Eurosport
Vierschanzentournee: Horngacher hat Gesamtsieg im Blick
Von
Publiziert 29/12/2020 um 11:28 GMT+1 Uhr
Seit dem historischen Erfolg von Sven Hannawald bei der 50. Vierschanzentournee 2001/2002, bei dem der gebürtige Sachse als erster Springer überhaupt auf allen vier Schanzen siegte, wartet der DSV auf einen Tourneesieger. Stefan Horngacher hat mit Markus Eisenbichler und Karl Geiger zwei Asse im Ärmel, die um den Sieg mitspringen können. Der Bundestrainer peilt den ganz großen Wurf an.
Zählt bei der Vierschanzentournee zum erweiterten Favoritenkreis: Karl Geiger
Fotocredit: Getty Images
Markus Eisenbichler und Karl Geiger wissen ganz genau, auf wen sie bei ihrer großen Mission hören müssen: Stefan Horngacher. "Ich habe mit den Trainern gesprochen und weiß, was ich für die Tournee zu tun habe", sagte Weltmeister Eisenbichler vor seinem Großangriff auf den ersten deutschen Triumph bei der Vierschanzentournee seit Sven Hannawald vor 19 Jahren voller Selbstvertrauen.
Dieses Wissen, wie die deutschen Adler möglichst weit zu Tal segeln, das vermittelt Horngacher derzeit besser als fast alle anderen. Mit seiner ruhigen, umgänglichen, aber auch professionellen und akribischen Art kommt der Bundestrainer aus Österreich bei seinen Schützlingen ausgesprochen gut an.
Besonders bei "Eisei", der den stoischen Charakter seines Lehrmeisters schätzt. "Er lässt mich leben, und ich höre extrem auf ihn", sagte er einmal im "ZDF" über Horngacher. Seit fast zwei Jahren zieht der oft streng und grimmig wirkende Tiroler die Fäden bei den DSV-Adlern - und etablierte dabei seinen eigenen Stil.
Horngachers Erfolge sprechen für sich
Horngachers Arbeitsmoral steht über allem, als Menschenflüsterer wirkt er individuell auf die Bedürfnisse seiner Springer ein. Das machte "Steff", der schon seit Jahren mit seiner Familie in Titisee-Neustadt im Schwarzwald lebt, auch in Polen überaus erfolgreich.
Dort führte er in seinen drei Jahren als Cheftrainer etwa den polnischen Nationalhelden Kamil Stoch zu alter Stärke und zum "Grand Slam" bei der Vierschanzentournee 2017/18. Stoch wurde außerdem Olympiasieger, genauso wie das Polska-Team.
Dann folgte Horngacher seinem langjährigen Weggefährten Werner Schuster als Bundestrainer nach. "Er ist ein fantastischer Trainer, das hat er in Polen und Deutschland bewiesen", hat Schuster mal gesagt. Unter Schuster gewannen die DSV-Adler fast alles, was es im Skispringen zu gewinnen gibt, Horngacher wirkte da bereits sechs Jahre als Co-Trainer mit.
Horngacher nimmt Tournee-Sieg ins Visier
Auch selbst feierte der 51-Jährige, der in seiner Freizeit gerne Gitarre spielt, auf der Schanze einige Erfolge. Als Horngacher erstmals Skisprung-Weltmeister wurde - 1991 mit dem Team in Val di Fiemme - waren Eisenbichler und Geiger noch gar nicht geboren. Zehn Jahre später holte er erneut Gold mit der Mannschaft, außerdem gelangen ihm zwei Weltcupsiege.
Und jetzt könnte Horngacher etwas schaffen, was Schuster in seinen elf Jahren als DSV-Bundestrainer nicht gelungen war: Den begehrten Goldadler für den Tourneesieg wieder nach Deutschland holen. "Warum soll's nicht mal ein ausgezeichneter deutscher Springer sein, der über den anderen steht? Wir haben zwei, die das definitiv können!", sagte Horngacher zuletzt.
Klar, der norwegische Dominator Halvor Egner Granerud steht derzeit über allen, aber Eisenbichler und Geiger sind nah dran - und haben in diesem Winter schon bewiesen, dass sie zu Siegen fähig sind. Und Eisenbichler weiß ja, was er zu tun hat.
Die Vierschanzentournee 2020/21: Alle Springen - Qualifikation und Wettkampf - in Oberstdorf (28.12./29.12.), Garmisch-Partenkirchen (31.12./1.1.), Innsbruck (2.1./3.1.) und Bischofshofen (5.1./6.1.) LIVE im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!
Extra Time - der Podcast von Eurosport:
Das könnte Dich auch interessieren: Tournee: Polen dürfen doch in Oberstdorf starten
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2020/12/28/2962608-60808088-2560-1440.png)
Eisenbichler im Eurosport-Interview: "Es nervt, aber mein Gott"
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung