Vierschanzentournee: Wellinger und Geiger sorgen für Quali-Auftakt nach Maß - die wahren Duelle von Oberstdorf
Andreas Wellinger und Karl Geiger wecken mit ihren Top-Platzierungen in der Qualifikation von Oberstdorf für die Gesamtwertung der Vierschanzentournee zarte Hoffnungen. Beim Springen am Freitag (17:15 Uhr live bei Eurosport) will das DSV-Team gleich die nächste Ausbaustufe zünden. Stefan Kraft und Ryoyu Kobayashi werden allerdings ein Wörtchen mitreden wollen. Die wahren Duelle von Oberstdorf.
Schmitt-Analyse: "Da fällt einem ein Steinchen vom Herzen"
Quelle: Eurosport
Nein, recht viel besser hätte es aus deutscher Sicht nicht laufen können. Andreas Wellinger auf Platz eins, Karl Geiger auf Rang zwei, weite Teile der 16.300 Zuschauer umfassenden Rekordkulisse sangen begeistert "Oh, wie ist das schön": Mit dem Auftakt in Oberstdorf haben die DSV-Adler ihre Titelambitionen bei der 72. Vierschanzentournee unterstrichen. "Ich würde sagen: Das war der perfekte Auftakt", sagte Wellinger.
Der kleine Makel: Es war erst die Qualifikation, das Auftaktspringen auf der Schattenbergschanze (Hillsize: 137 m) folgt am Freitag (17:15 Uhr im Liveticker, live bei Eurosport im TV und im Stream bei discovery+).
Wellinger (1./135 m), Geiger (2./134 m), Philipp Raimund (4./134 m), Pius Paschke (9./132 m) und Stephan Leyhe (12./132 m) legten mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung aber zumindest schon mal den Grundstein für ein tolles Springen.
"Das Publikum hier ist der absolute Wahnsinn. Das gibt viel Aufwind, und den brauchen wir", sagte Wellinger, der mit seinem Satz auf 135 Meter als erster Deutscher seit Richard Freitag 2017 die Oberstdorf-Quali gewann.
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Top 3 der Qualifikation: Wellinger überbietet Geiger und Prevc
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Martin Schmitt: "Traumstart für das deutsche Team"
"Das ist ein Traumstart für das deutsche Team", sagte Eurosport-Experte Martin Schmitt: "Nach Weihnachten weiß man nicht so richtig, wo man steht. Da ist es wichtig, dass man gleich Selbstvertrauen bekommt. Und wenn man dann nach der Quali auf Eins und Zwei steht, fällt einem schon ein kleines Steinchen vom Herzen und man ist beruhigt, dass man die Form noch hat."
Top-Favorit Stefan Kraft aus Österreich musste sich dagegen mit Rang sieben begnügen (131 m) und wird sich am Freitag steigern müssen.
Die wahren Duelle von Oberstdorf.
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"Das ist mega!" Wellinger, Geiger, Raimund und Paschke im Interview
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1.) Deutschland gegen den Rest der Welt
Klar, der Österreicher Stefan Kraft ist weiterhin der große Favorit auf den Tourneesieg. Mit den Plätzen eins, zwei, vier, neun und zwölf haben die DSV-Adler in der Quali von Oberstdorf der ÖSV-Konkurrenz den Fehdehandschuh aber einmal so richtig genüsslich durchs Gesicht gezogen.
"Das war ein super Warm-up", meinte Bundestrainer Stefan Horngacher: "Diese Ergebnisse sind außergewöhnlich gut." Vor 16.300 Zuschauern - ein Quali-Rekord - schwebten die Deutschen um Wellinger auf einer Euphoriewelle ins Tal. "Es war unglaublich", sagte Wellinger. "Es hat mega Spaß gemacht", meinte Geiger. "Voll geil!", ergänzte Raimund: "Ich freue mich umso mehr auf morgen."
Für Wellinger ist die Schattenbergschanze eigentlich die Problemschanze, dort hatte er unter anderem 2018 (39.) und 2020 (46.) enttäuscht und 2021 als 51. sogar den Wettkampf verpasst. Nun aber gelang ihm ein Traumflug, der auf mehr hoffen lässt. "Ich bin recht begeistert - er macht mir einen sehr entspannten Eindruck", sagte Eurosport-Experte Werner Schuster. "Wenn er aus Oberstdorf gut rausgeht, ist ihm alles zuzutrauen."
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Quali-Sieg in Oberstdorf! Wellinger lässt Kraft und Co. hinter sich
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22 Jahre nach Sven Hannawald warten die deutschen Fans schließlich immer noch immer auf einen Gesamtsieger, in diesem Jahr scheinen die Chancen so gut wie lange nicht. Zehn Podestplätze holten Wellinger (4), Paschke (3) Geiger (2) und Stephan Leyhe (1) schon, nie zuvor seit der Weltcup-Premiere 1979/80 waren es vor Oberstdorf mehr.
"Das macht es im Moment aus: Das wir uns gegenseitig pushen und nach vorne ziehen", sagte Wellinger. "Wenn wir ordentlich Skispringen, können wir viel erreichen."
