Wisla: Deutsches Team springt dank Aufholjagd aufs Podest - Eisenbichler mit starkem zweiten Sprung

Die deutschen Skispringer sind beim ersten Teamwettkampf der Olympia-Saison im polnischen Wisla dank einer Aufholjagd im zweiten Durchgang aufs Podest gesprungen. Zur Halbzeit lag das DSV-Quartett zunächst nur auf Rang vier, zog aber vor allem dank eines starken Sprungs von Markus Eisenbichler auf 130 m letztlich noch an Slowenien und Polen vorbei und wurde Zweiter. Der Sieg ging an Österreich.

Karl Geiger in Wisla

Fotocredit: Getty Images

Karl Geiger linste ein wenig ungläubig auf die Anzeigetafel, Markus Eisenbichler pustete kräftig durch: Beim ersten Teamwettkampf der Olympiasaison hatten die deutschen Skispringstars nicht nur den zur Halbzeit noch drohenden Dämpfer vermieden - nach einer ganz starken Aufholjagd hätte es im polnischen Wisla fast noch zum Sieg gereicht. Die Winzigkeit von umgerechnet knapp 17 Zentimetern fehlte nach rund einem Kilometer in der Luft zum Triumph.
"Heute ist ein schwieriger Tag. Da muss jeder erstmal zwei gute Sprünge runterbringen", hatte Weltcup-Spitzenreiter Geiger nach dem ersten Durchgang bei ganz tückischen Windbedingungen in der "ARD" optimistisch gesagt - und recht behalten.
Aus 31 Punkten Rückstand auf die nach dem ersten Durchgang führenden Österreicher wurden letztlich 0,3. "Wir haben das noch ganz gut gelöst, zweiter Platz kann sich sehen lassen", meinte Geiger nach dem Wettkampf.
Das Team um Weltmeister Stefan Kraft, das zur Halbzeit noch unerreichbar schien, siegte mit 843,0 Punkten vor den DSV-Adlern (842,7). Auf der Malinka-Schanze zeigte das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher, das im März in Oberstdorf seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt hatte, die berühmte Nervenstärke - im Gegensatz zur Konkurrenz: Nur Dritter wurde Slowenien (834,4), das vor der letzten Sprungrunde noch in Führung gelegen hatte.

Eisenbichler: "Zweiten Platz hätte ich nicht mehr erwartet"

"Prinzipiell müssen wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Wir hatten zwei, drei Fehler drin, der Markus hat den ersten vergurkt", sagte Horngacher: "Zum Siegen gehören gute Sprünge, die haben wir heute nicht ganz gemacht." Eisenbichler meinte: "Den zweiten Platz hätte ich nicht mehr erwartet. Den ersten Sprung vergessen wir mal."
In den letzten beiden Finalrunden hätten die starken letzten Sprünge von Geiger mit 125,0 und des sechsmaligen Weltmeisters Eisenbichler mit 130,0 m fast noch zum Sieg gereicht. Doch letztlich war die Hypothek von Eisenbichlers verunglücktem ersten Versuch (107,0 m) eine Idee zu groß.
Dennoch setzte sich eine bislang ganz starke deutsche Saison fort, die Mitte November mit Geigers Sieg in Nischni Tagil begonnen hatte. Auch im fünften Springen des Winters waren die deutschen Adler auf dem Podest vertreten, saisonübergreifend hält die Serie schon elf Weltcup-Springen.

Paschke hadert mit seiner Leistung: "Wäre mehr drin gewesen"

Routinier Pius Paschke, schon am Freitag in der Qualifikation für das Einzelspringen am Sonntag (16:00 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!) bärenstark, überzeugte am Samstag mit zwei blitzsauberen Sprüngen auf 121,5 und 122,5 m.
Dennoch war der Teamweltmeister zerknirscht: "Ich bin nicht so zufrieden, da wäre mehr drin gewesen. Ich habe verkrampft und konnte dann meine Stärken nicht ausspielen." Auch Stephan Leyhe (118,0+120,5) zeigte im ersten ersten Team-Wettkampf nach seinem Kreuzbandriss eine gute Leistung.
Vor den Winterspielen in Peking (4. bis 20. Februar) stehen noch Teamwettbewerbe in Bischofshofen (9. Januar) und Zakopane (15. Januar) an.
(SID)
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