Markus Eisenbichler (Siegsdorf) sprang bei weniger Anlauf und schlechten Bedingungen in der Qualifikation mit 119,0 m (117,9 Punkte) 20 Meter kürzer als zuvor bei einem herausragenden Trainingssprung (139,0 m).
"Im Training waren die Bedingungen optimal. Der Quali-Sprung war nicht schlecht, aber die letzten zehn Prozent nicht so ganz perfekt", sagte Eisenbichler bei Eurosport: "Ich hatte nicht die besten Bedingungen, aber die Sprünge laufen einigermaßen, es ist voll in Ordnung. Ich muss einen guten Sprung machen, dann kann ich die Verhältnisse kompensieren."
Als Skispringer müsse man eben mit den Bedingungen arbeiten, die vorliegen: "Ich kann es eh nicht ändern. Soll ich dann eine SMS an Petrus schreiben und sagen: Du Spezi, kannst du ein bisschen mehr Sonnenschein machen? Das geht leider nicht."
Innsbruck
Nur drei Monate nach Bandscheiben-OP: Hayböck zurück im Weltcup
03/01/2022 AM 12:02
Karl Geiger (Oberstdorf) kam in der Qualifikation für das Bergiselspringen am Dienstag (ab 13:15 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1, bei Eurosport auf Joyn und im Liveticker bei Eurosport.de) bei weitem nicht so gut zurecht (119,5 m/116,6 Punkte) wie Ryoyu Kobayashi (Japan), der sich mit einem Sprung auf 126,5 m (132,7) wie schon in Oberstdorf den Qualisiegerscheck über 3200 Schweizer Franken (ca. 3080 Euro) sicherte. In Garmisch-Partenkirchen hatte Eisenbichler die Qualifikation gewonnen.

Trotz Fehlern: Eisenbichler und Geiger springen in die Top Ten

Karl Geiger muss die "Challenge" annehmen

"Es ist okay", resümierte Geiger, der die Enttäuschung von Garmisch-Partenkirchen (nur Platz sieben) noch nicht verdaut hat: "Ich werde nicht wirklich vor Freude tanzen. Das ist einfach blöd und bitter gelaufen und das muss ich eben wegstecken. Das ist eine Challenge, die es anzunehmen gilt."
Der im Gesamtweltcup führende Kobayashi meinte: "Das Gefühl war heute sehr gut. Jetzt konzentriere ich mich voll auf den Wettkampf morgen." Kobayashi kann bei der Tournee als erster Springer der Geschichte zum zweiten Mal alle vier Stationen gewinnen (nach 2018/19).
Immerhin: Alle sieben DSV-Adler qualifizierten sich für den Wettbewerb am Dienstag. Den besten Qualifikationssprung aus deutscher Sicht lieferte Severin Freund (Rastbüchl) mit einer Weite von 126 Meter (120,9 Punkte) ab.

Nächste starke Quali: Freund fliegt am Bergisel in die Top sechs

Innsbruck: Severin Freund steigert sich

"Die Leistung ist heute nicht ganz so leicht einzuschätzen, weil es immer zwischen ein wenig Aufwind und ein wenig Rückenwind schwankte", sagte Freund bei Eurosport: "Für mich war das ein guter Trainingstag. Ich habe das Gefühl, dass ich mich wieder von Sprung zu Sprung gesteigert habe - deswegen: Einfach morgen wieder so machen."
Andreas Wellinger (Ruhpolding) qualifizierte sich mit 114 Metern (103,0) als 44. nur knapp für den Wettkampf am Dienstag. Noch spannender machte es Pius Paschke (Kiefersfelden), der bei besseren Bedingungen schon bei 117,5 Metern (99,2) und damit auf Platz 50 landete.
Das durchwachsene DSV-Ergebnis komplettierten Stephan Leyhe (Willingen) als 24. (119,0 m/107,3) und Constantin Schmid (Oberaudorf) als 25. (119,0 m/106,8).

