Vierschanzentournee - Severin Freund in Oberstdorf disqualifiziert: Der neue Kontrolleur kennt keine Gnade

Einen Tag nach seinem starken neunten Platz in der Qualifikation hat Weltcup-Rückkehrer Severin Freund beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf eine herbe Enttäuschung erlebt. Aufgrund eines nicht regelkonformen Anzugs wurde der 33-Jährige nach seinem ersten Sprung disqualifiziert. "Sehr schade, weil der Sprung echt was wert war", sagte Freund im Anschluss bei Eurosport.

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Quelle: Eurosport

Zuvor hatte sich Severin Freund mit einem Sprung auf 124,5 Meter souverän gegen den Russen Roman Trofimov durchgesetzt und damit seinen Aufwärtstrend nach dem überraschenden neunten Platz in der Qualifikation am Vortag bestätigt.
Der Einzel-Weltmeister von 2015 durfte sich gar Hoffnungen auf eine Top-Ten-Platzierung zur Halbzeit machen. Doch diese fanden bei der Materialkontrolle im Auslauf ein jähes Ende.
"Ich bin leider disqualifiziert worden wegen dem Anzug", erklärte Freund am Eurosport-Mikrofon: "Das Material muss natürlich auch stimmen und das hat's heute bei mir nicht. Es wird gut und genau kontrolliert."
Man habe nach "bestem Wissen und Gewissen" gearbeitet, sagte Freund, dem die Enttäuschung jedoch anzumerken war. Großen Groll hegte er jedoch nicht: "Es ist jetzt bei mir die erste Weltcup-Station. Es ist so, wie es ist."

Horngacher: "Kann passieren, müssen wir so hinnehmen"

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher wollte kein großes Drama draus machen. Nach dem Wettkampf sagte er: "Angeblich zu groß, kann passieren, müssen wir so hinnehmen."
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Quelle: Eurosport

Dass es jedoch ausgerechnet bei Freunds Weltcup-Rückkehr passierte, ist bitter. Eurosport-Experte Martin Schmitt nahm Freund in Schutz: "Es ist jeder absolut am Limit. Jeder versucht im Materialbereich und auch beim Anzug auszureizen, was nur geht. Aber der neue Kontrolleur Mika Jukkara ist sehr streng. Er arbeitet nicht mit Verwarnungen, wie es Sepp Gratzer in den vergangenen Jahren gemacht hat."
Unter Gratzer wäre Freund vielleicht nur verwarnt worden, so Schmitt. "Dann wäre es erst beim zweiten oder dritten Wettkampf für ihn ernst geworden. Da wusste man, man kriegt erstmal eine Gelbe Karte. Das ist bei Mika anders, da wird schnell mal einer disqualifiziert", berichtete der zweimalige Gesamtweltcupsieger.
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Auch Kobayashi wurde in dieser Saison schon disqualifiziert

Dass es unter Jukkara, der im Sommer das Amt von Gratzer übernommen hatte, strikter zugeht, zeigte sich bereits beim ersten Weltcup-Wochenende in Nizhny Tagil. In Russland disqualifizierte der 58-Jährige in der Qualifikation am Sonntag Ryoyu Kobayashi ebenfalls wegen eines nicht regelkonformen Anzugs.
Nun erwischte es Freund. Und er dürfte auch nicht der Letzte gewesen sein, dem dieses Missgeschick in dieser Saison wiederfährt. "Der Anzug ist halt dehnbar, da kann man mal einen halben oder einen Zentimeter drüber sein. Aber wenn man von Haus aus einen halben Zentimeter drunter ist, dann hat man keine Chance, dann gewinnt man auch nichts", erklärte Schmitt.
Bei Kobayashi war in Oberstdorf dagegen alles in Ordnung. Der Japaner siegte vor den beiden Norwegern Halvor Egner Granerud und Robert Johansson.
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