Nordische Ski-WM: Katharina Althaus krönt ihr Wintermärchen im Skispringen mit WM-Bronze von der Großschanze

Nach dreimal Gold holt Katharina Althaus bei der Nordische Ski-WM 2023 in Planica im Einzel von der Großschanze bei wechselnden Windverhältnissen zum Abschluss noch einmal WM-Bronze. Zwar verpasste die Oberstdorferin damit ihren achten WM-Titel, zeigte sich über die vierte Medaille im vierten Wettkampf dennoch überglücklich. Der Titel geht überraschend an die Kanadierin Alexandria Loutitt.

Schmitt-Analyse: "Herausragende Bilanz für Althaus"

Quelle: Eurosport

Katharina Althaus saß nach ihrem Bronze-Coup auf den Schultern ihrer Brüder, zu ihren Füßen hüpften die "Flamingo-Mädels" auf und ab.
"Ich freue mich einfach riesig", sagte die Schneekönigin von Planica bei Eurosport: "Ich habe schon gemerkt, dass der Druck steigt mit drei Goldenen im Gepäck. Ich war sehr nervös und bin einfach nur froh, dass ich das so gut gemeistert habe und nochmal eine Medaille mitnehme."
Nach drei Titeln in Folge verpasste die Oberstdorferin eine perfekte WM mit Siegen in allen Wettkämpfen zwar, doch das war ihr und ihren als Flamingos verkleideten Freundinnen herzlich egal.
Ihren dritten Platz zum Abschluss einer denkwürdigen WM im Skisprung-Mekka Planica feierte die 26-Jährige wie Gold "Ich wollte nochmal alles geben und zeigen, dass ich auch auf der großen Schanze aufs Podest gehöre", sagte sie: "Jetzt wird auf jeden Fall gefeiert."
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Entscheidung von der Großschanze: Loutitt überflügelt alle

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Loutitt überzeugt auf der "Heimschanze"

"Bronze hat mir noch gefehlt. Jetzt ist die Sammlung komplett, jetzt habe ich einen ganzen Satz", sagte Althaus, deren WM-Bilanz nun bei sieben Mal Gold, einmal Silber und einmal Bronze steht, und gratulierte der Überraschungsweltmeisterin Alexandria Loutitt aus Kanada.
"Das war ein großes Finale, fantastisch", lobte Eurosport-Experte Martin Schmitt die erst 19 Jahre alte neue Weltmeisterin: "Sie springt eine tolle Saison. Sie ist Junioren-Weltmeisterin geworden, hat ihr erstes Weltcupspringen gewonnen und gewinnt jetzt hier auf ihrer 'Heimschanze' ihr erstes WM-Gold."
Die Kanadierinnen trainieren den Winter über in Planica. "Das war vielleicht ein kleiner Heimvorteil", so Schmitt.
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Althaus im Eurosport-Interview: "Freue mich einfach riesig"

Quelle: Eurosport

Starke Leistung von Althaus

Überaus stolz war indes der Bundestrainer nach einem Wettkampf, der von ständig wechselnden Windverhältnissen geprägt war. "Gratulation an Katha, unglaublich. Bei diesen Bedingungen heute solche Sprünge zu zeigen und Dritte zu werden - großer Respekt", sagte Maximilian Mechler.
"Ich bin einfach bei mir geblieben", erklärte Althaus bei Eurosport: "Ich dachte mir: Es kommt, wie es kommt und ich versuche jetzt einfach, das Beste draus zu machen - das habe ich geschafft."
Als Letzter durfte dann auch ihr Verlobter Patrick Schmid Althaus gratulieren - nachdem er zuvor seinen Bruder Julian zu Silber mit der Kombinierer-Staffel geschrien hatte.

