Neben Katharina Althaus waren ausgerechnet bei der olympischen Premiere im Mixed weitere gute Springerinnen aufgrund irregulärer Anzüge aus der Wertung genommen. Unter anderem hatte es auch die Rekord-Weltcupsiegerin Sara Takanashi und die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz erwischt.
Zudem traf es im zweiten Durchgang auch zwei Norwegerinnen. Der Wettkampf geriet zur kompletten Farce, an dessen Ende zwar Slowenien verdienter Olympiasieger wurde, doch über den sportlichen Ausgang sprach fast niemand.
"Für mich war das im ersten Moment wie ein Albtraum. Ich hatte gehofft, ich wache irgendwann auf und alles war nur ein schlechter Traum. Ich wurde zuvor noch nie disqualifiziert und dann ausgerechnet bei dem wichtigsten Wettkampf der Saison. Auch für unseren Sport war es sehr bitter, es war die Premiere des Mixed-Team-Wettbewerbs gemeinsam mit den Herren", erklärte Althaus.
Skispringen
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Zugleich bedankte sie sich aber auch noch einmal beim Team für die Unterstützung: "Ich war froh, dass ich das Team um mich herum hatte. Jeder stand hinter mir, niemand machte mir einen Vorwurf."

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Althaus: "Ganz schlecht für unseren Sport"

Grund für die zahlreichen Disqualifikationen war eine veränderte Anzugkontrolle im Auslauf. Dies sorgte für heftige Kritik an der FIS. Althaus selbst sprach im Anschluss davon, dass der Ski-Weltverband das Damen-Skispringen "zerstört" habe.
An dieser Sichtweise hat sich auch vier Wochen danach nichts geändert. "Natürlich ist das ganz schlecht für unseren Sport, weil nur Damen von den großen Nationen disqualifiziert wurden. Die Kontrollen waren andere als bei den Weltcup-Springen zuvor. Das ist einfach ohne Vorwarnung passiert", erklärte Althaus.
An den Tagen zuvor hätten die Anzüge gepasst und beim Mixed-Wettkampf dann jedoch plötzlich nicht mehr und das, obwohl man nichts an den Anzügen verändert habe. Und: "Es betraf ja nicht nur mich, sondern gleich das ganze Team, das war schon krass", beschrieb die Oberstdorferin das ganze Dilemma an jenem Abend im Zhangjiakou National Ski Jumping Centre.

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Althaus stellt klar: Darf "nicht noch einmal passieren"

Positives kann sie diesem 7. Februar nach wie vor nichts abgewinnen. "Vielleicht bloß, dass sich durch den Vorfall etwas ändern wird", so Althaus. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich solch eine Farce nicht wiederholt.
"Ich weiß nicht, ob sie an den Regeln oder den Anzug-Schnitten Änderungen vornehmen. Irgendetwas muss jedenfalls nach der Saison geschehen, damit so etwas nicht noch einmal passiert", forderte die Olympia-Silbermedaillengewinnerin im Einzel die Verantwortlichen zum Handeln auf.
Theoretisch hätten die Verantwortlichen für das Damen-Skispringen bereits ab Montag Zeit, über mögliche Veränderungen nachzudenken. Denn die Skispringerinnen bestreiten bereits an diesem Wochenende in Oberhof ihr Saisonfinale. Auf der HS-100-Schanze im Kanzlersgrund wird am Samstag und Sonntag jeweils ein Einzelspringen ausgetragen.
Althaus hat dabei sogar rechnerisch noch die Chance auf Rang drei im Gesamtweltcup zu springen.
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