Olympia 2022 - Skispringen: Deutschland holt in Team-Krimi Bronze - Österreich gewinnt Gold

Markus Eisenbichler und Karl Geiger haben die deutschen Skispringer im Teamspringen auf der Großschanze von Zhangjiakou zu Olympia-Bronze geführt. Das DSV-Quartett um Constantin Schmid, Stephan Leyhe, Eisenbichler und Geiger sammelte 922,9 Punkte und lag damit um 0,8 Punkte vor Norwegen auf Platz drei. Gold im Teamwettbewerb gewann Österreich mit knapp acht Punkten Vorsprung vor Slowenien.

Krimi im Teamspringen! So holte Deutschland Bronze und Österreich Gold

Quelle: Eurosport

Die Entscheidung um Bronze fiel bei eiskalten Temperaturen von unter minus 20 Grad erst mit den letzten Athleten. Vor Schlussspringer Karl Geiger lag das DSV-Team noch auf Rang vier, war durch einen starken Finalsprung von Markus Eisenbichler auf 139,5 Meter aber näher an Norwegen heran gerückt.
Geiger machte die Aufholjagd zur Bronzemedaille mit einem Sprung auf 128 Meter perfekt, weil nach ihm Großschanzen-Olympiasieger Marius Lindvik patzte und 1,5 Meter kürzer sprang. So blieb für die mitfavorisierten Norweger nur Rang vier.
"Es ist so cool, es war unglaublich knapp", sagte der überglückliche Geiger, der vor zwei Tagen auf der Großschanze bereits Dritter im Einzel wurde und nun mit zwei Bronzemedaillen aus Peking abreisen wird.
Nach seinem Finalsprung war sich der Skiflug-Weltmeister allerdings nicht sicher, ob es sich mit der Teammedaille tatsächlich ausgeht. "Ich habe befürchtet, es reicht nicht. Bei Lindviks Sprung dachte ich nur 'bitte, bitte, bitte, bitte, bitte'. Jetzt bin ich heilfroh, weil es echt wichtig für das Team gewesen ist", so Geiger.
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139,5 Meter! Eisenbichler glückt bester Sprung im ganzen Teamwettkampf

Quelle: Eurosport

Eisenbichler: "Wollte diese scheiß Medaille haben"

Nach dem ersten Durchgang hatte Deutschland noch zehn Punkte hinter Norwegen gelegen.
Nach einem schwächeren ersten Sprung von Constantin Schmid fiel die Mannschaft zu Beginn des Finaldurchgangs gar auf Platz sechs zurück. Leyhe brachte die Mannschaft mit einem Satz auf 129 Meter jedoch wieder in Schlagdistanz der Norweger.
Eisenbichler war nach dem Wettkampf und seinem starken Auftritt sichtlich erleichtert. "Ich wollte unbedingt die scheiß Medaille haben", sagte der Siegsdorfer in der "ARD" und ergänzte: "Jetzt habe ich endlich ein Spielzeug für den Kleinen mitgebracht." Für den sechsmaligen Weltmeister ist es die erste olympische Medaille seiner Karriere.
Auch Bundestrainer Stefan Horngacher war "total froh und happy. Es war auf Messers Schneide."
Für Eisenbichler hat diese Bronzemedaille zudem eine besondere Vorgeschichte. Vor vier Jahren war er vom damaligen Bundestrainer Werner Schuster in PyeongChang nicht fürs Team nominiert worden. Ohne ihn holten Geiger, Leyhe, Richard Freitag und Andreas Wellinger Silber.
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"Das bedeutet uns alles!" Geiger extrem glücklich über Bronze

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Werner Schuster freut sich mit Eisenbichler: "Ich gönn' dir die Medaille"

Der jetzige Eurosport-Experte Schuster freute sich daher besonders mit dem 30-Jährigen: "Eisei, ich gönn dir die Medaille. 'Ich hab dir die Medaille weggenommen', hast du vor vier Jahren zu mir gesagt. Jetzt hast du sie dir mit deinen tollen Leistungen erkämpft. Bravo!"
Schon im ersten Durchgang war Eisenbichler mit 136 Meter der weiteste Sprung im deutschen Team gelungen. Schmid hatte Weltmeister Deutschland mit einem Sprung auf 126,5 m auf Rang vier platziert, den Stephan Leyhe (127,5), Eisenbichler und schließlich auch Geiger verteidigten. Allerdings hatte der Oberstdorfer bei seinem ersten Sprung sehr schlechte Windverhältnisse und kam daher nur auf 121 Meter.
Auch Eurosport-Experte Martin Schmitt lobte Eisenbichler: "Ich hätte als Bundestrainer Markus Eisenbichler gleich starten lassen, um im Wettkampf direkt auf Tuchfühlung zu sein. Aber Eisei ist seiner Rolle voll gerecht geworden und er hat mit seinem tollen zweiten Sprung die Mannschaft in Position gebracht."
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Schmitt analysiert Teamspringen: "Da sollten sie ihm die Füße küssen"

Quelle: Eurosport

Schmitt: Vielleicht Eisenbichlers letzte olympische Medaille

Aus Sicht des Team-Olympiasiegers von 2002 könnte diese Medaille für den sechsmaligen Weltmeister abgesehen vom "kleinen Trauma" aus PyeongChang noch eine weitere Bedeutung haben. "Ich weiß nicht, ob er in vier Jahren noch springt. Wahrscheinlich eher nicht. Es kann sein, dass das seine letzten Olympischen Spiele waren, seine letzte Medaillen", erklärte Schmitt.
Gastgeber China schied derweil wie erwartet bereits nach dem ersten Durchgang aus. Die vier Springer sammelten zusammen gerade einmal 115,0 Punkte und somit weniger als die Top-Springer in einem Sprung. Auch Tschechien (279,5) und die USA (261,0) verpassten das Finale der besten acht Nationen.
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Dabei sein ist alles: "Vier Chinesen sind ein Spitzenspringer"

Quelle: Eurosport

Für die DSV-Adler endete dagegen ein olympisches Wechselbad der Gefühle mit einem Höhepunkt. Das Einzelspringen von der Normalschanze wurde mit Platz 15 für Geiger und Schmid auf Rang elf als bestem Deutschen zum Desaster, der Mixed-Team-Wettbewerb mit der Disqualifikation der Einzelzweiten Katharina Althaus und Platz neun zur Farce.
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Große Emotionen! Team Deutschland feiert Bronze auf dem Treppchen

Quelle: Eurosport

Eurosport-Podcast: Hambüchen & Friends Folge 9 mit Martin Schmitt

(mit SID)
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Hornschuh ohne Handschuh - der ultimative Skisprung-Temperaturcheck

Quelle: Eurosport

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