Katharina Schmid exklusiv über Olympia 2026: Skispringerinnen "haben noch eine Rechnung offen" mit den Winterspielen
Publiziert 13/11/2025 um 18:11 GMT+1 Uhr
Skispringerin Katharina Schmid geht mit großer Vorfreude auf ihre voraussichtlich letzte Saison im Weltcup. Im exklusiven Interview mit Eurosport spricht die 29-Jährige über die vielen Highlights des Olympia-Winters, komplizierte Regelanpassungen durch die FIS, eine offene Rechnung mit den Olympischen Spielen und warum sie nach reiflicher Überlegung einfach noch ein Jahr dranhängen musste.
Schmid vor dem Olympia-Winter: Vorfreude auf viele Highlights
Quelle: Eurosport
Vor dem Start in die neue Saison zeigte sich Katharina Schmid im exklusiven Eurosport-Interview entspannt, aber hochmotiviert. Mit 29 Jahren geht die 19-fache Weltcupsiegerin im Einzel in ihre voraussichtlich letzte Weltcup-Saison.
Eine Saison, die mit der heimischen Two Nights Tour in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen sowie zwei Skiflug-Wettbewerben in Vikersund und Planica bereits zahlreiche Highlights bereithält - ihren großen Höhepunkt findet sie jedoch bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. - 22. Februar 2026).
Beim größten Sportereignis der Welt konnte die gebürtige Oberstdorferin bereits zweimal Silber von der Normalschanze einheimsen (2018 in Pyeongchang, 2022 in Peking) - und dennoch hat sie in Sachen Olympia noch "eine Rechnung offen".
Wie läuft die Vorbereitung und wie groß ist die Vorfreude auf die neue Saison?
Katharina Schmid: "Die Vorbereitung läuft ganz gut mittlerweile. Es setzt sich jetzt alles zusammen. Der Feinschliff wird noch gemacht, aber ich bin recht zufrieden. Die Vorfreude steigt, gerade jetzt, wo es kälter wird. Wir hatten schon den ersten Schnee, ich freue mich riesig auf den Winter."
Im vergangenen Winter sind Sie mit drei Siegen in Folge perfekt in den Winter gestartet. Ist das Erfolgsrezept für einen ähnlich starken Saisonstart schon wieder griffbereit?
Schmid: "Noch nicht ganz. Ich merke, dass ich noch nicht da bin, wo ich gerne wäre. Aber der Weg passt. Ich hebe mir diese Siege dann für irgendwann zwischendrin auf (lacht). Aber im Ernst: Ich hoffe natürlich, dass ich gut starte. Letztes Jahr war natürlich grandios, ich hoffe, dass ich es dieses Jahr konstant durch die Saison bringe."
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Katharina Schmid
Fotocredit: Getty Images
An welchen Stellschrauben wurde im Sommer gedreht?
Schmid: "Wir hatten ja ein paar Regeländerungen und ich habe gemerkt, dass ich da erstmal ein bisschen zu Knabbern habe. Gott sei Dank hat man das jetzt nochmal ein wenig abgeändert nach Predazzo und ich hoffe jetzt, dass ich mir wieder leichter tue und gut ins Fliegen komme. Körperlich habe ich einfach gut trainiert und weiß, worauf es ankommt."
Nach dem Weltcup in Villach zu Jahresbeginn kam kein weiterer Podestplatz mehr hinzu. Wie stellen Sie sicher, dass es nun auch in der zweiten Saisonhälfte klappt?
Schmid: "Ich hoffe einfach, dass ich konstanter springen kann, dass ich mich auf mich fokussieren kann und mein Gefühl behalte. Schauen wir mal, ob es was wird."
Sie haben sich dazu entschieden, noch ein Jahr dranzuhängen. Wie kam es dazu?
Schmid: "Ich habe nach dem letzten Winter lange überlegt, wo meine Reise hingehen soll. Im Training habe ich dann gemerkt, dass es mir einfach unglaublichen Spaß macht. Das Gefühl ist da und es macht einfach Bock, ohne jetzt auf die Weiten und Platzierungen zu schauen. Mir macht es einfach unglaublichen Spaß."
