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Martin Hamann vom Fahrstuhlspringer zur deutschen Hoffnung? Werner Schuster und Martin Schmitt exklusiv
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Publiziert 08/11/2023 um 14:45 GMT+1 Uhr
Martin Hamann ist bei den Deutschen Meisterschaften der Skispringer in Klingenthal ein echter Coup gelungen. Der 26-Jährige aus Altenbach krönte sich vor seiner namhaften Konkurrenz zum neuen Meister - und greift nun auch im Weltcup nach höheren Zielen. Die Eurosport-Experten Werner Schuster und Martin Schmitt nehmen Hamann unter die Lupe und erklären, was für ihn im Weltcup drin ist.
Martin Hamann zeigt sich vor dem Weltcup-Auftakt in bestechender Form
Fotocredit: Getty Images
"Wenn man genauer hinschaut, ist die Überraschung tatsächlich nicht so groß", blickte Schuster im exklusiven Interview mit Eurosport auf Hamanns Triumph. Bereits beim Sommer Grand Prix rund einen Monat zuvor avancierte Hamann nämlich auf derselben Schanze zum besten Deutschen. Drei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Ruka/Kuusamo (24. bis 26. November live und on-demand bei discovery+) bestätigte der DSV-Adler nun seine Form.
Auf den ersten Blick mag das Ergebnis der Deutschen Meisterschaft eine Überraschung sein, auf den zweiten hingegen "eine logische Konsequenz der letzten Wochen".
Hamann befindet sich zurzeit im Auftrieb und kann sich nun für seine harte Arbeit belohnen. Eine Leistung, vor welcher Schuster den allerhöchsten Respekt hat. "Lange gehörte er zu den Fahrstuhlspringern, kämpfte also immer um den Anschluss", so Schuster. "Vor allem in den vergangenen Wochen hat er aber an Auftrieb gewonnen und sein Ding durchgezogen. Davor kann man nur den Hut ziehen."
Nachdem Hamann zwischen 2018 und 2021 regelmäßig im Weltcup unterwegs gewesen war, erlebte der frischgebackene Meister in den vergangenen zwei Jahren ein sportliches Tief. "Die letzten beiden Winter waren schwierig für ihn", hob Eurosport-Experte Martin Schmitt hervor. "Im Sommer hat er sich aber super entwickelt und beim Sommer Grand Prix und bei den Deutschen Meisterschaften in Klingenthal seine Form bestätigt."
Schmitt: Hamann muss Vertrauen aufbauen
Für Hamann kommt es nun auf einen guten Start in den Weltcup-Winter an - die Schanze in Kuusamo könnte ihm angesichts seiner Flieger-Qualitäten dabei in die Karten spielen. "Wenn er einen guten Start erwischt, kann er sich mit Sicherheit im Weltcup-Team etablieren", wagte Schuster einen Blick in die Zukunft.
Trotz aller Euphorie und der verheißungsvollen Ausgangssituation drückte der ehemalige Bundestrainer aber etwas auf die Bremse. "Ich würde aber nicht von zu viel träumen. Ein Top-15-Platz wäre schon ein Erfolg", unterstrich er. "Das deutsche Team kann er aber sicherlich verstärken. Vielleicht kann er sich ja so über seinen 'zweiten Bildungsweg' seine Träume erfüllen."
Seine beste Weltcup-Platzierung eroberte Hamann im Februar 2021, damals sprang er in Klingenthal auf den zehnten Rang. Laut Schmitt könnte Hamann durchaus wieder in solche Sphären vorstoßen - dafür braucht er aber das nötige Vertrauen.
"Es ist für ihn von besonderer Bedeutung, dass er im Weltcup schnell Vertrauen aufbauen kann. Mit einer gewissen Lockerheit, die sich mit guten Ergebnissen einstellt, fällt es ihm dann auch sicher leichter, sein Leistungsvermögen konstant abzurufen", erklärte Schmitt. "Ich traue es ihm auf jeden Fall zu, dass er im Weltcup eine wirklich gute Rolle spielt und sich in den Top 10 wiederfindet. Das wäre für ihn ein tolles Ziel."
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Martin Hamann
Fotocredit: Getty Images
Schuster: Klingenthal darf als Gradmesser dienen
Doch wie groß ist der Schritt vom Sommer Grand Prix zum Weltcup-Auftakt im finnischen Norden? "Mittlerweile nicht mehr so groß wie früher", gab Schuster einen Einblick. "Die Verhältnisse sind standardisiert. Die Deutschen Meisterschaften haben zum Beispiel bereits auf Eisspur stattgefunden, der Sommer Grand Prix hingegen noch nicht."
Trotz dieses Umstands darf der Wettkampf in Klingenthal Anfang Oktober laut Schuster aber als erste "Standortbestimmung" mit Hinblick auf die ersten Wochen im Weltcup-Winter gelten. "Dort warten fast alle Springer am Start", hob er hervor.
Besonders die beiden Top-Springer des Grand Prix - Gesamtsieger Vladimir Zografski und Gregor Deschwanden - will Schuster im Auge behalten. "Vor allem Deschwanden traue ich viel zu", meinte er im Hinblick auf den Schweizer, der in der Gesamtwertung nur 22 Punkte hinter dem Bulgaren Zografski gelegen hatte. "Aber im Winter werden es letzten Endes doch die üblichen Verdächtigen sein."
Nach den Auftritten in Kuusamo und Lillehammer (1. bis 3. Dezember) macht der Weltcup in Klingenthal Station - und lässt damit die DSV-Herzen höher schlagen. Hamanns Meistertitel und der starke sechste Platz beim Sommer Grand Prix gaben einen Vorgeschmack darauf, was auf der Schanze in Sachsen möglich ist.
"Von Klingenthal ist der Weg nicht mehr weit zum Winter", erklärte Schuster - und schürte damit auch etwas die deutschen Hoffnungen.
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Quelle: Eurosport
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