Vierschanzentournee - Österreichische Springer arbeiten Oberstdorf-Debakel auf: "Eklatant vorgeführt"

Daniel Huber als bester Österreicher schon mit 33 Punkten Abstand auf den Führenden Ryoyu Kobayashi, Stefan Kraft und Jan Hörl noch weiter abgeschlagen: Die ÖSV-Adler erlebten beim regnerischen Tournee-Auftakt in Oberstdorf ein Debakel. Dementsprechend deutlich fiel auch die Analyse vom Sportlichen Leiter Mario Stecher aus: "Es ist uns eklatant vorgeführt worden, dass wir da ein Problem haben."

Stefan Kraft sprang beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf nur auf Rang zwölf

Fotocredit: Getty Images

Am Mittwoch hatte es an der Schattenbergschanze während des Wettkampfes stark geregnet. Entsprechend nass war die Anlaufspur. Damit kamen die Österreicher größtenteils nicht zurecht.
"Wir sind eine Nation, die extrem auf Zug anfährt. Wenn die Spur nicht ganz so wegzieht, leidet in der Hocke die Balance. Wenn man im Wettkampf dann noch ein Schäuferl drauflegt, geht das nach hinten los", erklärte Mario Stecher die Probleme seiner Springer in Oberstdorf.
Daniel Huber war am Mittwoch als bester Österreicher Achter geworden, jedoch beträgt sein Rückstand auf den Tournee-Führenden Ryoyu Kobayashi bereits 33 Punkte.
Stefan Kraft, der im Vorfeld durchaus als Mitfavorit gehandelt worden war, verpasste als Zwölfter die Top Ten. Wisla-Sieger Jan Hörl kam nur auf Rang 17. Daniel Tschofenig und Philipp Aschenwald erreichten die Plätze 21 und 22.
Es war der schlechteste Tournee-Auftakt für das ÖSV-Team seit 26 Jahren.
Ganz auf die Bedingungen schieben, lässt sich das schwache Ergebnis aber wohl nicht, schließlich schafften es am Vortag in der Qualifikation bei ähnlichen Bedingungen gleich vier rot-weiß-rote Springer unter die besten Zwölf.
picture

"Unglaublich": Kobayashi fliegt mit Traumsprung zum Sieg

Quelle: Eurosport

Cheftrainer Widhölzl sieht nicht nur die Bedingungen als Grund

Cheftrainer Andreas Widhölzl hatte daher auch noch einen anderen Ansatz: "Wir haben schon bei allen Verhältnissen gewonnen, darauf müssen sie sich einstellen. Es war eher der Zugang in den Wettkampf, dass vielleicht zu viel Erwartungshaltung da war und man in alte Muster hineingefallen ist. Das muss man bequatschen und den freien Tag nutzen."
Auch Stecher kündigte eine weitere Ursachenforschung an: "Wir sind einhelliger Meinung, dass wir daran arbeiten müssen. Wir werden versuchen, diese Fehler auszumerzen, um beim nächsten Großereignis in einer guten Verfassung anzutreten."
Eurosport-Experte Werner Schuster ist sich sicher, dass ihnen dies gelingen wird: "Ich denke, über kurz oder lang werden sie wieder kommen."
picture

"Reicht nicht": Geiger fliegt in Oberstdorf knapp am Podest vorbei

Quelle: Eurosport

Werner Schuster: "Österreichs Team ist im Umbruch"

Der 52-Jährige hatte für das Debakel seiner Landsmänner noch eine weitere Erklärung: "Das österreichische Team ist im Umbruch. Man hat es sich vielleicht auch ein bisschen schöngeredet; man hat gehofft, dass man schon ein bisschen weiter ist. Es gibt junge Springer, die sind auf dem Weg nach vorne, aber noch nicht stabil genug."
Zudem habe Stefan Kraft gerade im ersten Sprung zu viele Meter liegen gelassen. "Deswegen wird Österreich dieses Jahr keine Rolle im Kampf um den Gesamtsieg spielen - so sieht es zumindest nach Oberstdorf aus", so Schuster zur Situation in der Gesamtwertung.
picture

"Das gibt Auftrieb!" DSV-Adler in Oberstdorf geschlossen stark

Quelle: Eurosport

Daher gab Stecher nun auch ein neues Ziel für die kommenden drei Stationen aus: "Ich glaube, dass es die Mannschaft draufhat, um Stockerl und Siege zu kämpfen."
Die erste Chance dies zu beweisen, bietet sich am Samstag beim traditionellen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Zuvor steigt am Silvestertag die Qualifikation (Eurosport überträgt an beiden Tagen jeweils ab 14:00 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!).
Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
picture

Geiger für Schmitt voll im Rennen: "Vielleicht gar nicht so schlecht, dass …"

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung