WM Oberstdorf | Granerud positiv getestet: Schmitt spricht von "Schock"

Halvor Egner Granerud bleibt der Traum von der ersten Einzel-Goldmedaille bei einer WM auch in Oberstdorf verwehrt. Der Überflieger aus Norwegen, der in dieser Saison bereits elf (!) Weltcupspringen gewann, wurde bei den nordischen Ski-Weltmeisteraschaften positiv auf das Corona-Virus getestet. "Das ist ein Schock für die ganze WM", fand Eurosport-Experte Martin Schmitt klare Worte.

Halvor Egner Granerud

Fotocredit: Imago

Einen Springer als Pechvogel zu bezeichnen, der die Saison dermaßen dominiert, wirkt auf den ersten Blick absurd. Und doch trifft es auf Halvor Egner Granerud zu.
Bei der Skiflug-WM in Planica wurde er nach vier Flügen mit der Winzigkeit von 0,5 Punkten Rückstand auf Karl Geiger Zweiter. Die Vierschanzentournee und das WM-Springen von der Normalschanze vor wenigen Tagen schloss der 24-Jährige auf dem noch undankbareren vierten Platz ab.
"Für Halvor hat das Ganze eine besonders bittere Note, weil er damit zur tragischen Figur wird", zielt auch Martin Schmitt auf die Erkrankung und die Auftritte bei der WM und Tournee ab.
"Bei ihm kam da immer eine Mischung aus schlechten Bedingungen und der Tatsache, dass er nicht ganz auf seinem außergewöhnlichen Niveau performen konnte, zusammen", so der Eurosport-Experte, der 1999 und 2001 Einzel-Weltmeister auf der Großschanze wurde. "Ich wünsche Halvor nun eine gute Besserung und dass die Erkrankung einen milden Verlauf nimmt."
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"Extrem bitter": Schmitt analysiert Granerud-Aus und die Folgen

Quelle: Eurosport

Schmitt: Das bedeutet das Granerud-Aus für die WM

Auf der sportlichen Seite werden die Karten durch den Ausfall des bisherigen Dominators neu gemischt. Es bleibe "natürlich ein Beigeschmack", dass der Beste des Winters nicht mehr dabei ist, betont Schmitt, sagt aber auch: "Es wird trotz allem ein WM-Springen mit einem hochklassigen Feld. Ich erwarte einen heißen Kampf um den Titel."
Granerud, der nach seiner Diagnose umgehend isoliert wurde, kann nur noch am TV-Bildschirm verfolgen, wer Gold holt. "Dass die WM für mich vorbei ist, ist eine Schande", brach es aus dem Norweger in einer ersten Reaktion auf "Instagram" heraus. Der Frust sitzt tief, was Schmitt absolut nachvollziehen kann.
"Bei Halvor überwiegen jetzt der Schreck und die Enttäuschung", so der 43-Jährige. Und auch die Konkurrenz leidet mit dem Norweger. "Verdammt, ich fühle mit dir. Werde schnell gesund und dann sehen wir uns in Planica wieder", schrieb etwa DSV-Adler Geiger unter dem Post.

Granerud: Mehr Glück im Team

Es dürfte für Granerud nur ein mittelprächtiger Trost sein, dass er zumindest in den Teamwettbewerben etwas mehr Glück hatte.
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Der elfte Streich: Granerud auch in Zakopane nicht zu schlagen

Quelle: Eurosport

Bei der Skiflug-WM segelte er mit Norwegen zum Titel, im Mixed-Wettkampf von Oberstdorf reichte es zu Silber.
Die Ziele aber waren nach elf Weltcup-Erfolgen innerhalb einer Saison freilich ganz andere. "Aber so ist das Leben", schrieb Granerud und hat damit wohl den richtigen Weg gefunden, mit seinem Pech umzugehen.
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