Mit gelöstem Lächeln und Gelb im Gepäck machte sich Karl Geiger am Montag auf den Weg Richtung Peking. Der deutsche Skisprungstar war nach der Generalprobe in Willingen bester Laune, immerhin geht er als Weltcupführender in China auf Medaillenjagd. Die Form stimmt, der Traum von Gold lebt - dafür musste Geiger zuletzt allerdings einiges opfern.
Seine Frau Franziska und Töchterchen Luisa hat er bei der Wettkampf-Hatz mit zwischenzeitlicher Selbstisolation schon länger nicht gesehen. Und das wird noch einige Wochen so bleiben.
Aber: "Olympische Spiele sind für einen Sportler das Größte. Dafür muss man dann mal ein paar Monate zurückstecken", sagte Geiger (28), der am Sonntag im Sauerland auf Platz zwei geflogen war.
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Damit nahm er seinem großen Rivalen Ryoyu Kobayashi (Japan) die Führung in der Saisonwertung wieder ab und fährt er als erster Deutscher seit Jens Weißflog 1984 in Gelb zu Olympischen Spielen. "Ich bin hochmotiviert und brenne auf die Wettkämpfe in Peking", betonte Geiger, der 2018 in Pyeonchang Silber im Team gewonnen hatte.

Markus Eisenbichler: "Das kotzt mich an"

Mit ganz anderen Gefühlen machte sich Markus Eisenbichler auf den Weg nach China. Platz elf trotz starkem ersten Durchgang am Sonntag in Willingen - der 30-Jährige musste erst einmal Druck ablassen. "Das kotzt mich an. Das muss ich erstmal verarbeiten", schimpfte Eisenbichler, der sich über unfaire Windbedingungen bei seinem zweiten Sprung beschwerte und mit Wut im Bauch in den Flieger in Frankfurt stieg.
Vielleicht muntert den emotionalen Bayern das Dauerstrahlen von Katharina Althaus ein wenig auf. Die Oberstdorferin gilt nach der Generalprobe neben Geiger als Gold-Hoffnung. "Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Peking", sagte die Olympiazweite nach zwei zweiten Plätzen in Willingen. Auch wenn es Althaus "leid tue", spielt ihr wahrscheinlich das Corona-Pech ihrer Rivalin Marita Kramer in die Karten. Die österreichische Weltcup-Dominatorin droht nach einem positiven Test die Spiele zu verpassen.

Ohne Coronafälle durch die Olympischen Spiele

Von so einem Schicksal will die Auswahl des Deutschen Skiverbandes unbedingt verschont bleiben, Männer-Bundestrainer Stefan Horngacher geht wegen der maximalen Vorkehrungen davon aus, ohne Coronafall "durchzukommen. Solche Events muss man genießen, es sind die Olympischen Spiele", sagte Horngacher, dessen Vorfreude trotz der Umstände ungebremst ist.
Doch Stephan Leyhe, der anders als die weiteren Peking-Fahrer Constantin Schmid und Pius Paschke in Willingen zumindest ein wenig überzeugen konnte, betonte: "Für mich waren es erst gute Spiele, wenn ich gesund zurück im Flieger sitze". Karl Geiger würde das alleine nicht reichen.
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(SID)

Bärenstark! Geiger fliegt in Willingen zurück ins Gelbe Trikot

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