Karl Geiger schuftet nach DSV-Ausbootung mit Sonderschichten in Oberstdorf für Vierschanzentournee: "Mentales Reset"
VonLukas Fegers
Update 18/12/2025 um 12:12 GMT+1 Uhr
Sonderschichten in Oberstdorf statt Weltcup-Zirkus: In seinem Heimstadion arbeitet Karl Geiger akribisch an seinem Formaufbau. Nachdem der Skispringer Anfang Dezember aus dem Weltcup-Kader des Deutschen Skiverbands (DSV) gestrichen wurde, will der 32-Jährige so zurück in die sportliche Spur finden. "Zugleich ist es auch ein mentales Reset, schreibt Geiger in seiner Kolumne auf "sport.de".
Horngacher: "Muss sich keine Sorgen über Geiger und Wellinger machen"
Quelle: Eurosport
Auf seiner Heimschanze trainiere er "in großen Umfängen". Pro Tag stünden zwei Einheiten mit mehreren Sprüngen an.
"Die Entscheidung, mich aus dem Weltcupgeschehen erstmal rauszunehmen, und sich auf das intensive, heimische Training zu konzentrieren, ist das Mittel zur Wahl, wenn die Flügel mal hängen und die Abläufe neu gedacht werden müssen", betont Geiger auf "sport.de".
Den ersten Heim-Weltcup des Olympia-Winters am vergangenen Wochenende in Klingenthal hatte Geiger nur aus der Zuschauerrolle betrachtet. Nach zuvor schwachen Auftritten verzichtete Bundestrainer Stefan Horngacher auf eine Nominierung des fünfmaligen Weltmeisters.
Das Positive für Geiger daran: Während er im Weltcup "nur eine reduzierte Zahl an Sprüngen mit festem Zeitschema absolvieren" könne, komme er dank seiner Sonderschichten aktuell "auf eine hohe Zahl an Sprüngen, die hintereinander absolviert werden und bei denen die Interventionen bzw. die Korrekturen beim Absprung unmittelbar und zeitnah erfolgen können".
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Für Skispringer Karl Geiger läuft es in dieser Saison noch nicht rund.
Fotocredit: Getty Images
Geiger auf Langlaufskiern unterwegs
Die Sonderschichten in Oberstdorf sind "sehr kleinteilig", wie Geiger unterstreicht. Gemeinsam mit seinem Trainer schaue er auf "jedes Element, jeden Aspekt".
Neben täglicher Schanzenarbeit stehen dabei auch unkonventionelle Trainingsmethoden auf dem Plan. "Die langen Latten weichen dann schon mal Langlaufskiern, für die wir kleine Schneeschanzen bauen, um auf diesen kleinere Sprünge durchzuführen, oder aber auch Ski-Alpin-Geräten", so Geiger.
Er pendele zwischen Langlauf- und Sprungstadion, übe in unterschiedlichen Formaten das Springen und sensibilisiere so das "Bewusstsein für fließende Abläufe".
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Schmitt-Analyse: "Wellinger und Geiger bereiten Sorgen"
Quelle: Eurosport
Auch Wellinger trainiert in Oberstdorf
Allein ist Geiger bei seinen Sonderschichten nicht. Denn nicht nur sein Trainer, sondern auch sein DSV-Teamkollege Andreas Wellinger ist mittlerweile in Oberstdorf vor Ort. Ähnlich wie Geiger springt der zweimalige Olympiasieger derzeit seiner Form hinterher.
Zum Ende seiner ersten Heimtrainingswoche sei Wellinger (30) zu ihm gestoßen, schreibt Geiger: "Jenseits von Weltcuphektik und Reisestress arbeiten wir ruhig und akribisch an den Dingen, um in die Erfolgsspur zurückzukehren und für den ersten Höhepunkt der Saison, die Vierschanzentournee, bestmöglich vorbereitet zu sein. Trainieren und arbeiten wie ich es mag, ohne Ablenkungen und anderen Verpflichtungen mit dem Fokus auf Optimierung - Sprung für Sprung."
Elf Tage sind es noch bis zum ersten Springen der Vierschanzentournee - in Oberstdorf (28./29. Dezember live bei Eurosport und discovery+). Für Lokalmatador Geiger, aber auch für Ruhpolding-Athlet Wellinger soll es dann wieder besser laufen, sofern sie im DSV-Kader stehen.
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