Markus Eisenbichler erklärt: Das läuft bei Karl Geiger und Andreas Wellinger noch nicht rund

Eurosport-Experte Markus Eisenbichler ordnet im exklusiven Gespräch den schwachen Saison-Start von Andreas Wellinger und Karl Geiger ein. Der 34-Jährige erklärt, wo die Probleme des DSV-Duos liegen und was die beiden Routiniers ändern müssen. Wellingers siebten Platz beim abgebrochenen Weltcup in Ruka will der mehrfache Weltmeister entsprechend noch nicht als Trendwende werten.

Da ist der Wurm drin: Geiger und Wellinger stürzen erneut ab

Quelle: Eurosport

So hatten sie sich den Start in die Olympia-Saison sicherlich nicht vorgestellt: Andreas Wellinger und Karl Geiger springen zum Beginn des Weltcup-Winters nicht nur der Welt-Elite hinterher, sondern auch im DSV-Team.
Bei den fünf bisher ausgetragenen Einzel-Wettbewerben kamen beide bisher nur zweimal in die Punkte.
Mit Platz 23 in Lillehammer und Platz 27 beim abgebrochenen Springen in Ruka blieb Geiger bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Wellinger kam auf den Normalschanzen in Falun (19.) und in Ruka (7.) auf zählbare Ergebnisse.
Für Eurosport-Experte Markus Eisenbichler reicht ein guter Sprung von Wellinger in Finnland aber noch nicht, um die Krise als beendet zu sehen.

Eisenbichler bei Wellinger noch skeptisch

"Es war nur ein Durchgang. Ich hoffe natürlich, dass es für ihn in Wisla bergauf geht, aber er muss erst beweisen, dass er die Wende geschafft hat", meinte der 34-Jährige.
Ein faires Urteil, wenn man bedenkt, dass Wellinger beim Auftakt in Lillehammer sogar in der Qualifikation scheiterte. Die Probleme des 30-Jährigen beginnen für Eisenbichler vor dem Absprung.
"Ich finde immer noch, dass der Sprung am Schanzentisch und von der Verbindung her im Flug nicht optimal ist. Da hat er noch nicht das perfekte System, das er in den vergangenen Jahren hatte. Ich hoffe, dass er da hinkommt", sagte der Großschanzen-Weltmeister von 2019.
Aussichtslos sei die Suche nach der fehlenden Weite aber auf keinen Fall. Der siebte Rang beim verkürzten Springen in Ruka könne Wellinger den nötigen Auftrieb geben, um zurück zu seiner alten Stärke zu finden.
"Natürlich gibt ihm der siebte Platz jetzt etwas Selbstvertrauen, und wie jeder weiß, geht im Skispringen viel über Selbstvertrauen", betonte Eisenbichler den möglichen Effekt des Lichtblicks.

Eisenbichler: Man muss "feinfühliger springen"

Der Experte sieht auch Geiger auf einem guten Weg: "Das Grundkonzept von Karl stimmt schon. Wo er noch ein bisschen feilen muss, ist der Übergang von der Anfahrtsposition in den Absprung."
Das Hauptproblem des Routiniers liegt für Eisenbichler in den Regelungen für die Sprunganzüge. Die jüngsten Neuerungen hätten "alles etwas sensibler" gemacht, analysierte der sechsmalige Deutsche Meister. Dies führe dazu, dass "man feinfühliger springen" müsse, "da tut Karl sich noch etwas schwer".
Der Weg sei für Geiger noch weit, "aber wenn er wieder das gewisse Etwas in seinem Sprung findet, geht es beim Karl gleich wieder schnell", glaubt der Experte.
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Quelle: Eurosport

Eisenbichler: Geiger "hat noch viel Arbeit vor sich"

Eine Eigenschaft des Allgäuers stimmt Eisenbichler dabei besonders optimistisch, dass es bald wieder mit den Ergebnissen klappt: dessen Mentalität.
Diese sei der große Trumpf des 32-Jährigen, "weil er eine sehr aufgeräumte und klare Linie fährt".
Wellinger und Geiger haben schon am Freitag die Chance, den schwachen Start vergessen zu machen. Dann steht für die Skispringer im polnischen Wisla die Qualifikation von der Großschanze an, bevor es am Samstag mit dem ersten Wettkampf (live bei Eurosport und discovery+) weitergeht.
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Quelle: Eurosport


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