Markus Eisenbichler hat noch Reserven

"Alle qualifiziert: Das ist zufriedenstellend", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF": "Es war ein guter Sprung von Severin, ein gutes Training von Markus, auch sein letzter Sprung war eigentlich in Ordnung. Auch Karl Geiger hat sich gesteigert. Ich glaube, er hat die Schmach von Garmisch langsam verdaut und fokussiert sich auf Skispringen."
Für den Wettkampf am Dienstag erhofft sich Horngacher dennoch eine Leistungssteigerung seiner Schützlinge. "Wir haben uns etwas spezifischer vorbereitet, es war deutlich besser als im vergangenen Jahr. Es ist viel leichter gegangen", sagte der Österreicher.
Vor allem von Eisenbichler sei nach dem Trainingssprung auf 139,0 Meter noch mehr zu erwarten: "Das war ein Erste-Sahne-Sprung. Hier am Bergisel so weit zu springen, ist schon außergewöhnlich. Aber er kann das."

Das sagen Freund, Eisenbichler, Geiger und Kobayashi zur Quali

Kamil Stoch scheitert in der Qualifikation

Für Titelverteidiger Kamil Stoch (Polen) lief es derweil noch schlechter als in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, wo der dreimalige Tournee-Sieger jeweils den zweiten Durchgang verpasst hatte: Der 34-Jährige schied diesmal als 59. schon in der Qualifikation aus (114,0 m/91,2).
Enttäuschend lief die Qualifikation auch für Johann André Forfang (Norwegen), der mit einem Hüpfer von 106,5 m (89,4) auf dem 60. Platz ausschied. Nur leicht verbessert zeigte sich Großschanzen-Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) mit 114 Metern (42./103,6).
Knapp nicht für den Wettkampf qualifizierte sich Schanzenrekordhalter Michael Hayböck (Österreich), der bei seinem Comeback nur drei Monate nach einer Bandscheibenoperation in der nationalen Gruppe an den Start ging (51./113,0 m/97,8).
Aus österreichischer Sicht sorgten dafür Jan Hörl als Zweiter (129,0 m/131,3) und Daniel Huber als Vierter (128,0 m/123,0) für Aufwind. Quali-Rang drei ging an den Schweizer Killian Peier (127,5 m/127,8).

Gesamtwertung: Eisenbichler in Lauerstellung

In der Gesamtwertung der Vierschanzentournee liegen Eisenbichler und Geiger nach zwei von vier Springen auf den Rängen vier und sechs. Eisenbichler hat 21,1 Punkte Rückstand auf den zweifachen Sieger Kobayashi, Geiger schon 32,3, was ungefähr 18 Metern entspricht.
Für Eisenbichler ist das Gesamtranking aber nach wie vor zweitrangig: "Ja, immernoch", sagte er im "ZDF": "Das können Sie mich am letzten Tag in Bischofshofen fragen. Es kann sein, dass es mich dann interessiert. Ich bleibe dabei, meine Sprünge sauber zu machen und der Rest ergibt sich."

Der Überflieger schlägt wieder zu: Kobayashi krallt sich Quali-Sieg

Zwischen Eisenbichler und Kobayashi sind noch Marius Lindvik (Norwegen, -13,2 Punkte) und Lovro Kos (Slowenien, -17,7) platziert. Lindvik kam in der Quali von Innsbruck nur auf Rang 14 (117,5 m/114,9), Kos platzierte sich mit der Topweite des Tages (130,0 m/122,2) auf Platz fünf.
Gesamtweltcupsieger Halvor Egner Granerud liegt mit 29,8 Punkten hinter Kobayashi zwischen den beiden DSV-Springern auf Rang fünf - der Norweger verpatzte erneut die Quali (22./116,0 m/109,6).

Vierschanzentournee: Top 10 der Gesamtwertung

PLATZNAMEPUNKTE
1.R. Kobayashi (Japan)593,2
2.M. Lindvik (Norwegen)580,0 (- 13,2)
3.L. Kos (Slowenien)575,5 (- 17,7)
4.Eisenbichler (Deutschland)572,1 (- 21,1)
5.H. E. Granerud (Norwegen)563,4 (- 29,8)
6.K. Geiger (Deutschland)560,9 (- 32,2)
7.R. Johansson (Norwegen)559,8 (- 33,4)
8.S. Leyhe (Deutschland)530,5 (- 62,7)
9.J. Hörl (Österreich)527,3 (- 65,9)
10.D. Huber (Österreich)526,1 (- 67,1)
WER GEWINNT DIE VIERSCHANZENTOURNEE?
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