Karl Geiger und Markus Eisenbichler zitterten vor Kälte und Anspannung, dann jubelten die beiden Skisprung-Kumpel ausgelassen über ihr erstes Doppel-Podium des Olympia-Winters: Mit den Plätzen zwei und drei hinter Premieren-Sieger Anze Lanisek aus Slowenien hat das DSV-Duo die deutsche Podestserie im Weltcup eindrucksvoll fortgesetzt.
"Das hat echt Laune gemacht", sagte Geiger, dem nur ein Meter zum zweiten Saisonsieg fehlte. Die Deutschen mussten sich in der eisigen finnischen Kälte nur dem Slowenen Lanisek geschlagen geben, der mit knappen 1,6 Punkten Vorsprung seinen ersten Weltcupsieg feierte.
Geiger, am Samstag noch Fünfter, verteidigte mit 305 Punkten seine Führung im Gesamtweltcup erfolgreich vor Lanisek (252), der nach fünf zweiten Plätzen endlich ganz oben auf dem Podest stand. "Mit einem Podestplatz abschließen zu dürfen, war megacool. Jetzt freue ich mich auf daheim", sagte der 28-Jährige.
Ruka
Kobayashi positiv auf Corona getestet - Granerud scheitert erneut in Quali
28/11/2021 AM 12:11
Der sechsmalige Weltmeister Eisenbichler (192) ist neuer Dritter vor Ryoyu Kobayashi (180) und Titelverteidiger Halvor Egner Granerud (160). Der Japaner Kobayashi (COVID-19) und der Norweger Granerud (nur 58. in der Qualifikation) gingen am Sonntag leer aus.

"Jetzt scheppert's!" Geiger springt mit Bestweite auf Platz zwei

Bester DSV-Saisonstart seit 2013

Eisenbichler hatte vor dem Wochenende noch berichtet, nicht gerade "vor Selbstvertrauen zu strahlen". Das änderte sich bei Temperaturen von 16 Grad unter Null nach zwei Podestplätzen schnell. Eisenbichler war am Samstag ebenfalls auf Rang drei geflogen.
"Der zweite Sprung war zwar nicht optimal, aber bei so einem Wettkampf muss man erstmal aufs Podest kommen. Ich bin echt happy", sagte der 30-Jährige nach seinem zweiten Podiumsplatz am Sonntag.
Vier deutsche Podestplätze in den ersten vier Springen hatte es zuletzt 2013 gegeben, saisonübergreifend stand sogar bei acht Wettkämpfen in Folge ein DSV-Adler auf dem Podest. Deutschland führt damit auch in der Nationenwertung.
"Wir können mit dem Wochenende sehr zufrieden sein", bilanzierte Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher: "Wir haben gezeigt, dass wir technisch sauber und stabil skispringen. Es waren schwierige Bedingungen, aber die Jungs sind ruhig geblieben und haben ihre Leistung abrufen können."

Wellinger und Leyhe in den Top Ten

Der lange verletzte Stephan Leyhe (Willingen) überzeugte als Neunter ebenso wie Andreas Wellinger (Ruhpolding). Der Olympiasieger präsentierte sich stark verbessert und erzielte als Zehnter sein erstes Top-Ten-Ergebnis seit drei Jahren.

Top Ten! So gut war Wellinger seit drei Jahren nicht mehr

Lehye hatte in Nischni Tagil bei seinem Winter-Comeback nach seinem Kreuzbandriss schon mit Platz zehn geglänzt. "Ich bin froh, dass wir jetzt wieder heimfahren - es ist schweinekalt", scherzte Lehye am Sonntagabend. "Das war ein schöner Flug, hat Spaß gemacht", fügte der 29-Jährige ernsthafter hinzu.
Olympiasieger Wellinger war 2019 durch eine komplexe Knieverletzung und 2020 durch einen Schlüsselbeinbruch ausgebremst worden und hatte seitdem um den Anschluss an die Weltspitze gekämpft. "Andi ist ein super Wettkämpfer. Er wird uns noch viel Freude bereiten", meinte Horngacher.

Paschke und Stoch verpassen zweiten Durchgang

Constantin Schmid (Oberaudorf) musste sich einen Tag nach seinem 22. Geburtstag mit Rang 24 begnügen.
Pius Paschke (Kiefersfelden) verpasste dagegen ebenso wie der dreimalige Olympiasieger Kamil Stoch (Polen) den zweiten Durchgang.

Erster Weltcupsieg: Lanisek gewinnt mit Mini-Vorsprung vor Geiger

Geigers ärgste Rivalen im Kampf um das Gelbe Trikot waren nicht am Start: Granerud scheiterte zum zweiten Mal in Folge überraschend schon in der Qualifikation. Kobayashi, der am Samstag auf der Rukatunturi-Schanze noch überlegen gewonnen hatte, wurde positiv auf Corona getestet und muss für zehn Tage in Quarantäne.
"Das ist wirklich bitter, wenn du den besten Springer verlierst. Das tut mir echt leid für ihn. Aber er wird das überstehen und wieder vorne mitspringen", sagte Horngacher.
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(mit SID)

"Der war so schlecht!" Eisenbichler landet trotzdem auf Platz drei

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