Skispringer Karl Geiger hat bei der Nordischen WM in Oberstdorf die Bronzemedaille auf der Großschanze gewonnen und damit sein drittes Edelmetall bei den Titelkämpfen in seiner Heimat geholt.
Im Schneetreiben musste sich der 28-Jährige am Schattenberg nur dem neuen Weltmeister Stefan Kraft und dem Norweger Robert Johansson geschlagen geben.
"Es ist unglaublich, ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben", sagte Kraft bei Eurosport: "Nach all den Problemen diese Saison auf meiner Lieblingsschanze Weltmeister zu werden, ist wahnsinnig schön."
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Markus Eisenbichler stürzte im zweiten Durchgang. Der Titelverteidiger wurde nur 17.
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"Magiiiic!" Karl Geiger springt zu Bronze auf der Großschanze

Vierte Medaille für Deutschland

Pius Paschke wurde nach Zwischenrang sieben mit einem schwachen zweiten Sprung noch auf Platz 18 durchgereicht. Severin Freund wurde 22., Martin Hamann kam auf Platz 24.
Geiger, vor zwei Jahren hinter Eisenbichler Vizeweltmeister, sprang im zweiten Durchgang von Platz sechs auf das Podest.
"Es war echt brutal - hier nochmal so einen Wettkampf zu liefern. Der zweite Sprung war richtig gut - den nochmal so bringen zu können, das war schon geil", sagte Geiger zu Eurosport, nachdem er sich über den ersten Sprung noch geärgert hatte: "Da hatte ich richtig guten Wind und war beim Absprung zu spät."

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Karl Geiger überglücklich

Der zweite Sprung sei dagegen "echt was wert" gewesen: "Bronze ist echt der Hammer - jetzt habe ich den Satz voll."
Er habe gewusst, dass er an die Hillsize (137 Meter) rankommen müsse für eine Medaille: "Das ist die WM - da muss man risikieren. Manchmal landet man auf dem Bauch, aber manchmal geht's auch gut."

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Für das deutsche Team war es die vierte Medaille in Oberstdorf, Geiger hatte Gold mit dem Mixed-Team und Silber im Einzel von der Normalschanze gewonnen.
Kraft, bereits 2017 in Lahti Doppelweltmeister und in diesem Winter unter anderem von einer Corona-Infektion außer Gefecht gesetzt, siegte mit Sprüngen auf 132,5 und 134,0 m (276,5 Punkte) souverän vor Johansson (272,1) und Geiger (267,4), der zweimal auf 132,0 m kam.

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Markus Eisenbichler stürzt im zweiten Durchgang

Eisenbichler hatte nach einem Sprung auf 116,5 m zur Halbzeit nur auf Platz 16 gelegen. Der zweite Durchgang lief mit 134,0 m deutlich besser, allerdings kippte der 29-Jährige bei der Landung vornüber und landete bäuchlings im Schnee.
Eisenbichler blieb unverletzt, die Aufholjagd war aber jäh beendet. Rund 20 Punkte kostete ihn der Sturz, auch ohne diesen hätte es damit nicht zur Medaille gereicht.

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"Ich bin Gott sei Dank gut gedehnt. Ich habe mich schon so oft in meinem Leben auf die Waffel gelegt und erst zweimal hat mir was gefehlt", gab Eisenbichler bei Eurosport Entwarnung: "Es ist glücklich ausgegangen. Mittlerweile weiß ich, wie man stürzt."

Eisenbichler peilt Medaille im Team an

Er sei eben "voll auf Angriff" gegangen, erklärte der Siegsdorfer: "Der Sprung war viel wert, ich hatte nicht so viel Aufwind wie andere. Ich glaube, damit wäre ich schon gut dabei gewesen - aber mein Gott, so ist es eben." Ohne den Sturz wäre Eisenbichler womöglich auf Rang zehn gelandet.

"Schon so oft auf die Waffel gelegt …" Eisenbichler gibt Entwarnung

Er könne sich allerdings auch "nicht viel vorwerfen. Ich musste viel riskieren und dann flieg ich auf die Waffel. Es ist bitter. Mit dem Team wollen wir eine Medaille holen, aber ich muss das jetzt heute erst einmal verdauen. Es nervt mich."
Geiger sagte: "Den Sturz vom Eisei habe ich gesehen. Da ist mir oben kurz die Spucke weggeblieben. Es war stumpf, aber ich glaube, dass es ganz gut ausgegangen ist. Er hat echt gut reagiert."

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Severin Freund hält Martin Hamann in Schach

Pius Paschke (Kiefersfelden) fiel mit einem schwachen zweiten Sprung von Platz sieben weit zurück und wurde 17. (231,2/129,5+114,5).
Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) schaffte es in seinem ersten WM-Wettkampf seit sechs Jahren auf Rang 22 (218,2/122,5+118,5) und sicherte sich damit wohl den Startplatz beim Teamwettbewerb am Samstag (17:00 Uhr live bei Eurosport 1 im Free-TV und im Liveticker), da er Weltmeisterschaftsdebütant Martin Hamann (Aue) auf Platz 24 (215,4/121,5+123,0) hinter sich ließ.
Wie Bundestrainer Stefan Horngacher erklärte, wird Pasche im Teamwettkampf von der Großschanze beginnen.

Geiger komplettiert Medaillensatz: "Bronze ist echt der Hammer!"

Geiger erwartet harten Fight mit dem Team

Freund wird als zweiter DSV-Adler an den Start gehen, dann Eisenbichler. Geiger soll dann als Schlussspringer möglichst seine vierte Medaille holen.
"Der Teamwettkampf ist unser wichtigster Wettkampf. Da kämpfen wir gemeinsam. Ich hoffe, dass wir morgen tip-top starten können", sagte Geiger, der einen "brutal harten Fight" mit Österreich, Norwegen, Slowenien und Polen um die Medaillen erwartet: "Wir müssen nochmal alles reinlegen."
Nach dem ersten Durchgang von der Großschanze haffte Kraft (132,5 m) vor Johansson (129,5 m) und Daniel Huber (Österreich/133,5 m), der später auf Rang acht zurück fiel, geführt. Geiger (132 m) lag nach dem ersten Sprung auf Rang sechs direkt vor Paschke (129,5 m). Eisenbichler (122,5 m) rangierte nur auf Rang 16 und konnte sich durch seinen Sturz im zweiten Durchgang nicht mehr verbessern.
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