Vierschanzentournee | Karl Geiger zum Auftakt auf Platz zwei

Karl Geiger hat in Oberstdorf beim Sieg von Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi als Zweiter einen glänzenden Auftakt in die Vierschanzentournee hingelegt. Der Deutsche sprang 135 und 134 Meter und lag am Ende mit 295,9 Punkten nur knapp zehn Punkte hinter dem Japaner (138 und 134 m - 305,1 Pkt.). Auf Rang drei landete Dawid Kubacki (Polen, 294,7 Punkte). Markus Eisenbichler wurde Elfter (277,4).

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Karl Geiger freute sich wie ein Schneekönig, 25.500 Zuschauer feierten den Coup ihres "Karle": Mit einem ganz starken zweiten Platz in seiner Heimat Oberstdorf hat der Vizeweltmeister einen glänzenden Start in die 68. Vierschanzentournee hingelegt.
Der Lokalmatador musste sich einzig Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi aus Japan geschlagen geben und hielt die Hoffnungen auf den ersten deutschen Gesamtsieg beim Skisprung-Spektakel seit Sven Hannawalds Vierfach-Triumph vor 18 Jahren am Leben.

Geiger freut sich riesig

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, das waren zwei gute Sprünge. Die Atmosphäre war heute brutal geil", sagte Geiger, der auf seiner Heimschanze nach Flügen auf 135,0 und 134,0 Metern zum ersten Mal bei der Tournee auf dem Podest landete:
Mit 295,6 Punkten fehlten ihm umgerechnet nur knapp fünf Meter zu Sieger Kobayashi (305,1). Dritter wurde Normalschanzen-Weltmeister Dawid Kubacki aus Polen (294,7).

Geiger beeindruckt Schmitt und Wellinger

"Karl hat heute wirklich zwei gute Sprünge gemacht. Wir sind sehr froh, dass wir mit einem Podest hier wegfahren. Das war unser Ziel", sagte Stefan Horngacher, der bei seiner ersten Tournee als Bundestrainer von einem deutschen Wintermärchen träumen darf.
Eurosport-Experte Martin Schmitt meinte:
Der aktuell verletzte Olympiasieger Andreas Wellinger lobte in der "ARD": "Karl macht sich im Moment keinen Kopf über irgendwelche Fehler. So aufgeräumt habe ich ihn noch nie gesehen."

Eisenbichler mit ansteigender Form

Als zweitbester DSV-Adler belegte der zuletzt formschwache Weltmeister Markus Eisenbichler (277,8 Punkte) einen guten elften Rang - sein bestes Ergebnis der Saison.
"Die Form ist wieder da", freute sich Eisenbichler bei Eurosport:

Sieben DSV-Springer in den Punkten

Pius Paschke überzeugte aus DSV-Sicht als Zwölfter. Der Dritte aus der Qualifikation, Stephan Leyhe, platzierte sich direkt hinter Eisenbichler und Paschke auf Rang 13.
Insgesamt schafften es sieben der neun deutschen Springer in den zweiten Durchgang. Constantin Schmid (20.), Luca Roth (27.) und Moritz Baer (29.) holten ebenfalls Weltcuppunkte. Für Roth war es das erste Top-30-Ergebnis im Weltcup.
Im ersten Durchgang scheiterten lediglich Philipp Raimund (34., im direkten Duell mit Geiger) und Martin Hamann (38.).

Freitag schaut im Hotel zu

Nur noch Zuschauer war Richard Freitag. Der Sachse hatte am Samstag als 59. den Wettkampf der besten 50 verpasst und blieb zum vierten Mal in Folge ohne Weltcuppunkt. Der 28-Jährige verfolgte das Auftaktspringen der Tournee so nur im Hotel. Noch vor zwei Jahren hatte Freitag um den Tourneesieg mitgekämpft.
Für Kobayashi war es der fünfte Tagessieg bei der Tournee in Folge, vor ihm hatten das nur Helmut Recknagel für die DDR (1958 bis 1959), Sven Hannawald (2001 bis 2002) und Kamil Stoch (2017 bis 2018) geschafft. An Neujahr kann sich der Japaner in Garmisch-Partenkirchen die alleinige Bestmarke holen.

Kobayashi springt ohne Risiko

"Es war ein guter Sprung", sagte Kobayashi bei Eurosport, schränkte aber ein:
Schmitt meinte:
Mitfavorit Stefan Kraft aus Österreich (4., 291,2 Punkte) bleibt ebenfalls im Rennen um den Goldenen Adler.

Stoch und Prevc patzen - Debakel für Tande

Einen Rückschlag musste auch Mitfavorit Kamil Stoch hinnehmen. Der Pole, der 2017/18 noch den Grand Slam geholt hatte, wurde nur 19. und verlor damit deutlich an Boden auf die Top-Springer. Der Slowene Peter Prevc, ebenfalls ehemaliger Tournee-Sieger, belegte sogar nur den 21. Platz.
Bereits ausgeschieden sind der zweimalige Saisonsieger Daniel Andre Tande aus Norwegen, der WM-Dritte Killian Peier (Schweiz) und der Österreicher Gregor Schlierenzauer. Jakub Wolny (Polen) wurde wegen eines unzulässigen Sprunganzugs disqualifiziert.
Am Montag reist der Tournee-Tross nach Garmisch-Partenkirchen, wo am Dienstag (14:00 Uhr live bei Eurosport 1 und im Eurosport Player) die Qualifikation zum zweiten Tourneespringen am Neujahrstag ansteht. Am Samstag folgt das Bergisel-Springen in Innsbruck, die Entscheidung über den Tourneesieg fällt zwei Tage später in Bischofshofen.
(mit SID)
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