Mit einem zweiten Sprung auf 242,0 m bewies Geiger beim Skifliegen in Slowenien noch einmal sein ganzes Können, der ohnehin kaum noch mögliche Triumph im Gesamtweltcup war da aber schon nicht mehr zu erreichen. Nur ein Sieg hätte dem DSV-Adler noch geholfen, dieser ging im Tal der Schanzen aber an Olympiasieger Marius Lindvik aus Norwegen.
Kobayashi reichte somit ein achter Rang, um mit 1621 Punkten das monatelange Kopf-an-Kopf-Rennen mit Geiger (1515) für sich zu entscheiden. Der Bayer schickte nach der knappen Niederlage prompt eine Kampfansage an den Japaner: "Einer war leider vor mir. Ich werde schauen, was ich nächstes Jahr besser machen kann. Es wäre schön, wenn wir das irgendwann noch gewinnen."
Letzter deutscher Gewinner der Gesamtwertung bleibt somit Ex-Weltmeister Freund (2014/15), der am Sonntag seine Ski an den Nagel hängte. Der 33-Jährige belegte zum Abschluss den 28. Platz unter den traditionell nur noch 30 Startern. Als zweitbester Deutscher landete Andreas Wellinger auf dem 18. Rang.
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Für die DSV-Adler endete damit eine zu Beginn starke, am Ende aber durchwachsene Saison. Insgesamt vier Erfolge im Weltcup, alle durch Geiger, bedeuteten einen Sieg weniger als jeweils in den zwei vorherigen Wintern. Geiger und Markus Eisenbichler, am Sonntag nur auf Rang 24, holten insgesamt aber stolze 17 Podestplätze.

Horngacher: "Habe ein lächelndes und ein weinendes Auge"

"Ich habe ein lächelndes und ein weinendes Auge", sagte dann auch Bundestrainer Stefan Horngacher:
Mit Platz zwei von Karl können wir zufrieden sein, auch wenn es zum Schluss nicht mehr so gelungen ist wie erhofft. Dennoch war es eine gute Saison. Wir haben bei jedem Ereignis eine oder zwei Medaillen gewonnen.
Dabei war durchaus mehr drin. Zur Vierschanzentournee war Geiger noch im Gelben Trikot gereist, musste sich dort aber mit Rang vier begnügen. Auch bei Olympia in Peking lief es für den deutschen Vorflieger zunächst nicht wie gewünscht, ehe Bronze im Einzel und mit dem Team doch noch für ein versöhnliches Ende sorgten.
Vor allem im Fliegen war Horngachers Mannschaft weit von der Weltspitze entfernt, um ein Haar hätte Deutschland in der Nationenwertung erstmals seit elf Jahren einen Top-Drei-Platz verpasst. Am Ende reichte es mit 5389 Punkten hinter Österreich (5789) und Slowenien (5742) und vor Norwegen (5360) so gerade für das Podest.
Auf Geiger und Co. wartet nun eine kurze Pause, auf Freund sogar ein neuer Lebensabschnitt. "Ich bin wahnsinnig dankbar", sagte der häufig verletzte Weltmeister von 2015, der vorsorglich eine Rückkehr ausschloss: "Das brauche ich nicht. Und mit meinem Körper ist das auch nicht die beste Idee."
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(SID)

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