Markus Eisenbichler trauerte noch kurz dem verpassten Sieg hinterher, auf dem Podest konnte der Skisprung-Weltmeister aber schon wieder lachen: Mit Rang zwei im Teamwettbewerb von Wisla ist dem DSV-Quartett ein starker Start in den WM-Winter gelungen. "Wir haben hier um den Sieg mitgekämpft, am Ende war es sehr knapp. Ich bin sehr zufrieden", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Eisenbichler hatte mit dem letzten Sprung sogar die Chance, noch den ewigen Rivalen Österreich zu überholen - doch Ex-Weltmeister Stefan Kraft war zu stark für den Bayern. Mit 1069,3 Punkten fehlten Eisenbichler, Karl Geiger, Constantin Schmid und Pius Paschke nach acht Sprüngen umgerechnet keine fünf Meter auf das ÖSV-Quartett (1078,0). Dritter wurde Gastgeber Polen (1061,5), Olympiasieger Norwegen (1024,2) lag auf Rang vier bereits deutlich zurück.

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20/11/2020 AM 20:16

"Es war bis zum Schluss spannend. Bei Eiseis letztem Sprung haben wir auf der Tribüne noch einmal mitgezittert. Wieder auf dem Podest zu stehen, ist schon etwas Tolles", sagte der Oberstdorfer Geiger.

Ähnlich zufrieden war Horngacher. "Es war für uns wichtig zu sehen, dass wir mit dabei sind. Wir sind nicht ganz fehlerfrei geblieben, aber für den ersten Wettkampf war es ganz gut", sagte der Bundestrainer: "Die große Frage war, wo wir stehen. Jetzt sehen wir: Wir sind dabei. Die Erleichterung ist groß." Vor einem Jahr hatte sein Team mit Rang fünf den Auftakt noch gründlich verpatzt.

DSV-Team zur Halbzeit vorne - Daniel Huber fliegt zur Tagesbestweite

Vor nur wenigen im Wald ausharrenden Zuschauern lag Deutschland nach dem ersten Durchgang sogar hauchdünn vor Österreich in Führung. Der ewige Rivale schlug mit Stefan Kraft, Daniel Huber, Michael Hayböck und Philipp Aschenwald jedoch zurück und bescherte dem neuen Cheftrainer Andreas Widhölzl einen Start nach Maß.

Knapp vor Österreich: Eisenbichler bringt DSV-Adler in Führung

Während Eisenbichlers zweiter Sprung auf 127,0 m zu wenig für den Sieg war, überzeugte vor allem Karl Geiger mit zwei guten Flügen auf 131,5 und 130,0 m. Pius Paschke, der zuvor überraschend den Probedurchgang gewonnen hatte, zeigte mit 126,0 und 128,0 m ebenfalls eine gute Leistung. Schmid (126,0 und 119,0 m) ließ dagegen Punkte liegen.

Enttäuschend verlief der Wettkampf für die Norweger, bei denen einzig Halvor Egner Granerud überzeugte. Das Podest war für die Skandinavier jedoch nie in Reichweite. Noch dahinter landete der WM-Dritte Japan mit dem enttäuschenden Ryoyu Kobayashi (117,5 und 121,5 m). Nur Sechster wurden die von Peter Prevc angeführten Slowenen.

"Sensationell": Kraft macht österreichischen Teamsieg perfekt

Den weitesten Sprung des Tages zeigte der Österreicher Huber mit 135,0 m, die Konstanz in Person war Polens Weltmeister Dawid Kubacki (131,5 und 130,5 m). Für das Einzelspringen am Sonntag (16:00 Uhr live im TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport mit JoynPLUS+) ist somit Spannung garantiert. Auch Eisenbichler darf sich dann Chancen ausrechnen, in der Qualifikation am Freitag hatte er mit Rang drei ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Seinen ersten Weltcup seit 20 Monaten wird Olympiasieger Andreas Wellinger bestreiten.

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(SID)

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