entscheidende Moment", sagte Malysz bei Eurosport Polen.
Schon in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen war Kamil Stoch seiner Top-Form weit hinterher gesprungen. Bei beiden Springen verfehlte der dreimalige Olympiasieger als 41. und 47. den Finaldurchgang.
Am zweiten Ruhetag wurden bei Stochs Sprung anschließend Korrekturen vorgenommen, die aber offensichtlich nicht fruchteten. "Am Sonntag waren die Gespräche mit den Trainern optimistisch. Sie sagten, dass sie Kamils Position so sehr verändert haben, dass es funktionieren sollte. Es hat nicht funktioniert", sagte Malysz am Nachmittag.
Stoch völlig ratlos: "Kann es nicht analysieren"
Stoch selbst bestätigte die Einschätzung: "Vom ersten Sprung an hat nichts funktioniert, auch wenn wir mit dem Trainer kleine Korrekturen vorgenommen haben."
Von Beginn an seien Stochs Sprünge am Montag seltsam gewesen, sagte Malysz. "Im Training hatte er schlechte Bedingungen. In der Qualifikation waren die Bedingungen schon gut, aber der Sprung war schlecht", so der 44-Jährige.
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Schmitt und Schuster erklären: Kobayashi springt am Anschlag
Quelle: Eurosport
Man habe sehen, dass er nicht wegfliegen würde, erklärte die polnische Skisprung-Legende weiter und analysierte: "Kamil flog 'hinter den Skiern', es gab keine Geschwindigkeit, um wegzufliegen."
Bei der Frage nach der Ursache für die Probleme wirken momentan alle ratlos. "Wenn die Trainer das wüssten, hätten wir schon längst ein Rezept gehabt. Mit Kamil stimmt immer noch etwas nicht", sagte Malysz und Stoch meinte im Interview: "Ich kann es nicht analysieren, ich muss das Problem finden."
Während des Weltcups genaue Ursachenforschung zu betreiben und den Sprung zu verbessern, ist aber äußerst schwierig. "Es gibt auch Emotionen, es gibt keine Zeit", erklärte Malysz.
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Trotz Fehlern: Eisenbichler und Geiger springen in die Top Ten
Quelle: Eurosport
Nach der Tournee geht es direkt mit dem Weltcup weiter
Erst recht nicht während der Vierschanzentournee mit vier Qualifikationen und vier Wettkämpfen innerhalb von zehn Tagen.
Zudem geht es in diesem Jahr nach dem Tournee-Finale am Donnerstag in Bischofshofen direkt am Samstag an gleicher Stelle mit einem normalen Einzel-Weltcup weiter. Am Sonntag folgt dann noch ein Teamwettbewerb.
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Der Überflieger schlägt wieder zu: Kobayashi krallt sich Quali-Sieg
Quelle: Eurosport
Malysz: "Stoch braucht ruhiges Training"
Doch Zeit ist aus Sicht von Malysz genau das, was Stoch nun helfen würde, um seine Form im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) wiederzufinden. "Zu diesem Zeitpunkt braucht Kamil ruhiges Training und Dutzende von guten Sprüngen, um sich zu stabilisieren", erklärte Malysz.
Stochs Ausstieg ist der vorläufige Tiefpunkt einer aus polnischer Sicht bisher völlig verkorksten Vierschanzentournee. Denn auch Stochs Teamkollegen konnten bisher nicht überzeugen. Bereits nach Oberstdorf, als es mit Dawid Kubacki (28.) gerade einmal ein Pole überhaupt in den zweiten Durchgang schaffte, war über einen Ausstieg der kompletten polnischen Mannschaft nach Garmisch-Partenkirchen diskutiert worden.
Diese Idee wurde aber wieder verworfen, auch weil es durch den elften Platz von Piotr Zyla und Jakub Wolny (23.) am Neujahrstag kleine Lichtblicke gab.
Am Montag schafften in Innsbruck bis auf Stoch alle Polen die Qualifikation. Bester aus dem Team von Nationaltrainer Michael Dolezal war beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi Andrzej Stekala als 18.
Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
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(mit SID)
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Das sagen Freund, Eisenbichler, Geiger und Kobayashi zur Quali
Quelle: Eurosport
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