Ein Blick in Richtung Olympia: Es gab auf der Olympiaschanze in Val di Fiemme schwere Stürze bei den Testbewerben. Sie haben angesprochen, dass es Anpassungen bei den Anzugsvorgaben gab. Wie stehen sie grundsätzlich zu diesen Anpassungen?
Schmid: "Ich bin ganz froh, dass man noch einmal eingegriffen hat und etwas geändert hat. Man hat es in Klingenthal gesehen, dass wir Damen jetzt wieder leichter weit springen können. Man fliegt einfach unten ein bisschen schöner hin, man kommt besser zur Landung und kann diese besser setzen. Das gibt mehr Selbstvertrauen als wenn ich weiß, ich falle da unten rein und muss hoffen, dass alles hält. Ich finde es gut, dass nochmal eingegriffen wurde."
Ihre Kollegin, Eva Pinkelnig, verletzte sich bei der Generalprobe auf der Olympia-Schanze schwer und kritisierte die FIS anschließend scharf. Die Springerinnen seien als Versuchskaninchen missbraucht worden. Wie sehen Sie das?
Schmid: "Es ist schwierig. Ich fand den Zeitpunkt ein bisschen knapp. Wir hatten bisher nur einen Sommer-Grand-Prix auf der Schanze. Die Schanze war ja leider noch nicht früher fertig, sonst hätten wir einen Testwettbewerb im Jahr zuvor machen können, was eigentlich sonst immer der Fall war. Es ist blöd, wenn sowas (Verletzung von Eva Pinkelnig, Anm. d. Red.) kurz vor der Olympia-Saison passiert - das ist einfach bitter. Ich weiß nicht, wie viel die FIS dazu beigetragen hat, aber die Schanze war halt einfach noch nicht fertig."
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Diethart exklusiv zu schwerem Pinkelnig-Sturz: "Kein gutes Zeichen"
Quelle: Eurosport
Der Weltcup-Kalender der Männer und Frauen wurde jetzt noch weiter aneinander angeglichen. Aus Ihrer Sicht ein wichtiger und richtiger Schritt?
Schmid: "Ja, auf jeden Fall. Ich finde es ganz gut, dass wir mehr Stationen mit den Herren zusammen haben. Man muss natürlich aufpassen, dass wir nicht hinten runterfallen - gerade, wenn es mal windige Bedingungen sind. Nicht, dass dann die Durchgänge der Damen gestrichen werden. Ich glaube aber, dass der Weg so ganz gut ist."
Stichwort Olympia: Eine Goldmedaille im Einzel fehlt noch in Ihrer Sammlung. Liegt darauf der Fokus in diesem Winter?
Schmid: "Natürlich ist Olympia ein Highlight in diesem Winter. Ich weiß auch: wenn ich einen guten Tag habe, wenn alles zusammenläuft, dann kann ich vorne mitmischen und um die Medaillen mitkämpfen. Klar fährt jeder hin, um eine Medaille zu gewinnen und nicht nur dabei zu sein. Aber es gibt noch mehr Highlights. Wir haben die Two Nights Tour zu Hause, wir dürfen nochmal Skifliegen in Vikersund, wir dürfen Skifliegen in Planica zum Schluss. Es gibt schon ein paar Highlights, bei denen ich hoffe, dass ich irgendwie vorne dabei bin."
Wie groß ist die Motivation nach dem Anzugsskandal im Mixed bei den Olymischen Spielen in Peking vor drei Jahren? Ist das noch im Hinterkopf?
Schmid: "Klar, wir haben noch eine Rechnung offen im Mixed Team bei Olympia. Wir werden wieder angreifen und versuchen, hinter uns zu lassen, was in Peking passiert ist und da weitermachen.
Die Sache ist also komplett aus dem Kopf gestrichen?
Schmid: "Ja, schon. Natürlich war es bitter, aber es ist eben leider passiert und ich kann nichts mehr daran ändern. Jetzt haben wir die Chance, es neu zu machen."
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Quelle: Eurosport
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