Althaus schließt zu Vogt auf

"Sie hat uns eine fantastische WM gezeigt. Dreimal Gold und einmal Bronze ist eine herausragende Bilanz", befand Schmitt bei Eurosport: "Das war ein super Wettkampf von hier, eine ganz tolle Leistung. In diesem hochklassigen Feld eine Medaille zu machen, war nicht einfach. Heute waren andere besser, das wird auch sie neidlos anerkennen."
Dennoch könne man "stolz sein, dass wir in Deutschland so tolle Skispringerinnen haben". Althaus ist drauf und dran, zu der Olympiasiegerin Carina Vogt aufzuschließen. Die 31-Jährige hat ihre Karriere mittlerweile beendet, sie holte neben ihrem Triumph von Sotschi fünfmal WM-Gold.
"Sie hat bei den Damen alles gewonnen und die Latte ganz, ganz hoch gelegt - aber die Katha ist bei Weltmeisterschaften vorbeigezogen und macht sich auf, sie insgesamt zu überflügeln", meinte Schmitt.
Dazu fehlt der 26-Jährigen nur noch der Olympiasieg; in PyeongChang 2018 und Peking 2022 holte Althaus jeweils Silber. "Ich hoffe, sie macht noch ein paar Jahre weiter und bereitet und weiter so viel Freude", schloss der Eurosport-Experte.
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Althaus macht vierte WM-Medaille klar - der Sprung zu Bronze

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Lundby versilbert ihr Comeback

Den Sieg musste Althaus am Mittwoch Loutitt überlassen, die in ihrer Karriere bislang erst einen Weltcupsieg gefeiert hatte. Silber ging ähnlich überraschend an Titelverteidigerin Maren Lundby. Die Norwegerin hatte im gesamten Winter 2021/22 wegen Gewichtsproblemen pausiert und war seit ihrem Comeback im Weltcup ohne Top-Ten-Ergebnis geblieben.
"Sie hat die Chance bekommen und genutzt", sagte Schmitt. Bei Lundbys Sprung im ersten Durchgang zum Schanzenrekord von 139,5 Metern hatte die Norwegerin allerdings mit der rechten Hand von den Kampfrichtern unbemerkt in den Schnee gegriffen.
Wäre das bemerkt worden, hätte die Titelverteidigerin mit bis zu 15 Punkten weniger rechnen müssen. Dann wäre sie aus den Medaillenrängen gefallen.
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Schmitt sieht's: Lundby greift bei Schanzenrekord in den Schnee

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Lundy mit Glück bei Schanzenrekord

"Normal muss das bestraft werden, aber die Kampfrichter haben es nicht gesehen. Das ist wie beim Fußball - trotz Videobeweis klappt da auch nicht immer alles", sagte Schmitt, der Lundby aber auch lobte: "Wenn sie ihre Sachen beisammenhat, hat sie einfach ein wahnsinnig hohes Niveau. Sie hat ein unwahrscheinliches Gefühl, damit kann sie dann spielen."
Team-Weltmeisterin Selina Freitag, vom kleinen Bakken noch Vierte, musste sich am Mittwoch mit dem 19. Platz begnügen. Pauline Heßler zeigte ein ordentliches WM-Debüt und belegte den 26. Rang. Anna Rupprecht war bereits am Dienstag nach einem Sturz in der Qualifikation gescheitert. "Der Rest unserer Teams hatte heute leider ein bisschen Schwierigkeiten", sagte Mechler.
Für Althaus endete mit den Bronzeflügen im Tal der Schanzen ein Wintermärchen. Von der Normalschanze hatte die Oberstdorferin Gold im Einzel, Team und Mixed gewonnen. Nun verpasste sie zum Abschluss nur hauchdünn den WM-Rekord von dreimal Gold und einmal Silber des Österreichers Thomas Morgenstern aus dem Jahr 2011.

Für die Skispringerinnen ist die WM vorbei

Dennoch war die Olympia-Zweite in Slowenien mit ihren WM-Titeln Nummer fünf, sechs und sieben zur alleinigen Rekordweltmeisterin aufgestiegen - bei den Männern war nur Morgenstern mit acht Titeln erfolgreicher.
Das Kunststück von vier Goldmedaillen für Deutschland bei einer WM bleibt allerdings dem Kombinierer Johannes Rydzek vorbehalten, der 2017 in Lahti abgeräumt hatte.
Für die Frauen ist die WM damit beendet, auf die Männer um Andreas Wellinger und Karl Geiger warten dagegen im Einzel am Freitag und Team am Samstag noch zwei Medaillenchancen. Dann könnte auch der deutsche WM-Rekord von viermal Skisprung-Gold, aufgestellt 2019 in Seefeld, geknackt werden.
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(SID)
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"Keine Chance": Schmitt analysiert den Prevc-Sturz

Quelle: Eurosport

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