Olympia 2026 - Skispringen: Philipp Raimund glänzt auf Normalschanze mit Gold-Gala - Eurosport-Experten schwärmen

Philipp Raimund hat mit zwei perfekten Sprüngen auf der Normalschanze bei Olympia deutsche Skisprung-Geschichte geschrieben. Mit 25 Jahren krönte er sich zum Olympiasieger - und zwar mit einer beeindrucken Routine, die selbst Altmeister nur sehr schwer erreichen. Die Eurosport-Experten Werner Schuster, Markus Eisenbichler und Martin Schmitt analysieren den grandiosen Auftritt des Gold-Adlers.

Schuster und Eisenbichler analysieren Raimund-Gold: "Dann bist du stark"

Quelle: Eurosport

Nervosität? Die hat sich Philipp Raimund kurz vor dem Sprung seines Lebens nicht anmerken lassen. Mit einer Weite von 106,5 Metern und einem astreinen Telemark nahe der Hillsize brachte der Halbzeitführende die Goldmedaille unter Dach und Fach.
"Mental war das eine sehr große Leistung", lobte Eurosport-Experte Werner Schuster. Völlig frei von zweiflerischen Gedanken könne niemand sein, aber "die Frage in solchen Momenten lautet immer: Kommt man in den Zustand der entspannten Konzentration?" Und nichts weniger ist Raimund gelungen.
Der Grund dafür ist simpel: Von vorne bis hinten hat der 25-Jährige jede einzelne Sekunde auf der Schanze in Predazzo optimal ausgenutzt. "Philipp hat sich die Sicherheit im Training geholt. Er hat jedes Training gemacht, jeden Sprung und hat nicht aufgehört. Viele tun das - aber dann fängt das Nachdenken an", erklärte der ehemalige Bundestrainer.
So weit hat es Raimund an den zurückliegenden Tagen nicht kommen lassen. Jeder Sprung war für ihn von elementarer Bedeutung - und dann macht es einfach Klick:
"Mit jedem gelungenen Versuch hat er seine Nervosität besänftigen können, weil er gewusst hat: Ich kann es ja! Und so entsteht das Gefühl, dass es selbst mit kleinen Fehlern weit nach vorne geht", erklärte Schuster.
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Der Sprung seines Lebens: Raimund fliegt zu Olympiagold

Quelle: Eurosport

Wie üblich auf der kleinen Schanze spielen dort die Haltungsnoten eine gewichtigere Rolle als anderswo. Und ein sauberer Telemark ist in einem solchen Fall die halbe Gold-Miete. "Ob Training oder Probedurchgang - er hat ihn immer geübt", meinte Schuster. "Das hat ihn am Ende von allen anderen abgehoben. Dass er das so durchzieht, ist aller Ehren wert."
Kritikpunkte suchte man bei beiden Sprüngen von Raimund vergeblich. "Seine Anfahrtsposition ist weit vorne, so wie Unterschenkel und Oberkörper. Die Arme machen gar nichts. Dann springt er in ein symmetrisches System und muss keine Korrekturen vornehmen", analysierte der Erfolgscoach. "Es wurde in der Nähe der Hillsize entschieden - und da den Telemark zu machen, ist alles andere als einfach. Da waren alle Elemente zu sehen, die man braucht."

Schmitt zu Raimund: "Das ist einfach Wahnsinn!"

Und trotz der Tatsache, dass Raimund in allen Einzelheiten einen Sahnetag erwischte, war sein Triumph in Predazzo vor allem eines: eindrucksvoll.
"Wenn man als letzter Springer oben sitzt mit dem Druck – man bekommt die Weiten der anderen mit", erinnert Eurosport-Experte Martin Schmitt an den nervenaufreibenden Showdown im zweiten Durchgang. "Dann mit der vollen Energie, der vollen Überzeugung, aber auch mit der höchsten Präzision den Sprung in aller Ruhe auszufliegen und den Telemark reinzuknallen, das ist einfach Wahnsinn!"
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Highlights: Raimund springt in die Geschichtsbücher

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Ein Wahnsinn, der natürlich Lust auf mehr macht und die Frage aufwirft: Was ist bei diesen Winterspielen für die deutschen Skispringer noch alles möglich?
Am Dienstag findet - ebenso auf der Normalschanze - der Mixed-Teamwettkampf statt. Olympiasieger Raimund will dort gemeinsam mit Felix Hoffmann, Selina Freitag und Agnes Reisch ab 18:45 Uhr für das nächste Highlight sorgen.
"Wenn einer direkt zündet im ersten Wettkampf, dann befreit das alle. Der extrem große Druck ist weg, die Medaille ist da", stellte Eurosport-Experte Markus Eisenbichler fest. "Das ist ein sehr starkes Team, da haben sie sich im Vorfeld schon eine Medaille ausgerechnet."

Acht gute Sprünge im Mixed sind Pflicht

Gold im Einzel mag ein bedeutsamer Motivationsschub sein, in einem Teambewerb kann sich eine Mannschaft davon aber nichts kaufen. "Das Zusammenzählen der zwei besten Damen und Herren hat noch nie funktioniert. Dieser Wettkampf hat einfach eine eigene Dynamik", mahnte Schuster. "Das wird ein absoluter Kracher. Vor allem auf der kleinen Schanze."
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Raimund exklusiv nach Gold-Triumph: "Bin im siebten Himmel"

Quelle: Eurosport

Neben Deutschland hoffen auch Norwegen mit Olympiasiegerin Anna Odine Ström, Slowenien mit den Prevc-Geschwistern Domen und Nika sowie Österreich und Japan auf olympisches Edelmetall. Acht gute Sprünge sind für eine Medaille also absolute Pflicht.
"Mit dem Schwung der Medaille geht's da morgen auch ein bisschen leichter", blickte Schmitt optimistisch voraus. "Aber jetzt feiern wir erstmal Philipp und seine Goldmedaille."
Apropos: Wie feiert man eigentlich als frischgebackener Olympiasieger?
"Er kommt ja auch aus Bayern, also wird er sich schon ein paar Bier aufschnalzen", meint Eisenbichler. "Aber bitte nicht zu viel, Hille! Ein oder zwei Bier kannst schon trinken, aber dann wird morgen wieder angegriffen."
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104 Meter: Wellinger zeigt "ordentlichen Sprung" im 2. Durchgang

Quelle: Eurosport


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