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Verschanzentournee: Geiger peilt Gesamtsieg nach Corona-Infektion an
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Publiziert 27/12/2020 um 16:23 GMT+1 Uhr
Das Bangen hat für Karl Geiger ein Ende: Der Skiflug-Weltmeister kann nach ausgestandener Corona-Infektion bei der Vierschanzentournee antreten - und hofft mit Kumpel Markus Eisenbichler auf den großen Wurf. Die Situation im WM-Ort Oberstdorf bedrückt den Lokalmatadoren, will der Stadt aber ein sportliches Trostpflaster in Form des Tourneesiegs bescheren.
Karl Geiger ist Skiflug-Weltmeister
Fotocredit: Imago
Karl Geiger strahlte über das ganze Gesicht, für das Corona-Sorgenkind war drei Tage nach Heiligabend erneut Bescherung. "Ich bin froh, dass ich wieder ein bisschen frische Luft schnuppern konnte", sagte der Skiflug-Weltmeister lachend, nachdem er kurz vor dem Auftakt der 69. Vierschanzentournee mit Erlaubnis des Gesundheitsamtes seine quälend lange Quarantäne beenden durfte.
Nach dem großen Zittern kann Geiger somit in seiner Heimat Oberstdorf mit Kumpel Markus Eisenbichler auf die Jagd nach dem ersten deutschen Tourneesieg seit Sven Hannawald vor 19 Jahren gehen.
"Die Zeit war schon frustrierend, ich war schockiert nach dem Testergebnis - zumal ich überall eine Maske getragen hatte", sagte Geiger, der kurz nach seinem Gold bei der Flug-WM und unmittelbar nach der Geburt seiner Tochter Luisa am 16. Dezember positiv auf Corona getestet worden war, am Sonntag im deutschen Teamhotel: "Aber ich habe versucht, das Beste daraus zu machen. Und trotz allem fühle ich mich jetzt gut aufgestellt."
Der letzte kleine Stolperstein vor Geigers Start bei der ersten Qualifikation des Schanzenklassikers am Montag (16:30 Uhr bei Eurosport) ist der obligatorische PCR-Test, den sämtliche Starter ablegen mussten. Das Ergebnis wird zwar erst am Montagmorgen vorliegen - nach zuvor zwei Negativtests ist das aber eher Formsache.
Eine Sache der Form ist hingegen, ob Geiger mit dem überraschenden Titel bei der Flug-WM in Planica im Rücken nun auch bei der Tournee nach den Sternen greifen kann - zwei Wochen ohne einen Sprung sind keine ideale Vorbereitung. "Man kann es nicht erzwingen, es muss einfach klappen", sagt der 27-Jährige: "Ich muss mich in Ruhe reinfinden."
Geiger geht auf Angriff
Zur Ruhe rät auch Stefan Horngacher. "Karl kann ganz entspannt an den Start gehen", sagte der Bundestrainer: "Er ist froh, dabei zu sein, und froh, dass sein Kind gesund auf der Welt ist. Alles, was jetzt kommt, ist Bonus." Und der Tourneesieg? "Dem Karl ist generell immer alles zuzutrauen."
Geiger selbst orientiert sich am Traum-Wettkampf von Planica. "Da hatte ich mich selbst nicht auf dem Zettel und habe gewonnen. Ich werde auf Angriff gehen und habe nichts zu verlieren", sagte Geiger, der Norwegens Überflieger Halvor Egner Granerud als Maß aller Dinge sieht - und eben seinen Kumpel Eisenbichler: "Den darf man nie abschreiben."
Eisenbichler, neben Granerud (fünf Erfolge) mit zwei Triumphen der einzige Sieger der Weltcupsaison, geht hochmotiviert auf die Jagd nach dem Gold-Adler. "Ich hoffe, dass ich die Tournee gewinnen kann. Einmal war ich bereits nah dran, aber es ist natürlich ein schweres Stück Arbeit", sagte der 29-Jährige, der 2018/19 Zweiter war.
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So schätzt Schmitt Eisenbichlers Tournee-Chance ein
Quelle: Eurosport
Horngacher baut ganz auf sein "fliegendes Doppelzimmer", das in Coronazeiten zu zwei fliegenden Einzelzimmern geworden ist. "Mit den beiden haben wir eine starke Speerspitze, dazu noch den Pius Paschke, der zuletzt nah am Podest war", sagt der Österreicher.
Geiger indes freut sich zwar, in Oberstdorf dabei zu sein, grämt sich aber, dass die Oberstdorfer an der Schanze fehlen. Bei der Corona-Tournee finden alle Springen ohne Zuschauer statt, aus dem Hexenkessel Schattenberg mit 25.000 Schlachtenbummlern wird eine stille Geisterkulisse.
"Es ist unglaublich leer hier im Ort, der sonst so knallvoll ist", sagt Geiger, der seinem Oberstdorf ein sportliches Trostpflaster aufkleben will: "Drückt uns die Daumen, haltet aus - es kommen wieder andere Zeiten, und nächstes Jahr können wir hoffentlich wieder zusammen abfeiern."
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(SID)
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Deutscher Tourneesieg? Schmitt: "Wäre mal wieder an der Zeit"
Quelle: Eurosport
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