Bei seinem Sprung gehe es darum, "dass ich den Übergang im ersten Drittel nicht zu schnell mache, dass ich wirklich den Ski mitnehme, oben drüber fliege und dann erst Gas gebe, wenn es so richtig in den Hang geht. Da werde ich morgen noch ein bisschen dran feilen und dann werden wir sehen, was rauskommt." Es ist also sogar noch Luft nach oben.
So sieht's auch bei Geiger aus. "Den Absprung hat er nicht hinbekommen, da war er ein bisschen zu spät, aber die Technik passt", analysierte Schuster und gab zu bedenken: "Trotz seines sichtbaren Fehlers lag er nur 0,4 Punkte hinten. Das ist schon enorm."
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Trotz Patzer: Geiger mit starker Quali auf seiner Heimschanze
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Auch die anderen haben noch Reserven. "Die Krankheit, die ich hatte, steckt immer noch ein bisschen in meiner Muskulatur", erklärte Raimund. Bei Paschke geht ebenfalls noch mehr. "Im Übergang hat er die Skispitzen zu schnell geöffnet und so an Weite eingebüßt", analysierte Ex-Bundestrainer Schuster: "Er ist nicht weit weg. Der Fehler kann bis morgen behoben werden."
Am Freitag werden übrigens 25.500 Zuschauer in Oberstdorf erwartet …
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Riesenjubel in Oberstdorf: Raimund dreht in Quali mächtig auf
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2.) Kraft gegen die Rot-Weiß-Rot-Euphorie
Saison-Dominator Stefan Kraft wurden in der Quali ein wenig die Flügel gestutzt - nach eigener Aussage war der Österreicher mit seinen 131 Metern aber voll im Plan. "Ich bin sehr zufrieden", sagte der Gesamtsieger von 2014/15, der die ersten vier Springen der Saison gewonnen hatte und zuletzt auch in Engelberg triumphierte.
Dass er am Freitag "nur" als Siebter an den Start gehen wird, störte ihn nicht. "Die Ausgangsposition ist super, so kann ich mal von vorneweg angreifen. Die Sprünge waren nicht perfekt, aber sehr gut. Die perfekten brauche ich erst morgen", so der 32-Jährige.
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Kraft trotz Platz sieben in der Quali "sehr zufrieden"
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"Er hat es nicht verlernt", meinte auch Schuster: "Der Tourneesieg führt über ihn." Das Spannende sei, dass "Kraft und Kobayashi morgen gut fünf Minuten vor Wellinger und Geiger dran sein werden", sagte der Eurosport-Experte: "Ob das ein Vorteil ist, werden wir erst am Freitag wissen."
Mit Oberstdorf kommt Kraft eigentlich gut zurecht - 2014 und 2016 gewann er hier, landete er weitere sechs Male in den Top 10. Sein Schicksalsberg ist in Garmisch - dort gingen ihm in den letzten sechs (!) Jahren stets alle Tourneehoffnungen hopps.
Kraft springt bei der Tournee aber nicht nur gegen den Garmisch-Fluch, sondern auch gegen die hohe Erwartungshaltung in der Heimat an. Seit seinem Tourneetriumph 2015 stand nämlich kein Rot-Weiß-Roter mehr ganz oben auf dem Treppchen …
3.) Ex-Sieger gegen die schwache Form
Insgesamt sechs ehemalige Vierschanzentournee-Sieger sind bei der 72. Ausgabe am Start. Neben Kraft hat sich im aktuellen Saisonverlauf aber nur Ryoyu Kobayashi einen Mitfavoritenstatus erwerben können - die anderen springen hinterher.
So ähnlich auch das Bild in Oberstdorf: Hinter Kraft (7.) und Kobayashi (9.) sprangen Titelverteidiger Halvor Egner Granerud (16.), Dawid Kubacki (27.) und Kamil Stoch (37.) deutlich hinterher. "Es war ein Sprung auf Nummer sicher, total langweilig", sagte Granerud, der für Freitag "nicht die größten Hoffnungen" hat.
Von den Ex-Siegern gelang einzig Peter Prevc mit der Tagesbestweite von 138,0 Metern ein Ausrufezeichen (3.) - nur er verhinderte einen deutschen Dreifachsieg in der Quali. Seinen Sprung bezeichnete der Slowene hinterher aber als "halbes Weihnachtswunder"; als 13. des Gesamtweltcups gehört der 31-Jährige eigentlich nicht zum Favoritenkreis.
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25. Tournee-Teilnahme! Ammann qualifiziert sich souverän
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Richtig nass rein ging es derweil erneut den Polen. Im Team von Cheftrainer Thomas Thurnbichler, der kurz vor der Tournee seinen deutschen Co-Trainer Marc Nölke vorzeitig entlassen musste, war Weltmeister Piotr Zyla noch der Beste - auf Rang 26.
Kobayashi dagegen hatte im Training mit einem Satz auf 140,0 m aufgezeigt und ist noch nicht raus aus der Verlosung.
"Von allen Nicht-Deutschen und -Österreichern schätze ich ihn am stärksten ein", sagte Martin Schmitt über den Japaner: "Er hat zwar noch nicht die Stabilität von Wellinger, aber er hat im Training starke Sprünge gezeigt. Ich schätze ihn so ein, dass er mit der Atmosphäre und Wettkampfdruck stärker wird. Ihm ist alles zuzutrauen …"
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K.O.-Duelle und Lucky Loser: So läuft die Vierschanzentournee
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