Katharina Althaus weinte nach ihrem Silber-Coup Tränen der Freude - und gleichzeitig Tränen der Enttäuschung.
Mit zwei starken Sprüngen vom Schanzen-UFO in Zhangjiakou ist die Oberstdorferin zwar auf das Olympia-Podest geflogen, die erhoffte Goldmedaille musste sie in einem dramatischen Finale aber der Slowenin Ursa Bogataj überlassen. Nach dem ersten Durchgang hatte Althaus noch geführt.
Umgerechnet 110 Zentimeter fehlten zum ganz großen Triumph des nur 1,57 m großen Flugflohs, der für die erste deutsche Medaille der Winterspiele in Peking sorgte. Bronze ging an Nika Kriznar aus Slowenien.
Olympia - Skispringen
"Wie ein Albtraum": Althaus blickt auf Mixed-Farce in Peking zurück
UPDATE 10/03/2022 UM 23:36 UHR
"Es war wahnsinnig da oben. Ich war auch ziemlich nervös, aber ich wusste, dass ich es kann. Ich freue mich mega, dass ich hier eine Medaille gewonnen habe. Das war nicht der einfachste Wettkampf, aber ich habe zwei sehr gute Sprünge gemacht", konstatierte Althaus am Eurosport-Mikrofon.

Althaus lässt die Tränen fließen und freut sich "mega" über Silber

Althaus holt wie 2018 in Pyeongchang Silber

Schon vor vier Jahren hatte Althaus Silber hinter Maren Lundby gewonnen. Weil die Norwegerin derzeit pausiert und Topfavoritin Marita Kramer (Österreich) positiv auf Corona getestet wurde, stand die Tür zum Olympiasieg weit offen. Doch es war Bogataj, die die Gunst der Stunde nutzte.
Die 25-Jährige Althaus flog auf der futuristischen Schanze zunächst auf 105,5 m, ehe sie im zweiten Durchgang bei schwierigen Bedingungen schon nach 94,0 m landete. Die Bayerin verpasste damit eine Wiederholung des Triumphs von Carina Vogt, die bei der Premiere 2014 Gold gewonnen hatte und an ihrem 30. Geburtstag aus der Heimat die Daumen drückte.
Erst zum dritten Mal gehörte Frauen-Skispringen zum Olympischen Programm, zum dritten Mal stand eine Deutsche auf dem Podest. Althaus ist zudem die erste Frau mit zwei Olympia-Medaillen.
"Sie kann sich nichts vorwerfen. Der Sprung war sehr gut. Auch wenn es für Katharina Althaus wirklich bitter ist, sie hatte deutlich schlechtere Verhältnisse. Sie hat ihr Zeug gemacht, da muss man sich auch fügen, selbst wenn es hart ist", erklärte Eurosport-Experte Werner Schuster und ergänzte: "Sie war perfekt vorbereitet, hat einen Topjob gemacht und es war eine höhere Macht, die das verhindert hat - das weiß sie und das ist im ersten Moment nicht so leicht zu verkraften."

Nur 2,2 Punkte fehlen zu Gold: Althaus springt zu Silber

Seyfarth mit ordentlicher Vorstellung - Takanashi geht leer aus

Als zweitbeste Deutsche landete Juliane Seyfarth (Ruhla) bei Temperaturen von 13,5 Grad unter Null auf dem ordentlichen 19. Platz. Die 31-Jährige dürfte damit auch gute Karten für einen Start im Mixed am Montag haben. "Für mich war es positiv, ich bin ganz zufrieden", sagte Seyfarth. Dicht hinter ihr folgten Selina Freitag (Aue) und Pauline Heßler (Lauscha) auf den Rängen 22 und 24.
Leer ging dagegen wieder einmal Sara Takanashi aus. Die Japanerin, die mit 61 Weltcupsiegen einen einsamen Rekord hält, musste sich mit dem undankbaren vierten Rang begnügen. Die 25-Jährige wartet damit weiter auf ihre erste Einzel-Goldmedaille bei einem Großereignis - auch bei Weltmeisterschaften hat sie trotz ihrer jahrelangen Dominanz noch nie gewonnen.
Althaus hat schon am Montag ihre zweite, allerdings auch letzte Medaillenchance der Spiele. Im erstmals ausgetragenen Mixed-Wettbewerb treten zwei Frauen und zwei Männer pro Team an, bei Weltmeisterschaften hat Deutschland zuletzt viermal in Folge Gold gewonnen.

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(SID)

"Sie setzt einen drauf": Althaus macht ersten Schritt in Richtung Medaille

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