In einer digitalen Medienrunde sprach Sara Marita Kramer erstmals über die für sie schwere Zeit, die mit einem positiven Corona-Test beim Weltcup in Willingen begann. Ein weiterer positiver Test machte dann alle Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme zunichte.
"Es waren grausige Tage, schlaflose Nächte. Ich habe das Ganze nicht wahrhaben wollen. Es war wie einen Albtraum leben, den man sich nie so zusammenreimen hätte können, und irgendwie war es dann doch die Realität", erzählte Kramer von ihren Gedanken.
Auch mental hat ihr das Olympia-Aus zu schaffen gemacht. "Ich war echt ein bisserl in einem Loch", berichtete die 20-Jährige: "Das Gefühl ist grausig, weil man steht jeden Tag auf, mit dem Hintergedanken dort (in Peking, Anm. d. Red.) zu performen, und auf einmal ist es weg."
Olympia - Skispringen
Der "schlimme Albtraum" verfolgt Althaus noch immer
UPDATE 16/02/2022 UM 21:50 UHR
Hinzu kommt: Kramer war bis zu ihrem positiven Corona-Test in absoluter Bestform. Die Österreicherin feierte bis dahin sechs Saisonsiege und führt im Gesamtweltcup deutlich vor Katharina Althaus. Bei der Olympia-Generalprobe in Willingen gewann sie das Samstagsspringen, sie galt als die große Gold-Hoffnung für den ÖSV. Doch dann folgte in Hessen vor dem zweiten Wettkampf der Corona-Schock. Sie reiste sofort aus Willingen ab.
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Kramer schaute Olympia im TV: "Wollte es mir nicht entgehen lassen"

Zunächst hofften sie und das österreichische Team noch, dass ihr CT-Wert wieder nach oben gehen würde, sodass sie noch hätte nachfliegen können. Auch nur ein Einsatz im Mixed-Team war zwischenzeitlich noch eine Option. Doch auch daraus wurde nichts.
So muss Kramer weitere vier Jahre auf ihre erste Teilnahme an Olympischen Spiele warten. Immerhin: Sie ist erst 20 Jahre alt. Peking wird also definitiv nicht die letzte Chance auf eine Olympia-Teilnahme gewesen sein. Doch ein wirklicher Trost war das für sie nicht. "Natürlich gibt es noch mehrere Olympische Spiele, aber die sind halt nur alle vier Jahre. Vier Jahre sind lang und man sieht, es passieren immer Sachen, die man nicht am Schirm hat", so Kramer.
Trotz der für sie schwierigen Situation schaute sich Kramer aber die Wettkämpfe im Fernsehen an. "Ich wollte es mir nicht entgehen lassen", sagte sie.

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Kramer ist wieder gesund: "Bin wieder voll da"

Und dank der modernen Technik war sie zumindest digital in Peking dabei. "Wir haben einmal einen Videocall gemacht, ich habe ihnen immer alles Gute gewünscht. Die haben auch mitgelitten und geschaut, mich wieder aufzubauen", erzählte Kramer.
Bei all den negativen Erinnerungen an die vergangenen Tage hatte die österreichische Überfliegerin aber auch schöne Nachrichten zu verkünden. Inzwischen hat sie die Corona-Infektion überstanden und ist gesund. "Ich bin wieder voll da. Mental ist es natürlich schwierig, mit der Motivation war es anfangs nicht so leicht, aber es geht bergauf", berichtete Kramer.
Bereits in sieben Tagen geht es für die Skispringerinnen im Weltcup weiter. In Hinzenbach stehen ein Teamwettkampf und zwei Einzelspringen auf der HS-90-Schanze an. Dort könnte Kramer den nächsten Schritt in Richtung Gesamtweltcup machen. In der vergangenen Saison verpasste sie die große Kugel um gerade einmal elf Punkte.

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Kramer: "Gesamtweltcup ist mein Ziel"

Nach ihrem Ausfall in Willingen geht sie mit 172 Punkten Vorsprung auf Althaus, die in Peking einerseits Silber im Einzel gewann, aber auch die Disqualifikation im Mixed verkraften musste, in die letzten Wochen der Saison. Diese werden allerdings nochmal sehr fordernd. Bis Ende März werden noch zwölf Einzelwettkämpfe ausgetragen.

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Kramer gibt sich trotz der Corona-Pause zuversichtlich: "Natürlich ist der Gesamtweltcup noch mein Ziel und der Fokus für die Saison, man braucht Ziele. Ich weiß, dass ich gut Skispringen kann und viel erreichen kann. Alles was möglich ist, probiere ich."

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