Vierschanzentournee - Toni Innauer lehnt Frauen-Skifliegen eindeutig ab: "Bin absolut dagegen"
Die österreichische Skisprung-Legende Toni Innauer hat sich am Rande der Vierschanzentournee in Innsbruck ganz klar gegen Frauen-Skifliegen ausgesprochen. "Ich bin nicht für Frauen-Skifliegen. Aus Risikogründen bin ich absolut dagegen", sagte der 63-Jährige im "ZDF" und ergänzte: "Da gehe ich nicht konform mit vielen." Eine Vierschanzentournee für Frauen sieht er dagegen positiv.
Katharina Althaus
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Im Anschluss an seine klare Positionierung gegen Skifliegen bei den Frauen meinte Toni Innauer: "Ich kann das auch physikalisch erklären, wenn es sein müsste."
Näher ging er jedoch nicht darauf ein, sondern schwenkte stattdessen wieder zum eigentlichen Gesprächsthema: "Ich bin für eine Vierschanzentournee (der Frauen, Anm. d. Red.) auf Großschanzen. Das ist am oberen Limit der besten Sportlerinnen. Das können sie leisten, das haben sie gezeigt. Das zeigt auch, wie großartig sich dieser Sport schon entwickelt hat."
Die Skispringerinnen fordern schon seit mehreren Jahren, dass mehr Weltcups auf größeren Schanzen ausgetragen werden. Im vergangenen Jahr gab es bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf erstmals auch eine Einzelentscheidung auf der Großschanze.
Auch im Weltcup-Kalender machen sich die Forderungen bemerkbar. In dieser Saison waren ursprünglich zwölf Großschanzen-Wettbewerbe im Einzel angesetzt, wobei die beiden für 8. und 9. Januar geplanten Springen in Sapporo aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurden. Zusätzlich werden in diesem Jahr in Willingen und Oslo erstmals zwei Mixed-Springen auf der Großschanze stattfinden.
Innauer: "Bin unbedingt für eine Frauen-Vierschanzentournee"
Aus Sicht von Innauer wäre die Vierschanzentournee für Frauen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen nun der nächste wichtige Schritt: "Ich freue mich, dass das Thema auf den Tisch kommt. Dass die Tournee-Veranstalter grünes Licht geben, ist eine hochinteressante und spannende Geschichte. Ich bin unbedingt für die Vierschanzentournee."
Die Marke habe eine Kraft, ergänzte Innauer und zog einen Vergleich zum Tennis: "Stellen wir uns vor, dass man im Frauen-Tennis gesagt hätte, dass man anstatt in Wimbledon nebenan in Birmingham und Queens spielt und versucht, es selber zu machen. Man muss so einen Schwung mitnehmen."
Um den Jahreswechsel wurde auf der Normalschanze im slowenischen Ljubno als kleines Pendant zur Vierschanzentournee erstmals die Silvester Tour mit einem Silvester- und einem Neujahrsspringen ausgetragen. Dabei wurde auch zum ersten Mal in der Geschichte des Damen-Weltcups der erste Durchgang im K.o.-Modus gesprungen. Gesamtsiegerin Marita Kramer (Österreich) erhielt als zusätzliches Preisgeld 10.000 Schweizer Franken und die "goldene Eule" als Trophäe.
Silvester Tour oder Vierschanzentournee?
In Zukunft soll die Silvester Tour weiter wachsen. "Wir durften hier besondere Gäste begrüßen, nämlich eine Delegation aus Villach, das in der kommenden Saison als zweiter Teil des Silvester-Tournaments mit in den Kalender rücken wird", sagte Rajko Pintar, Präsident des Organisationskomitees in Ljubno, der slowenischen Presse-Agentur "STA".
Kurz zuvor hatte aber auch Vierschanzentournee-Präsident Peter Kruijer verkündet, dass die vier Tournee-Orte "die Frauen-Vierschanzentournee haben wollen." Es gebe einen einstimmigen Beschluss, dass man möglichst bald starten wolle.
So gibt es nun zwei Pläne für ein mehrtägiges Frauen-Event rund um den Jahreswechsel. Innauer ist dabei eindeutig für das Original. "Das ist auch verkaufbar. Es wird dort Quoten geben und dann gibt es auch Preisgeld. Das Ganze ist eine Dynamik, die dem gesamten Skispringen gut tun wird", zeigte er sich vom Erfolg der Frauen-Vierschanzentournee überzeugt.
Norwegen-Antrag auf Skifliegen in der Olympia-Saison wurde abgelehnt
Wenn es in Zukunft auch für die Frauen eine Vierschanzentournee gäbe, bliebe noch eine "Männer-Bastion" übrig: Das Skifliegen. Bereits 2003 flog Daniela Iraschko-Stolz als Vorspringerin in Bad Mitterndorf über 200 Meter und bewies damit, dass Skispringerinnen sehr wohl Skifliegen können.
Im Zuge der Gleichberechtigung und der allgemeinen Entwicklung im Frauen-Skispringen reichte der norwegische Skiverband jüngst im April 2021 den Vorschlag ein, bereits in dieser Saison ein Skifliegen für die Frauen auszutragen. Dieser wurde jedoch nicht angenommen. Denn nur Norwegen stimmte dafür.
Doch es gibt offenbar Hoffnung. Der Sportliche Leiter des DSV, Horst Hüttel, sagte im Frühjahr dem "SID": "Die Entwicklung ist auf dem richtigen Weg, aber die Norweger wollen sie noch rasanter haben. Der Weltverband FIS hat eine Road Map, die Skifliegen für Frauen ab 2022/23 vorsieht."
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Quelle: Eurosport
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